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5.0 von 5 Sternen
Spannende, längst fällige Biographie, 27. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Korngold. Musik ist Musik (Gebundene Ausgabe)
Guy Wagner hat eine längst fällige Biographie über einen lange Zeit zu unrecht verkannten Komponisten verfasst. Auf über 500 Seiten werden für den Leser Leben und Werk Korngolds lebendig. Durch den atemberaubenden Fußnotenapparat des Autors werden auch die Zeitgenossen und Ereignisse links und rechts des Lebensweges von EWK erfahrbar, wodurch dem Leser eine sinnvolle und notwendige Einordnung seines Oeuvres in den zeitgeschichtlichen Kontext möglich ist. Die Diktion des Wagners erlaubt ein recht flüssiges Lesen. "Gott sei Dank" verliert er sich auch nicht in seitenlangen musikanalytischen Abhandlungen. Die zahlreichen Abbildungen sind leider sehr kleinformatig geraten. Insgesamt ist diese Biographie ein Muss für jede(n) musikinteressierte(n) Leser(in).
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5.0 von 5 Sternen
Genie und tragische Figur, 23. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Korngold. Musik ist Musik (Gebundene Ausgabe)
Unglaublich, dass es gut 85 Jahre gedauert hat, bis wieder eine Biographie über Erich Wolfgang Korngold in deutscher Sprache geschrieben wurde. Das wirft allerdings auch ein bezeichnendes Licht auf die Korngold-Rezeption im Europa des letzten halben Jahrhunderts.
Für die einen war er ein Wunderkind ohne Zukunft, für die anderen ein altmodischer Epigone, für wieder andere der Komponist kitschiger Hollywood-Filmmusik. Dass E.W.Korngold jedoch ein durchaus innovativer Künstler war, der mit seinem Genie schon in frühester Jugend seine eigene unverwechselbare Handschrift ausgebildet hatte, ist in dieser Biographie schön herausgearbeitet. Ebenso wird hier kein Zweifel daran gelassen, warum auch heutige Filmmusik noch immer großteils von Korngolds spezifischem Stil lebt - er hat auch in diesem Genre Spitzenleistungen erbracht, die bis heute nachwirken. Das ebenso abwertend gemeinte wie oberflächliche Pauschalurteil "Korngold klingt wie Filmmusik" müsste daher richtiger heißen: "Filmmusik ist Korngold".
Die sehr interessante Biographie von Guy Wagner verfolgt den Komponisten auf seinem Lebensweg von Wien bis ins amerikanische Exil und beleuchtet auch ziemlich kritisch das problematische Verhältnis von Erich zu seinem dominierenden Vater Julius Korngold. Alle Werke werden im Verlauf des Textes vorgestellt und auch kurz besprochen - ich hätte mir nur ein paar Notenbeispiele mehr gewünscht. Der reine Text macht rund 450 Seiten aus, ist ebenso fundiert und genau recherchiert wie auch gut lesbar. Alles scheint ausgezeichnet und aufwändig recherchiert: dass dabei nicht alles für jeden gleich interessant ist (wie die genaue Ahnenforschung oder ausgedehnte Inhaltsangaben der Hollywood-Filme) liegt in der Natur der Sache. Auf jeder Seite gibt es als "Links" ein oder mehrere Fußnoten zur vertieften Information sowie häufig kleine Schwarzweiß-Bilder.
Im Anhang finden sich ein Kapitel über den Lebensweg des größeren, sich oft benachteiligt fühlenden Bruders Hans Robert Korngold, Lebensdaten von E.W., ein Werkverzeichnis und eine ausführliche Bibliographie.
Auf jeden Fall ist diese Biographie eine dicke Empfehlung für Musikfreunde, die sich ein genaueres Bild über den Komponisten Korngold machen wollen, der sich jetzt im 21. Jahrhundert zumindest mit einigen seiner Werke endlich dort befindet, wo er hingehört: im Standardrepertoire.
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Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), 7. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Korngold. Musik ist Musik (Gebundene Ausgabe)
Guy Wagners Biographie über Korngold ist löblich, denn es handelt sich um die erste deutsche Gesamtdarstellung überhaupt. Insgesamt fand ich die Biographie nur teilweise geglückt, da sie sehr faktenlastig ist und die Persönlichkeit von Korngold, die Beziehungen zu seinem Vater und dessen Rolle in Wien nur oberflächlich beleuchtet. Gut ist, dass Korngolds Werke kurz vorgestellt werden. Insgesamt wird aber doch deutlich, dass Korngold eine tragische Figur der Musikgeschichte ist: Wunderkind, dominanter und intriganter Vater, erfolgreicher Filmkomponist, keine Wertschätzung in der alten Heimat, Vergessen und Renaissance seiner Musik. Abschliessend möchte ich auf die wegweisende Korngold-Biographie von Brandon G. Carroll: The Last Prodigy (1997) hinweisen, welche ich gegenüber Wagners Biographie den Vorzug gebe.
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