Aus der Amazon.de-Redaktion
Im schwedischen Högsboträsk lebt man unaufgeregt und friedlich vor sich hin und auch hinter der Fassade lauern keine verstörenden Abgründe. Blutorgien à la Henning Mankell sucht man auch mit den allerbesten Absichten vergebens. Das Provinzkaff mit dem merkwürdigen Namen hält für seine bestens ausgestattete Polizeieinheit wenig Arbeit bereit. Es gibt schlichtweg keine Kriminalität. Entsprechend droht der Kahlschlag, der in Form der hübschen Dienstaufseherin Jessica Lindtblatt (Eva Röse) aus der großen Hauptstadt auf den Plan tritt. Die an amerikanischer TV-Actionware geschulten Polizisten beschließen dieser vermeintlichen politischen Unverfrorenheit mit eigenwilligen Mitteln entgegenzutreten. Wo es kein Verbrechen gibt, muss man eben nachhelfen.
Kops sorgt mit dieser einfach strukturierten Geschichte für eine ideale Ausgangsposition, um allerhand Vergnügliches auf der Leinwand zu entfalten. Wie schon bei Jalla! Jalla! überzeugen die erfrischenden Dialoge und eine erstklassige Darstellerriege, die mit ihren frisch gebügelten Polis-Uniformen zwischen Häkelarbeiten in der Warteschleife und herbeigeträumten S.W.A.T.-Einsätzen in bester Macho-Manier changieren. Das frappierende an dem Film ist jedoch die Nähe zum Zeitgeist rationalisierender Hau-Ruck-Politik und es ist in der Tat verwunderlich, dass bislang niemand auf die Idee kam, sich in vergleichbar ironischer Weise dieser Thematik zu nähern.
In der Hauptrolle glänzt übrigens Regisseur Josef Fares Bruder, Fares Fares, der tatsächlich nicht nur so heißt, sondern auch so aussieht. Erst durch sein ausdrucksstarkes Gesicht wird aus der hübschen Komödie eine tragikomische Geschichte. Schwer vorstellbar, dass das geplante Hollywood-Remake mit Adam Sandler in der Hauptrolle einen ähnlichen Spagat zu leisten im Stande ist. --Thomas Reuthebuch
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Blickpunkt:
Charme und Witz entwickelt 'Kops' vor allem in der Etablierung der beschaulich ereignislosen Wirklichkeit und der Kontrastierung mit der actionreichen Fantasiewelt, in die sich einer der Cops, beseelt von den Träumen Hollywoods, regelmäßig flüchtet. In der schwedischen Provinzmetropole Högsboträsk, die eine motivierte Schnecke durchaus in einem Tag durchqueren kann, gibt es vier Polizisten, zwei Streifenwagen, aber kein Verbrechen. In den arbeitsintensiven Dienststunden halten die Cops durch Pokern mit rüstigen Rentnerinnen Kontakt zum Volk, geben entlaufenen Kühen Orientierungshilfe oder warten auf den großen Coup einer Geschwindigkeitsübertretung, der dann doch wieder nur unerfüllte Hoffnung bleibt.
Mit leisem Humor führt das Drehbuch von Josef Fares und seinen Koautoren in dieses Actionmilieu ein und lässt dann zwei Figuren in den Mittelpunkt treten. Romantik bringt Cop Jacob (Fares Fares) und seine denkwürdigen Eroberungsstrategien beim Blind Date ein, Exzentrik sein Kollege Benny, der nach Dienstschluss gerne häkelt, bei der Arbeit aber so entschlossen vorgeht, wie es Hollywood-Idole ihm vorgelebt haben. Bennys 'Matrix'-Fantasie, die ihn Kugeln in Bullet-Time austanzen lässt, ist ein frühes Highlight dieser Komödie, die von kleinen komischen Vignetten wie dieser lebt, aber das Potenzial ihrer Grundidee nicht ganz auszunutzen versteht. Denn mit der Ankunft einer Polizistin vom Hauptquartier, die die Schließung der Dienststelle ankündigt, tritt der Film in eine Phase mit vielen humoristischen Möglichkeiten ein. Nun nämlich produzieren die Cops in konzertierter Aktion Verbrechen, um ihren Arbeitsplatz zu sichern. Dabei ist die Rekrutierung des örtlichen Trinkers zum verordneten Ladendiebstahl ein absurd-komischer Einfall, dem danach nichts Gleichwertiges mehr folgen will.
Stattdessen verlässt die bis dahin ausgewogene Komödie ihre Bodenhaftung, überdehnt die Glaubwürdigkeit mit einer Geiselnahme, in der Fares seine Actionträume ausleben kann, und flüchtet sich schließlich in einen Humor, den man von den Farrelly-, nicht aber den Fares-Brüdern erwartet hätte. So hat man nach 90 Minuten den Eindruck, dass diese liebenswert-amüsante schwedische Antwort auf 'Supertroopers- Die Superbullen' unter ihren lakonisch-absurden Möglichkeiten geblieben ist. kob.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Plötzlich eskalieren jedoch die Ereignisse. Ein Tante-Emma-Laden wird überfallen, die örtliche Würstchen-Bude wird abgefackelt und sogar eine Geiselnahme mischt urplötzlich die Kriminalistik auf. Was ist nur auf einmal los in Högsboträsk? Wer steckt hinter all diesen Taten? Die Kops nehmen natürlich die Ermittlungen auf - mehr oder weniger...