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Pressenotiz zu : Die Zeit, 23.03.2000
Das Mittelalter wird uns zunehmend fremder, beklagt Reinhard Lebe, auch wenn Umberto Eco, die Mainzer Salier-Ausstellung und verschiedene Bücher das ihre versucht haben, Interesse für jene entschwundene Epoche zu wecken. Der Mittelalterhistoriker muß sich `auf meist sprödes und lückenhaftes Quellenmaterial` stützen, zitiert der Rezensent den Autor, eine psychologisch schlüssige, vollwertige Biografie könne daher niemand erwarten. Um so lobenswerter findet es Lebe, daß es dem Autor gelungen ist, "ein mehr als schemenhaftes Porträt-Puzzle Konrad II. herzustellen". Wenn das kein zweifelhaftes Lob ist! Aufgrund der Materialfülle sei die Wolframsche Biografie "keine leichte Lektüre", schreibt Lebe weiter, aber komme "gewandt", wenn nicht gar manchmal salopp daher.
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Kurzbeschreibung
Konrad II. (1024-1039) war der erste hochmittelalterliche Kaiser der drei Reiche Deutschland, Italien und Burgund. Obwohl er scheinbar aus dem Nichts kam, setzte sich der erste Salier in erstaunlich kurzer Zeit gegen alle seine Widersacher durch. Der Speyerer Dom, in dem er und seine Nachfahren beigesetzt sind, hält bis heute die Erinnerung an ihn wach. Herwig Wolfram portraitiert Konrad in seiner Biographie als virtuosen Politiker und entwirft zugleich ein faszinierendes Bild Europas an der Schwelle des zweiten Jahrtausends. Mit Konrad II. beginnt das Jahrhundert der Salier. Unter seiner Herrschaft triumphiert der Reichsgedanke, die "deutsche Kaiserherrlichkeit" erreicht ihren Höhepunkt. Er fügt dem Reichsgebiet Burgund hinzu und wird so der erste Kaiser dreier Reiche. Zugleich hat er die innenpolitischen Grundlagen der kaiserlichen Macht erweitert und auch in der Kirchenpolitik gegenüber Papst, Klerus und Äbten das volle Gewicht seiner Stellung zur Geltung gebracht. Kaum ein anderer Kaiser des Hochmittelalters besitzt diese erstaunliche politische Durchsetzungskraft.
In seiner Biographie Konrads II. lotet Herwig Wolfram die Gründe für den Erfolg des ersten Saliers aus. Der international renommierte Mediävist begreift Konrad als einen fast modern anmutenden Politiker, der die Fähigkeit besaß, sich vorgegebener staatlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen zu bedienen, um die eigene Herrschaft durchzusetzen und die Opposition zu marginalisieren. Konrad und seine Frau Gisela, deren einflußreiche Rolle als engste Ratgeberin des Kaisers Wolfram herausstellt, gewinnen so neue und zugleich vertraute Züge. Mit souveräner Quellenkenntnis und Darstellungskunst erzählt dieses Buch die Geschichte des Kaisers und seiner glanzvollen Epoche.