Die "Kontakte" für Elektronik, Klavier und Schlagwerk gehören zu den frühen Kompositionen Stockhausens, in denen er versucht akustische und elektronische Klänge miteinander in Kontakt treten zu lassen. Die Synchronisation der akustischen Instrumente mit den elektronischen Mitteln darf daher als eine besondere Herausvorderung gelten, die von den Interpreten bravourös gelöst wurde.
Ähnlich wie bei "Gesang der Jünglinge" spielt auch in "Kontakte" der Parameter "Raum" eine übergeordnete Rolle. Die Wiedergabe im Konzertsaal erfolgt über vier Lautsprechereinheiten. Bei der vorliegenden Aufnahme ist es Stockhausen gelungen, diese 4-kanalige Wiedergabe im Stereobild anzuordnen. Besonders bei der Wiedergabe über Kopfhörer erscheint die klangliche Räumlichkeit 3-Dimensional.
Die elektronischen Klänge der vorliegenden Aufnahme wurden fast ausschließlich mit Hilfe von Impulsen realisiert. Das geschah in der Regel so, das eine aufgezeichnete Impulsfolge durch Beschleunigung auf eine bestimmte Tonhöhe transformiert wurde. Diese Vorgehensweise bei der Erstellung der elektronischen Klänge machte es denn auch möglich, Klänge zu realisieren, die bis zu dem Entstehungszeitpunkt der Kontakte unerhört waren. So stürzt hier beispielsweise ein Glissandoklang immer weiter in die Tiefe, bis er sich schließlich in einzelnen Impulse auflöst. Dieses klangliche Hörerlebnis, bei dem zwischen den Wahrnehmungsbereichen "Tonhöhe" und "Rhythmus" vermittelt wird, gerät zum akustischen Abenteuer.
Mit "Kontakte" setzte Stockhausen in der Mitte des 20. Jahrhunderts einen Meilenstein in der elektronischen Musik, der bis heute Gültigkeit hat.