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Kontrapunkt: Roman
 
 
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Kontrapunkt: Roman [Gebundene Ausgabe]

Anna Enquist , Hanni Ehlers
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (18. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630872824
  • ISBN-13: 978-3630872827
  • Originaltitel: Contrapunt
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 48.039 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Anna Enquist
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Anna Enquist erweist sich als wahre Meisterin im Kontrapunkt, in Polyphonie, in der Verknüpfung vieler gleichberechtigter Stimmen. (...) Ein geistiger Abenteuer- und grandioser Liebesroman." (Elmar Krekeler / Die Welt )

"Eine große Erzählung vom Leben und der Musik, deren beider Auftakt immer auch schon das Ende birgt." (Claudia Voigt / KulturSPIEGEL )

"Noch nie hatte eine Autorin so konsequent, stimmig und bravourös die Symbiose von Gedanken, Gefühlen, Worten und Tönen zu einem Gesamtkunstwerk gefügt." (Bayern 2, Diwan )

Kurzbeschreibung

Hörte sie nicht den Schmerz in dieser schlichten Melodie?

Eine Mutter will die Erinnerung an ihre tragisch verstorbene Tochter lebendig erhalten. Sie stemmt sich gegen die verstreichende Zeit – und verzweifelt fast daran. Erst als sie, die ausgebildete Pianistin, wieder beginnt, Bachs Goldberg-Variationen am Klavier einzustudieren, erkennt sie, dass ihr die intensive Auseinandersetzung mit der Musik eine Brücke zu ihrer Tochter sein kann.

Nichts ist schmerzlicher als der Verlust eines geliebten Menschen. Und nichts ist schrecklicher als das allmähliche Verblassen der Erinnerung an ihn. Nach dem tragischen Tod ihrer Tochter will sich die Mutter nicht damit abfinden, dass ihr die verstreichende Zeit die Erinnerungen nimmt oder verfälscht, dass sie mit der Vergangenheit abschließen und in die Zukunft blicken soll. Nein, sie will die Vergangenheit, in allen Einzelheiten will sie ihre geliebte Tochter sehen, lebendig, als Baby, als Mädchen, als junge Frau.

Dann nimmt sie sich zum ersten Mal seit ihrer Zeit am Konservatorium die Goldberg-Variationen von Bach wieder vor, kauft Partituren, schreibt Fingersätze, beschäftigt sich mit Bachs Leben. Spielt und interpretiert. Dreißig Variationen, eine Aria am Anfang und am Schluss. Und das Wunder geschieht: Die Harmonie, die Vielstimmigkeit, die verschiedenen Formen und Klänge von Bachs Musik evozieren und begleiten Szenen aus dem Leben mit ihrer Tochter, von der Geburt bis zum Studienabschlussfest, Familienferien zu viert mit Mann und Sohn, Meinungsverschiedenheiten und Augenblicke größter Nähe. Selten wurden bisher so intensiv und klar Leben und Musik in eins gesetzt, und selten berührte ein Buch so tief.


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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Musik der Erinnerung 9. Oktober 2008
Von Daniela Möhrke TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In "Kontrapunkt" erzählt Anna Enquist die Geschichte einer Mutter, deren Tochter bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt und die nun große Angst vor der Zukunft und dem damit verbundenen Verblassen der Erinnerungen an ihre Tochter hat.
Sie versucht sich mit aller Macht an die Vergangenheit zu klammern und das Leben um sich herum nimmt sie kaum mehr wahr. Erst indem sie erneut beginnt die Goldberg-Variationen von Bach einzustudieren, kann sie sich intensiv an das Vergangene erinnern und nochmals ihr Leben mit ihrer Tochter Revue passieren lassen.
Gekonnt webt Anna Enquist dabei ein feines Netz aus Sprache, Erinnerungen und Musik.

Mit jedem Ausschnitt der Variationen sind hier nun bestimmte Erinnerungen verbunden. Ein Kapitel widmet sich immer einer Variatio bzw. der Aria als erstes Kapitel und der Aria da capo als letztes Kapitel.
Besonders interessant dabei ist auch, dass Bach selbst die Goldberg-Variationen komponierte, nachdem sein Sohn Bernhard bereits sehr früh verstarb. Nur so gelang es ihm nicht verrückt zu werden.
Die Geschichte ist somit auch ein Gleichnis von Bachs Leben und dem der Mutter. Allgemein erfährt man im Buch viel Interessantes über Bachs privates Leben - nicht nur sein Werk spielt hier folglich eine Rolle.

Wichtig für das Verständnis des Buches ist es allerdings gewisse Kenntnisse der Musiktheorie und Notenlehre zu haben, da viele Fachbegriffe auftauchen. Einfache Notenkenntnisse reichen meines Erachtens nicht aus oder zumindest geht einem dadurch ein entscheidender Teil des Kontextes verloren. Denn schließlich ist die Einheit aus Musik und Gefühl bei diesem Buch ja der Kern um den sich alles dreht.

