Je mehr ich von diesem Autor lese, umso mehr gefällt er mir. Denn es gibt keinen genialeren Wortakrobaten und Worterfinder als Zaimoglu.
Dieses Buch nun ist eine Sammlung aus Erzählungen, Kolumnen und fiktiven Interviews. Es sind Beiträge u.a. aus der Frankfurter Rundschau, dem Zeit-Magazin und dem Spiegel-Reporter. Die ältesten Kolumnen sind aus dem Jahr 1999. Zudem beinhaltet das Buch zwei Erstveröffentlichungen.
Zaimoglu zieht besonders in seinen fiktiven Interviews über die deutsche Gesellschaft her. Er entlarvt ihre Engstirnigkeit, Intoleranz und Doppelmoral. Diese Entlarvung erfolgt aus sehr humorvolle Art und Weise.
Zusätzlich ruft er der deutschen Gesellschaft aber ebenso stark der zweiten und dritten Generation der türkischen Immigranten, die Situation der Gastarbeiter, der Erst-Zuwanderer ins Gedächtnis : mit welcher Unwürde und Intoleranz sie behandelt wurden und ihre Wehrlosigkeit, weil Sprachlosigkeit wegen der Unkenntnis der deutsche Sprache ausgenutzt wurde. Dieses Thema kommt in einer vorwort-ähnlichen Einleitung zur Sprache, die die Immigrationgeschichte der Familie Zaimoglu beschreibt.
Für alle, die eine Einstiegslektüre in das Werk von Zaimoglu suchen, ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Und für alle anderen auch.