Kurzbeschreibung
"Romantische Rockmusik nennen sie ihre Sache zwischen Gartenlaube und Synthesizer und verzichten auf ohnehin gequälte Vergleiche mit ihren Kollegen", erklärte ein Pressetext, den die Plattenfirma 'Metronome' im Januar 1978 an deutsche Journalisten und Konzertveranstalter verschickte, das Phänomen Novalis. "Musikalische Koordinaten wie 5 Grad 7 Minuten Wagnerisches und 40 Takt 7 Akkorde Improvisation, Phonstärke mittel, rockdrehend in Richtung Erfolg mögen sie mit ein paar anderen Musikanten in die gleiche Fahrrinne bringen. Was Novalis und ihre Musik einzigartig macht, lässt sich in Daten nicht fassen. Man kann es aber erleben und hören." Geradezu salbungsvolle Worte zu einem Album, das in der Tat die einzigartige Musik der Band erleb- und hörbar machte: Konzerte, die erste Live-LP der Band, die sich nach Veröffentlichung im Sommer 1977 innerhalb weniger Monate weit mehr als 50.000 Mal verkaufte.
Bedenken seiner Bandkollegen hinsichtlich eines unzureichenden Equipments für den Mitschnitt von "Konzerte" - ein Soundcraft 24-Kanal-Mischpult und eine vierspurige Revox A 700 Bandmaschine - konnte Biereichel ausräumen. Zwei Tonsignale direkt aus dem Mischpult und zwei Raummikrophone im Saal sorgten für ein in jeder Hinsicht ungeschminktes, ehrliches Album, in dessen Mittelpunkt Bandklassiker wie 'Es färbte sich die Wiese grün', 'Wer Schmetterlinge lachen hört' oder 'Sommerabend' stehen. Biereichel: "Die Aufnahmen waren technisch zwar ziemlich roh, aber sehr authentisch. Die Songs auf Konzerte gingen einfach besser ab als in den Studiofassungen." Gemischt wurde das nach sorgfältiger Sichtung ausgewählte Material übrigens im renommierten Tonstudio von Conny Plank. Zusätzlich zur LP-Version gibt es auf dieser CD bislang unveröffentlichtes Bonusmaterial: Die Stücke 'Irgendwo, Irgendwann', 'Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren' und 'Astralis' stammen vom Konzert im Dezember 1978 im Winterhuder Fährhaus.
Ein kleiner Hinweis auf der Rückseite des Albumcovers offenbart allerdings ein technisches Missgeschick, das der Band bei den Aufnahmen widerfuhr. "Ein Keyboardkabel war falsch gelötet, sodass es zur Phasenauslöschung kam", erinnert sich Biereichel. "Dieses wiederum führte dazu, dass beim Anhören in Mono die Keyboards nicht im richtigen Lautstärkeverhältnis zu hören waren. Mit der neu gemasterten Version des Albums wird der Fehler jedoch nun behoben."