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Koreanische Erzählungen.
 
 
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Koreanische Erzählungen. [Taschenbuch]

Sylvia Bräsel , Kwang-Sook Lie
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 252 Seiten
  • Verlag: Dtv (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423133813
  • ISBN-13: 978-3423133814
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 504.759 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

literature.de, 13. Oktober 2005

... Die besondere Leistung der koreanischen Schriftsteller ist aber die Spiegelung dieser Inhalte mittels der koreanischen Geschichte. Hin und Her geworfen in einer Gesellschaft, dessen Mitglieder schuldlos getrennt wurden, die Krieg, Aufstand und Revolution miterlebt haben und die letztlich von den schnellschrittigen Veränderungen in der Politik und den Lebensverhältnissen überholt wurden, scheint der Weg zum Lebensglück in mehrfacher Hinsicht verwinkelt zu sein. ... Dank der emsigen Arbeit von Sylvia Bräsel und Lie Kwang-Sook können nun auch deutschsprachige Leser einen Blick in die Gedankenwelt des fernes Landes werfen und feststellen, dass Ost und West gar nicht so weit voneinander entfernt sind.

(c) Gisela Lüdtke - literature.de - Das Literaturportal

Kurzbeschreibung

10 Erzählungen zeitgenössischer Autorinnen und Autoren aus Südkorea versammelt der vorliegende Band, Momentaufnahmen aus einem geteilten Land, aber auch Grenzüberschreitungen zwischen Ostasien und Europa.

Die Themen sind uns dabei durchaus vertraut: Es geht um die Suche nach der eigenen Identität, um Alltag und Geschichte, Erinnern, Erfinden und Verdrängen, um die alltägliche Entfremdung in einer anonymisierten Umwelt, um

Liebes(ver)lust und Kommunikationslosigkeit. Aber es werden auch traditionelle Motive der koreanischen Literatur aufgenommen (Naturmotivik).

Verwiesen sei auch auf die oft in der koreanischen Literatur anzutreffenden Mutter- und Großmutter-Figuren, in denen sich Zerbrechlichkeit mit Stärke und Zuversicht vereinen.

Dieser überblick über die moderne südkoreanische Literatur bezeugt nicht zuletzt auch, wie sehr sich Ost und West stets künstlerisch beeinflusst haben.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Respekt 5. Dezember 2005
Für die meisten Deutschen ist Korea nur eine von vielen aufstrebenden Industrienationen in Ostasien. Durch diesen Erzählungsband kann man eine Ahnung davon bekommen, welche Geschichten mit diesem Aufstieg Koreas verbunden sind.
Mit einer eindrücklichen Reise an die Grenze zwischen Nord- und Südkorea beginnt die Sammlung. Lee Hochol zeigt zwar drastisch die Missverständnisse und die Sprachlosigkeit zwischen den Menschen, die von ihren Systemen geprägt sind; aber die Tatsache, dass ein solches Gespräch überhaupt stattfinden kann und dass der Südkoreaner darin die Stimme der Freiheit ist, gibt der Begegnung fast so etwas wie einen Hoffnungsschimmer. Solcher Optimismus ist selten in den "Koreanischen Erzählungen". Die Erzähler drücken den Respekt vor den Menschen in ihrem Land dadurch aus, dass sie ihre Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit nicht wegerklären oder hinter idyllischen Bildern von koreanischen Bergtälern verbergen.
Die Schrecken der koreanischen Geschichte lässt Kim Wonil in seiner sehr spröden Familiengeschichte aufscheinen.
Meine Lieblingserzählung ist "Heimkehr" von Su Jung In: Drei junge Leute Anfang zwanzig machen sich auf der Fahrt in ihr Heimatdorf etwas vor, tun erfolgreich und erwachsen, obwohl sie es nicht sind. Das ist besonders anrührend, weil am Schluss klar wird, dass einer der drei noch viel weiter von diesen Träumen entfernt ist als die anderen beiden.
Eindrucksvoll zeigen Hwang Sok-yong, Kang Sok Kyong und Han Kang auf, welche Auswirkung die Industrialisierung im Turbo-Tempo auf die Menschen hatte, die sich plötzlich in öde Schuhschachtel-Appartements gezwängt fanden, zwischen Ausfallstraßen, die kaum noch Luft zum Atmen lassen.
In zwei der Erzählungen gibt es Bezüge zu Deutschland, und in beiden geht von Deutschen so etwas wie Hoffnung aus. Für eine junge Frau in Kim Young-has Erzählung wird Deutschland das ganz persönliche Land der Freiheit. Und "Die Stimme des Gewissens" ist eine Hommage an den deutschen Journalisten Jürgen Hinzpeter, der entscheidend dazu beitrug, dass die Welt von Massakern der koreanischen Regierung an Regimegegnern in den achtziger Jahren erfahren hat. Am Schluss heißt es dort: "Rettet nicht das feste Wissen, nicht allein und vergessen zu sein, vor dem sicheren Tod?" Das scheint mir ein sehr passendes Schlusswort für diesen Erzählungsband zu sein, dessen Autoren und Autorinnen mit viel Respekt und Einfühlungsvermögen dafür sorgen, dass die Schicksale ihrer Mitmenschen nicht vergessen sind.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich halte den Band "Koreanische Erzählungen" für eine gelungene Einführung in die moderne koreanische Literatur und Kultur des Landes.