Fazit: Ein hervorragendes und gut durchdachtes Buch, das wirklich toll aufgebaut ist und es somit schafft den Leser in den Bann der Geschichte und der Musik zu ziehen. Es zeigt deutlich, wie bedeutsam Musik für einen Menschen sein kann und was er damit alles verbinden kann.
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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zerrissene Verbindungen 27. August 2008
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Musik setzt im Chaos die Ordnung instand, namentlich die Beziehung des Menschen zur Zeit." Diese Aussage des russisch-französisch-US-amerikanischen Komponisten Igor Strawinsky kann als Leitmotiv über dem neuen, tief beeindruckenden Roman der 1945 in Amsterdam geborenen Anna Enquist stehen. Denn mit Musik versucht die Autorin den Verlust eines Menschen aufzuarbeiten: den Tod ihrer Tochter.
Ihre Profession kommt ihr dabei sehr zu Gute - die Niederländerin ist ausgebildete Konzertpianistin und arbeitete lange Jahre als Psychoanalytikerin.

Mit der Einstudierung der Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach, eines der schwierigsten und einen unglaublich hohen Grad an Virtuosität fordernden Klavierkompositionen, versucht sie, die langsam zu blassen Gemeinplätzen geschrumpften Erinnerung an ihre Tochter wieder neu zu beleben. Durch die Auseinandersetzung mit den dreißig Variationen, die von einer solchen musikalischen Komplexität sind, dass sie einem mehr oder weniger versierten Hörer den Verstand rauben, gleichzeitig aber auch für das Seelenheil eines kranken bzw. leidenden Geistes sorgen können, gelingt es der Protagonistin, eine Brücke zu bauen und letztendlich ihre Erinnerungen zu Papier zu bringen. Der Druck der immer stärker an ihr ziehenden Zukunft wird gemindert und der Vergangenheit die notwendige Nähe gestattet. "Durch das Klavierspiel baute man eine Laufbrücke, einen wackligen Steg, der es zumindest erlaubte, inmitten der Verwüstung umherzugehen und das lädierte Gebiet zu besichtigen."

Wie dies Anna Enquist stilistisch und kompositorisch gelingt, ist großartig und ungemein einfallsreich. Sie hat ihr komplettes Romankonstrukt in das spätbarocke Stück Bachs eingewebt. An den Beginn ihrer einzelnen Kapitel stellt sie die jeweiligen Satzüberschriften des Originalwerks sowie die ersten Takte. Den nachfolgenden Text verknüpft sie virtuos zu einer Melange aus persönlichen Reminiszenzen, Stückinterpretationen sowie biografischen Einflechtungen aus dem Leben Johann Sebastian Bachs. Hierbei lässt sie ihren auktorialen Erzähler von "der Frau" sprechen, wenn sie die Musik analysiert und von "der Mutter" wenn eigene Familienerlebnisse aufflammen.

Ihre Erinnerungen sind kein chronologischer Gedankenfluss, sondern so wie die Bilder in ihrem Kopf auftauchen - angeregt durch die Auseinandersetzung mit Bachs Musik -, lässt sie ihnen freien Lauf. Überraschenderweise entstehen somit grandiose Dualitäten: keine makellose Einstimmigkeit von Melodielinien, sondern eine wechselseitige Auseinander- und wieder Zueinanderbewegung, ein Gespinst einander durchdringender Stimmen, die dennoch Individualität erkennen lassen; ein harmonisches Gewirr, das trotzdem Akkorde bildet.

Sie denkt an die schwere Geburt der Tochter, an Familienurlaube, den ersten Schultag, das bestandene Examen, das enge Verhältnis der beiden Geschwister (es gibt noch einen jüngeren Sohn), an Unfälle, Missgeschicke, besondere Ereignisse oder auch nur alltägliche Erlebnisse einer innigen Mutter-Tochter-Beziehung.
Enquist mischt Bachs und die Töne der Erinnerung virtuos zu einer "sich kontinuierlich fortbewegenden Klangwolke zusammen, in der das Verschiedenartige" verschmilzt und dadurch ein harmonisches Gefüge entsteht.

Der Horizont der immer mehr verblassenden Erlebnisse, der Vergangenheit, wird nach und nach erweitert und liegt letztendlich klar und als komplettes Bild vor ihr. Die Wut weicht einer distanzierten Gelassenheit, "der aufgeregte Herzschlag hatte sich dem besonnenen Tempo angepasst. Das Gemüt hatte sich beruhigt (...) Die Zeit bläst ihren heilenden Atem über die Wunde, die allmählich zu einer Narbe verwachsen wird." Bachs Musik hat ihr wieder Leben eingehaucht und den Mut gegeben, Zuflucht zur Sprache zu finden: "Das Einprägen der Noten und das Entwirren der Melodien hatte ihr lädiertes Hirn in Beschlag genommen. Im Takt der Musik hatte sie jeden Tag für eine Weile unbefangen atmen können. Durch die Hintertür hatte Bach ihr Zugang zu ihrem Gedächtnis verschafft: Jede Variation hatte Erinnerungen an das Kind wachgerufen, die sie in dem Heft notiert hatte."

