Um eines vorwegzunehmen: dieses Album ist echt ein Hammer und schon jetzt eines meiner Top-Alben 2010! Vom ersten Hören an versteht es Xavier Rudd den Zuhören in seinen Bann zu ziehen und nicht mehr los zu lassen. Ich bin ein Fan seit dem Album "White Moth" und dachte, dass ihm damit auch das Meisterwerk seine Karriere gelungen ist - bis ich durch "Koonyum Sun" eines Besseren belehrt wurde. Die Songs en detail:
- Sky to ground: ruhiger Anfang und dann eine Reggea-artige Explosion mit einem Refrain der Extraklasse. Die Rhythmus-orientiertheit, der einen nicht mehr loslassende luftige Groove der gesamten Platte wird hier eingeführt. 9.5/10
- Set me free: perfekt arrangierte Begleitung der verzerrten Gitarre zu einem Refrain, der seinesgleichen sucht. Rhythmisch, rockig, funky - einer der besten des Albums! 10/10
- Fresh green freedom: der zweite Reggea-artige Song des Albums, wieder mit toller Rhthmik und guter Gesangsline, ein Summer-Song 8/10
- The reasons we were blessed: nur 1:45 Minuten, aber die habens wirlich in sich. Ein a cappella-Stück, das mich vom Stil her an Tracy Chapman erinnert, afrikanisch klingende, harmonische Background-Stimmen und eine wunderbar inszenierte Gesangsline. Gratulation! 10/10
- Love comes and goes: nur Gesang und Akustik-Gitarre benötigt dieser Song, um seine Wirkung voll zu entfalten. Hier stimmt wirklich alles: wunderbar komponiert, gesungen und interpretiert. 10/10
- Soften the blow: der erste mystische Song in Moll. Eine Stärke von Xavier Rudd, die einen klaren Kontrapunkt zur sonst sehr fröhlichen Musik darstellt und so das Album vom Gesamteindruck her auf ein noch höheres Level bringt. Zieht einen förmlich in seinen Bann 10/10
- Koonyum sun: Rudd bleibt mystisch, doch dieser Song erreicht nicht ganz die Klasse des Vorgängers, da er im Verlauf ein wenig eintönig geraten ist. 8/10
- Time to smile: ein weiterer Höhepunkt des Albums. Folk trifft Rhythmus und afrikanische Chöre: Super Song, toller Text, ein Volltreffer 10/10
- Woman dreaming: wieder Mystik, wird mit jedem Hören besser. Der wohl sperrigste Song der Platte, doch gerade deshalb wichtig und abwechslungsreich für den Gesamtkontext. 9/10
- Breeze: eigentlich mein Favorit. So eine schöne Melodie macht süchtig - ruhig und träumerisch, doch trotzdem rhythmisch arrangiert. Für solche Songs würden andere, weitaus bekanntere und erfolgreichere Bands, töten... 10/10
- Yandi: Meiner Meinung nach der einzige Füller - sicherlich gut gemachter Reggae, aber ein eher durchschnittlicher Song. Das fällt wohl aber nur auf, da der Rest der bisherigen Songs zum größten Teil überirdisch war... 6/10
- Bleed: geniale Background-Versatzstücke (einer Gastsängerin) im Refrain. Wieder ein mystischer Song, gut gemacht 8.5/10
- Badimo: ein langes Intro mit eigenartigen Gesangstönen (irgendein Tribe-Stück, hier kommt nun die World-Music zu Tage), mündet in einen guten Song mit tollem Ending. 9/10
Die Einzelwertungen machen es deutlich: hier liefert Xavier Rudd "sein" und "ein" Meisterwerk ab. Wer dachte, seine bisherigen Platten sind schon High-End, muss seine Skala nach oben hin erweitern. Nach dem eher durchwachsenen Vorgänger "Dark shades of blue" (der trotzdem durchaus seine Momente hatte!) trifft der Australier hier voll ins Schwarze. Besonders hervorzuheben ist auch seine Band (Bass und Drums), die ihn auf diesem Album wirklich beflügelt und mit eindrucksvoller Rhythmus-Arbeit, seine Songs perfekt unterstützt und so einen wichtigen Aspekt zum Gesamtsound beiträgt. Hoffentlich macht diese Combo in dieser Konstellation noch lange Musik.