Loe Beerens spricht von Grabenordnern die jedes Gesicht kennen, davon wie schnell man aus dem Graben entfernt wird, nur weil man die "falsche" Ausrüstung hat und davon, dass man es möglichst vermeiden soll, andere Fotografen zu behindern oder das Publikum zu stören. Außerdem hätten Fotografen für/von Webseiten schlechtere Akkreditierungschancen.
Das mag ja durchaus alles mal so zugetroffen haben. Schließlich hat auch das Internet irgendwann einmal angefangen. Doch die heutige Praxis sieht vollkommen anders aus. Onlinefotografen aller Orten: auf Konzerten, Festivals und PKs. Denn noch immer gilt der alte Ausspruch: Any promotion is good promotion! Hinzu kommt, dass sich oft die lieben Kollegen selbst am nächsten sind. Will sagen: wer sich zuerst breit macht, macht die besten Fotos. Und: wenn öffentlich-rechtlich auf dem Pass steht, heißt es Vorsicht vor Ellenbogen!
Das man mit einer Handykamera nicht in einen Fotograben gehört - geschenkt. Doch gibt es heutzutage auch einige brauchbare Pocketkameras, mit denen man (teilweise) ordentliche Fotos hinbekommt.
Wie man sich "richtig" akkreditiert erfährt man im Grunde auch in diesem Buch nicht. Fast jeder Veranstalter hat eigene Regeln. Doch dass man als Hobbyfotograf praktisch keine Chancen hat, dürfte wohl so ziemlich jedem klar sein.
Loe Beerens hat in den meisten Fällen leider nur Standardtipps im Angebot, wie z.B. Hinweise auf die beste Perspektive. Er selbst meint, er müsse keine Hinweise zu Kameraeinstellungen oder technischen Gerät geben, da dies Grundkenntnisse eines jeden Fotografen wären. Ich finde jedoch, dass gerade die Tipps zur Perspektive zum Grundwissen gehören und so ein Buch durch Ratschläge zu den Einstellungen, technischem Gerät etc. wesentlich gewinnen würde. Deshalb ist dieses Buch im Grunde völlig überflüssig.
Was das Buch dennoch bietet, sind schöne Konzertfotos.