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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
wirkliche Geschichtsaufarbeitung ist Arbeit,
Von Neuschäfer "Lesenslust" (Erkelenz, Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Konterrevolutionär / Waldemar Pabst - eine deutsche Karriere (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch signalisiert von der ersten bis zur letzten Seite, dass Geschichtsaufarbeitung immer mit Arbeit verbunden ist, will sie nicht bloß darstellen oder wiederholen, sondern ergründen und begründen.Dem Autor Klaus Gietinger (es ist nicht sein erstes Buch zum Umfeld Rosa Luxemburgs) gelingt es überzeugend, detailiert und fair, den Aufstieg und die Abgründe eines Deutschen darzustellen, der Unrecht auf sich geladen hat und dennoch jedweder Strafverfolgung entging. Ob der Untertitel "eine deutsche Karriere" unbedingt glücklich ist, mag dahingestellt bleiben. Es geht jedoch tatsächlich um immer wieder vorzufindende Klischees, wie die Karriere eines Deutschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlaufen konnte (nicht musste!). Klaus Gietinger bringt dabei ansprechend zur Sprache, wie Biografie und Politik einander bedingen und prägen. So malt er die Rolle des Elternhauses und die Erlebnisse im 1. Weltkrieg als prägend vor Augen, so dass quasi ein "hardliner" Pabst werden musste. Zugleich wird deutlich gemacht, wie sehr Macht und Hörigkeit eine Rolle spielten, insbesondere bei der Ermordung der Rosa Luxemburg und Karl Liebknechts (dass seine Verehrung noch anhält, konnte man bis 2007 noch daran sehen, dass am Gerichtsgebäude im ostdeutschen Rudolstadt noch immer eine Gedenktafel zu Ehren Karl Liebknechts angebracht war und auch fast zwanzig Jahre nach der Wende kaum einer daran Anstoß hielt!). Manche Bewertungen des Autors wirken nicht immer ganz frei von Pauschalisierungen (z.B. Mehrheits-SPD damals = völkisch); doch sind die sauberen Recherchen durchweg hervorzuheben, die den Autor bis in Archive Moskaus führten. Ein überaus empfehlenswertes Buch für biografisch und historisch interessierte Menschen, die einem unrühmlichen Umgang mit Extremisten auf dem Weg zur Weimarer Republik nachspüren möchten und dabei Argumenten auf die Spur kommen möchten, warum ein Mörder bis zu seinem Tod im Jahre 1970 (89-jährig) nie angeklagt wurde. Überaus empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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