Zum uneingeschränkten Lesegenuss trägt gleichfalls die herausragend einfühlsame und stilsichere Übersetzung durch Hanni Ehlers bei, die schon seit fast zwanzig Jahren Literatur aus dem Niederländischen für das deutschsprachige Publikum zugängig macht und auf ein großes Übersetzungsoeuvre zurückblicken kann. Neben Werken Connie Palmen, Nelleke Noordervliet und Leon de Winter, übersetzte sie zum Beispiel auch Anna Enquists vorangegangen Roman "Letzte Reise".

Fazit:
Anna Enquist gelingt ein kleines Meisterwerk, das den Leser wie in Trance hineingleiten und am Ende beinahe fiebrig und nur schwer wieder auftauchen lässt. Noch lange nach dem Zuschlagen der letzten Seite ist man gefangen und emotional bewegt. Ohne überbordende Empathie verarbeitet sie die Tragödie ihrer Familie mit alltäglichen - mal heiteren, mal traurigen - Erinnerungen aus der Vergangenheit und der Auseinandersetzung mit Musik.
Gleichzeitig führt sie auf unglaublich faszinierende und einfühlsame Weise an ein beeindruckendes Werk - die Goldberg-Variationen - und vor allem seinen grandiosen Schöpfer - Johann Sebastian Bach - heran.
Eine Empfehlung, dieses Buch ein zweites Mal, dann jedoch unbedingt gemeinsam mit der unglaublichen Intensität der Goldberg-Variationen zu "fühlen", wird unbedingt gegeben.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schmerzlich schön 17. Oktober 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Immer wieder ist man erstaunt, wie in allen Künsten - Musik, Malerei, Literatur - Schmerz zu Schönheit gewandelt werden kann. Anna Enquist hat den Tod ihrer Tochter bereits einmal in einem (auf deutsch nicht erhältlichen) Gedichtband "De tussentijd" (Die Zwischenzeit) zu verstehen versucht.
Nun ist ihr mit "Kontrapunkt" (Contrapunt - fast zeitgleich auf deutsch und niederländisch erschienen) ein großartiges Stück Prosa gelungen.
Sie lässt alle Figuren namenlos und hebt sie so aus dem Persönlichen heraus. Eine Frau versucht, durch Einübung der Goldberg-Variationen von Bach die Erinnerung an ihre verunglückte Tochter nicht zu verlieren. Jedem Teil dieser Goldberg-Variationen ist ein Lebenskapitel zugeordnet. Was leicht zu einem kalten Konstrukt hätte werden können, wird von Anna Enquist gekonnt mit nahezu leichter Hand zu einem Lebenspanorama komponiert. Man versteht zugleich, wie Musik - wie von Bach gewollt - Gefühle bildet, indem sie aus diesen schöpft und neue bewirkt. Ein ganz großes literarisches Werk steht vor uns, menschlich und meisterhaft.
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Betroffen
Anna Enquist ist mir mit ihrem Roman über Elisabeth, die Frau von Captain James Cook aufgefallen. Es ist eines der besten historischen Werke, die ich kenne. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Autor66 veröffentlicht
Der Trost der Musik
Mit "Kontrapunkt" ist Anna Enquist ein kleines, sehr berührendes Meisterwerk gelungen. Für mich war es der erste Roman, den ich von dieser niederländischen Autorin... Lesen Sie weiter...
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Der Leser könnte scheitern
Die 1945 geborene Niederländerin Anna Widlund-Broer wurde in Den Haag als Konzertpianistin ausgebildet, arbeitete aber viele Jahre als Psychotherapeutin, bevor sie im Alter... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. April 2010 von jury
Hervorragend, mit Tiefgang.
Dieses Buch hat mich tief berührt. Zunächst scheint es in 2 Ebenen geschrieben zu sein: Das einstudieren u. analysieren der Goldberg-Variationen von J.S. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Juni 2009 von gigunelsa
großartiger Roman
Freilicht profitiert man von diesem wunderschönen Buch mehr,wenn man Grundkenntnisse in Musik hat,aber auch für den musikalischen Laien gibt der Roman ein ergreifendes... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Februar 2009 von kreisleriana
Bach vs. Enquist
Anna Enquist beschreibt sprachlich grandios und mit interessantem Aufbau ein tragisches Ereignis, das zwar in der Tat zu den tragischten gehört, das einem Menschen passieren... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Januar 2009 von Binnenleuchtturmwärter
Herzzerreißend meisterhaft.
Am Anfang hab ich nicht geglaubt, dass ich mich an diesem Buch festbeißen kann. Kommt doch viel zusammen, von dem ich eigentlich keine Ahnung habe. Lesen Sie weiter...
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