...und hört zu, was ich Euch zu erzählen habe." Mit dieser Erzählstimme, die im Original von Gabriel Byrne gesprochen wird, beginnt -Kopfgeld Perriers Bounty-. Das ist äußerst vielversprechend und der Erzähler wird uns auch während der nächsten 86 Minuten begleiten. Ian Fitzgibbons Film entwickelt sich in dieser Zeit zu einer Art Verfolgungsjagd-Roadmovie, bei dem, das ist jedenfalls meine Meinung, der Funke niemals so richtig auf den Zuschauer überspringt. Dabei ist der Plot wirklich rasant, schräg und gut, aber -Kopfgeld- wirkt nicht wie aus einem Stück, kommt eher in Versatzstücken daher und reißt den Zuschauer dabei nicht richtig vom Hocker. Es ist schwer zu beschreiben, aber als größten Farbtupfer der Produktion empfand ich Cillian Murphys leuchtend blaue Augen.
Michael McCrae(Cillian Murphy) hat Probleme. Er schuldet Darren Perrier(Brendon Gleeson) Geld. Und jeder weiß: Wenn Du Darren nicht bezahlst, werden dir die Knochen gebrochen. So erscheinen zwei von Darrens Schlägern und machen Michael die Hölle heiß. Der will zwar zahlen, kriegt das Geld aber nicht zusammen. Als seine Beine dann ernsthaft in Gefahr sind, mischt sich Michaels Nachbarin Brenda(Jodie Whittaker) ein. Leicht angesäuselt, voller Probleme, da ihr Mann sie betrügt, hat sie sich Michaels Pistole geschnappt, um sich umzubringen. Jetzt nutzt sie das Schießeisen, um einen von Darrens Schlägern zu erschießen. Das macht Michaels Lage nicht einfacher. Dass dann auch noch sein verrückter Vater Jim(Jim Broadbent) auftaucht und Michael eröffnet, dass er bald sterben wird, kann auch eher als Handicap gewertet werden. Da Darrens Rache sicher fürchterlich wird, macht sich das seltsame Trio auf die Flucht. Dabei wartet vom Beseitigen einer Leiche bis zum Beschaffen von Geld jede Menge Arbeit auf Cillian und seine Begleiter...
Die Story von -Kopfgeld- ist nicht wirklich neu. Die Geschichte vom liebenswerten Loser, der sich gegen ganze Horden von Ganoven durchsetzen muss, ist im Filmgeschäft schon fast archetypisch. Ian Fitzgibbon hat sich Mühe gegeben, die Hetzjagd ums Geld gefällig in Szene zu setzen. Richtig gelungen ist das in allen Bereichen nicht. Die Charatkere sind gut besetzt, vor allem Jim Broadbent spielt den spleenigen Jim mit Witz und Charme. Fitzgibbon arbeitet so ziemlich alle Klischees des "örtlichen Gangsterbosses samt Schlägertruppe" ab und sorgt dafür, dass sein Held Michael ordentlich durch die Mangel gedreht wird. Dabei verströmt -Kopfgeld- jedoch nie den Flair berühmter Vorgänger.
Mein Fazit: -Kopfgeld- ist ordentliche Filmkost für Freunde von Gangsterfilmen oder Fans von Gleeson, Murphy und Co. Der Film wird mit Sicherheit keinen Kultstatus erlangen oder könnte Ansprüche auf ein Stück ganz besonders gelungener Filmkunst erheben. Aber: Das ist natürlich wieder mal meine kleine, ganz persönliche, Einzelmeinung. Sie können und dürfen das völlig anders sehen. Probieren sie ihr Glück. Ich habe mich vor der heimischen Glotze jedenfalls schon wesentlich besser unterhalten lassen.