Vivaldi länger hören, kann zu einer gewissen Ermüdung führen,auch wenn man nicht das böse Wort von Stravinskij beherzigt, wer ein Konzert kennt, kennt sie alle.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Rezeption dieses Komponisten sehr gewandelt.Harnoncourt war einer der frühen Wegbereiter,viele folgten ihm nach, u.a.auch Andrea Marcon. Sein Credo."Die Musik Vivaldis sieht in der Partitur nicht so interessant aus. Aber wenn man sie zu interpretieren versteht, dann glänzt diese Musik. Der Interpret ist bei Vivaldi viel wichtiger als bei Bach. Bei Bach ist er eine Art Mittler, er muss nur die Musik weitergeben. Auch wenn man Bach schlecht spielt, bleibt die Musik groß, weil sie so unglaublich viel Substanz hat. Vivaldi dagegen ist zerbrechlich. Genau wie Venedig. Sie haben immer den Eindruck: Mein Gott, wie kann diese Stadt auf den Beinen stehen? Mit der Musik ist es genauso. Und auch mit der veneziani-schen Malerei. Das ist fast transparent, so fragil, fast aus dem Nichts gemacht. Darin liegt die Kunst, aus einem Nichts ein Konzert zu machen."
Dementsprechend sorgsam ist er mit Vivaldi.
Das Ereignis sind die allerdings die Solisten. Fast vergisst man, dass hier Vivaldi gespielt wird. Mit einer unglaubliche Spielfreude,Lust an Virtuosität musizieren die beiden. Entsprechend euphorisch die Kritik.
"Nur wird man kaum so mitreißende Interpretationen finden wie auf dieser CD. Es ist, als hörte man einer geistvollen Unterhaltung zu. Solche Gespräche lassen niemanden unbeeindruckt, weder Mullova und Carmignola, noch die Hörer. Zusammen mit dem gewohnt feurig begleitenden Venice Baroque Orchestra und Andrea Marcon ist hier eine überaus gelungene Vivaldi-Interpretation zu feiern. Glückwunsch." so Raliza Nikolov.
Diese Aufnahme gehört zu den absoluten Spitzenaufnahmen eines inzwischen ja fast riesig zu nennenden CD-Repertoires von Werken Vivaldis.