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lx. Die in Chicago lehrende amerikanische Philosophin Martha C. Nussbaum versteht sich als Vertreterin eines «aufgeklärten» Feminismus. Es sind fünf Merkmale, die so instruiert uns die Denkerin «ihren» Feminismus vom alten (und damit implizit in die Nähe von Fundamentalismus und Fanatismus gerückten) Feminismus unterscheiden: Der neue Feminismus sei «internationalistisch, humanistisch, liberal», und darüber hinaus gehe es ihm, so die letzten zwei Bestimmungskriterien, «um die soziale Prägung von Präferenzen und Wünschen sowie um mitfühlendes Verstehen». Es sind wohl die letzten Punkte, die einer genaueren Erläuterung bedürfen. Gegen den Vorwurf, der Liberalismus kümmere sich nicht um die soziale Gestaltung der Ökonomie, wendet die Philosophin ein, es liesse sich auch der Liberalismus mit feministischen Ansätzen der Geschlechtergerechtigkeit optimieren. Das tönt dann folgendermassen: «Wenn viele wirkliche Männer possessiv und tyrannisch sind, liegt das vielleicht nicht so sehr an unveränderlicher männlicher Aggressivität, sondern daran, dass die Gesellschaft es den Männern gestattet, derartige Einstellungen zu entwickeln und zum Ausdruck zu bringen.» Beim Punkt des mitfühlenden Verstehens plädiert Martha Nussbaum für eine «Verbindung von Kant mit D. H. Lawrence». Das bleibt freilich etwas dunkel. Gemeint ist wohl, dass das moralische Interesse an Mitgefühl und Versöhnlichkeit als allgemeiner kultureller Wert erkannt und nicht weiterhin in die Obliegenheiten der Frauen delegiert werden soll. Das Bändchen ist eine stark gekürzte Fassung von Nussbaums Buch «Sex and Social Justice» (1999).
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