Für Konsumentenverhalten interessieren sich vor allem Marketingfachleute. Also Leser, die in Theorie und Praxis lernen, dass mangelndes Anpassungsvermögen irgendwann zum Untergang führt. Das wird auch Volker Trommsdorff erfahren, wenn er sein Buch nicht bald aktualisiert. Zwar schreibt er im Vorwort zur sechsten Auflage, dass er seinen Lesern den neusten Stand der Forschung vermittelt, doch schaut man genauer hin, ist dies definitiv nicht der Fall. Als vor 17 Jahren die Erstauflage erschien, wurden in den Räumen der Hirnforscher gerade die ersten Geräte installiert, die das Wissen von neuronalen Vorgängen revolutionieren sollten. Seither treffen aus der Emotionsforschung fast täglich neue Erkenntnisse ein. Doch davon lesen wir bei Trommsdorff nichts. Oder wenig. Er hält an der Maslow-Pyramide ebenso fest wie am Glauben an den Homo oeconomicus. Er glaubt noch immer an Planbarkeit, an Grafiken, an Ablaufschemata, an traditionelle Marktforschung, an Ursache-Wirkung-Modelle. Er zitiert Studien, die längst überholt sind und beruft sich auf versiegende Quellen.
Mein Fazit: Im Jahre 2004 sei dieses Buch vollständig überarbeitet aktualisiert und erweitert worden. Mag sein. Aber auf die Verarbeitung wirklich neuer und inzwischen überprüfter Erkenntnisse hat man dabei verzichtet. Empfehlen kann ich das Buch daher nur den armen Studenten, deren Prüfungserfolge auch davon abhängen, wie gut sie überholtes Wissen repetieren können.