- Gebundene Ausgabe: 191 Seiten
- Verlag: Delius Klasing Vlg GmbH (Dezember 1999)
- ISBN-10: 3768809188
- ISBN-13: 978-3768809184
- Größe und/oder Gewicht: 29,8 x 22,4 x 2 cm
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Produktinformation
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Eines der erstaunlichsten Merkmale eines Korallenriffs ist die enorme Konzentration verschiedener Lebewesen, die auf, bei und in seinem komplexen, dreidimensionalen Rahmen leben. Sofort ins Auge fallen die Fische und natürlich die Korallen selbst, aber viele andere Tiere, darunter eine scheinbar endlose Vielfalt von Wirbellosen sind in den Spalten und Ritzen des Riffs verborgen. Erst bei genauem Hinsehen offenbart sich das geheime Leben der winzigen Krabben, Würmer und Meeresschnecken. In dieser dichtbevölkerten Gemeinschaft ist jeder freie Platz heftig umkämpft und einige Arten haben sich sehr viel einfallen lassen, um eine Behausung zu finden.
Clownfische z.B. und gelegentlich auch einige junge Riffbarscharten finden Schutz zwischen den nesselnden Tentakeln riesiger Seeanemonen, um die andere Fische einen großen Bogen machen. Die Anemonen sondern über ihre Tentakel einen Schleim ab, der verhindert, daß sie sich selbst nesseln, und die Clownfische schützen sich dadurch, daß sie ihren Körper mit der gleichen Substanz bedecken. Das muß mit äußerster Vorsicht und Präzision geschehen. Zunächst nähert sich der Clownfisch zögernd seiner künftigen Behausung und streift flüchtig die Spitze einer Tentakel mit dem Schwanz. Eine so kurze Berührung bleibt folgenlos, und der Fisch verschafft sich so nach und nach eine Schutzschicht, die ihm erlaubt sich ungehindert zwischen
den Tentakeln der Anemone aufzuhalten. Eine so tödlich ausgestattete Behausung hat den offensichtlichen Vorteil, den Clownfisch vor Feinden zu schützen. Wenn die Fische das im Wasser treibende Plankton fressen, entfernen sie sich selten mehr als einen Meter von den sich wiegenden Tentakeln, für den Fall daß plötzlich Gefahr droht.
Die Clownfische führen anschaulich vor, wie wirksam der Unterschlupf bei einem anderen Tier sein kann. Eine ähnliche Beziehung gibt es auch zwischen bestimmten Krabben und Meergrundeln. Man kann gelegentlich beobachten, wie ein cremefarbenes Meergrundelpärchen regungslos und auf dem sandigen Boden kaum wahrnehmbar vor dem Eingang eines Lochs liegt. Die tunnelartige Behausung ist jedoch nicht das Werk der Fische, sondern einer Krabbenart, die mit ihren großen Grabscheren Sand und Schutt wegräumt. Wenn das Loch fertig ist zieht ein Meergrundelpärchen dort ein. Das erscheint zunächst vielleicht unbillig, denn die Meergrundeln haben nicht das Geringste zur Arbeit der Krabbe beigetragen, doch das Krustentier begrüßt seine neuen Untermieter. Die Meergrundeln haben große, leicht aufwärts gerichtete Augen, die ähnlich wie bei einem Frosch oben aus dem Kopf heraustreten. Als Bodenbewohner können sie so nach oben in die Richtung möglicher Feinde blicken. Die Krabbe dagegen sieht schlecht und benutzt die Meergrundeln als ihr Frühwarnsystem. Wenn die Krabbe nach Nahrung sucht legt sie einen ihrer langen Fühler über eine in der Nähe wachende Meergrundel, die bei ... .
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