Aus der Amazon.de-Redaktion
Im Augenblick einer schlimmen Kopfschmerzattacke wird normalerweise niemand in einem Buch nach Abhilfe stöbern. Dazu ist man im Ernstfall gar nicht in der Lage. Daher richtet sich
Kopfschmerzen, verfasst von der Neurologin Astrid Gendolla und der Medizinjournalistin Julia Pross, in erster Linie weniger an Menschen, die einmal im Jahr unter Kopfschmerzen leiden, als an chronische Fälle. Dabei werfen die Autorinnen nicht mit simplen Tipps um sich, die nur falsche Hoffnungen machen, sondern bleiben auf dem Boden der Tatsachen.
"Eine vollständige Heilung ist bei den meisten Kopfschmerzformen bis heute leider nicht möglich", geben Sie zu, bauen den betroffenen Leser aber nach und nach mit kompetenten Hilfestellungen wieder auf. Diese reichen von der Erläuterung verschiedener Kopfschmerzformen bis hin zur äußerst wichtigen Vorbereitung auf den Arztbesuch; damit dieser bei dem schwer zu beschreibenden Phänomen Kopfschmerz anhand differenzierter Schilderungen auch genau erkennt, worunter der Patient denn nun konkret leidet. Die Autorinnen beschreiben selbst häufig unerkannte Krankheiten, wie etwa den Kopfschmerz, der ausgerechnet durch Schmerzmittelkonsum hervorgerufen wird. Der leider etwas zu knappe Überblick über Behandlungsformen reicht von Akupunktur bis Kneipp und ist dabei für eine Schulmedizinerin bemerkenswert ausgewogen formuliert.
Die letzten 20 Seiten des Buches nennen sich "Service-Center". Dort findet man eine Zusammenfassung der wichtigsten Themen sowie schnell verfügbare Übungen und Selbsthilfemaßnahmen. Selbst mit schmerzendem Schädel fände man sich hier zurecht. So lohnt sich wahrscheinlich auch bei akutem Kopfschmerz ein Blick in dieses hervorragend strukturierte Buch. --Falko Blask