Erstens gelingt es bei der Auswahl der Autoren über die sonst veröffentlichten Erfahrungen des Korea-Krieges und der Militärdiktatur hinaus Geschichten und Geschichte (z.B. die Teilung anhand des Grenzorts Panmunjom von Lee Hochol oder auch das Kwangju Massaker anhand von Gong Jiyoungs "Stimme des Gewissens") dieses oft leider vergessenen und für uns fernen Landes der Morgenstille an den interessierten Leser zu bringen.

Zweitens ist es ebenso gut gelungen anhand der jüngeren koreanischen Schriftsteller die durch die Demokratisierung (seit 1987) und durch die sog. Globalisierung (einschließlich der Kulturen) veränderten Fragestellungen der koreanischen Gesellschaft zu verarbeiten. Im Unterschied zu anderen Erzählungen aus Korea klagen diese Autoren nicht (mehr) äußere Mächte und Zustände an - wie z.B. politische oder sozioökonomische - sondern reflektieren eher Kommunikationslosigkeit sowie den harten (Berufs)Alltag in der Familie oder greifen persönliche Sehnsüchte, Liebesverlust oder Niederlagen auf, für die sie jedoch eben nicht primär das System, dem sie ausgesetzt sind, verantwortlich machen, was sicher auch darauf zurückzuführen ist, dass Korea inzwischen weitesgehend demokratisiert ist und sich im weitesgehend abgeschlossenen Übergang zu einem anderem Zeitalter befindet als noch in den 80er oder 70er Jahren.

Die Herausgeberin Dr. Sylvia Bräsel weckt in ihrem Nachwort zudem Verständnis und sensibilisiert den (eurozentristischen) Leser für die koreanische Kultur und macht auf deren Wandel aufmerksam. Entscheidend an den Erzählungen ist m.E., dass endlich mit den in unserem Land geläufigen Stereotypen aufgeräumt wird und klar wird, dass die Koreaner im Zeitalter der Globalisierung und Vernetzung vor ähnlichen alltäglichen Herausforderungen stehen wie wir.

Ich kann jedem, der sich nur ein wenig für Korea interessiert diese Lektüre nur ans Herz legen. Das Buch macht Lust auf mehr Korea und weniger Klischees.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jane
Ich kaufte mir diese Lektüre im November letzten Jahres, als die Zeitungen über Korea und dessen mögliche Atomwaffen schrieben, um mehr (oder überhaupt etwas) über das Land und seine Geschichte zu erfahren.

Im Großen und Ganzen finde ich, dass der Band viele verschiedene Einblicke in das Land, seine Kultur und Geschichte bietet. Am Ende des Buches werden die Autoren sowie ihre dazugehörigen Geschichten noch mal genauer vorgestellt. So hat zum Beispiel die eine oder andere Geschichte mir recht gut gefallen und mein Interesse für weitere Werke der jeweiligen Autoren geweckt.
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