Man hat den Eindruck, dass Nathalie (Cameron Diaz) etwas zu jung und naiv und noch sehr hilflos und deshalb bei allen Anforderungen verwirrt ins Leben geschubst worden ist - zumindest bildet sie mit dem ausgebufften um viele Jahre älteren Richter (Harvey Keitel) ein sehr ungleiches Paar im Film "Kopf über Wasser", "Head Above Water", "Hodet over vannet" - letzteres der Titel des norwegischen Originals. Als Nathalies Ex-Freund ihr nachreist auf jene Insel vor Maine, auf der sie mit ihrem etablierten, etwas giftigen, schon allmählich vom Hexenschuss geplagten Ehemann einen Erholungsurlaub angefangen hat, wird die Sache schnell kompliziert, weil der junge Besucher schneller tot ist als man wünscht. Man kann sich keinen stärkeren Kontrast vorstellen als den zwischen der herrlichen Landschaft und dem wunderbar eingerichteten Haus mit Blick aufs Meer und einem Pavillon auf einer Aussichtsklippe einerseits, und dem horrenden Stress, der sich entfaltet bei dem Problem der Leichen-Beseitigung. Nebenbei möchte man natürlich gern auch noch herausfinden, wer den jungen Mann eigentlich auf dem Gewissen hat. Als dritter im Bunde taucht noch der hilfreiche junge Nachbar auf (Billy Zane). Wie im richtigen Leben, wo Cameron (geboren 1972) schon mit 16 ihr Elternhaus verließ, um in Japan und sonstwo als Fotomodel für ihr Einkommen zu sorgen, und wo selbstverständlich auch mehrere Männer um ihre Gunst buhlten, so zum Beispiel Matt Dillon oder der Hollywood-Produzent Carlos de la Torre, der Schauspieler Jared Leto oder neuerdings der Sänger Justin Timberlake, so ist die smarte Blonde mit dem Haargel-Effekt auch im Filmstreifen umkreist von Bewerbern, die sich (gottseidank anders als im richtigen Leben) in dieser schwarzen Komödie mehrmals elend nach dem Leben trachten. Mit Gift in harmlosen Whiskey- und Aqua-Minerale-Flaschen wird hantiert, mit Messern und Fesseln und Gewehren, ja Füße oder komplette (bzw. zerstückelte) Leichen werden einbetoniert - und weil alles so absurd übertrieben ist, kommt man aus dem Lachen wie bei einem Monty-Python-Movie nicht heraus. Das ist wohl auch jene Atmosphäre, die Cameron Diaz am liebsten um sich versprüht. Ähnlich macht sie das in den Komödien "Verrückt nach Mary", "Die Maske", "Super süß und super sexy" oder "Very Bad Things". Vielleicht schielt sie da auch ein bisschen nach dem Image, das ihre erfolgreiche ebenfalls blonde Kollegin Goldie Hawn aufgebaut hat. Mit ihrem stets erschrockenen, unnachahmlich hilflosen Blick ist Cameron Diaz aber in diesem Machwerkchen, in welchem sie selbst in den aussichtslosesten Situationen dennoch den Kopf immer wieder über Wasser bringt (selbst mit einem Zementbottich am Bein) ganz sicher von keiner Schauspielerin so leicht zu toppen ...