Als eine Art Auslegeordnung verschiedener Themen aus dem Bereich der Gender-Studies präsentiert sich das «Konkursbuch» mit dem Titel «Gendergame», herausgegeben von Marion Strunk, der Leiterin des Nachdiplomstudiengangs «Gender-Studies in Kunst, Medien und Design» an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. «Körper - Medien - Blicke», «Männlichkeiten» und «go drag!» lauten die etwas traditionell klingenden Untertitel. In der Verbindung von Kunst, Alltag und Theorie liegen die Schnittstellen. Nachdem aber die Thematik des freien Genderspiels und der performativen Subjektinszenierungen bereits etwas in die Jahre gekommen ist, nachdem sich durch die zunehmende Technologisierung der Gesellschaft und die ständige Verlagerung und Wiedereinschreibung bestehender Grenzen in bevölkerungspolitischer Hinsicht einiges verändert oder verschärft hat, erwartete man eine inhaltliche und politische Rekapitulierung und Neupositionierung - und zwar umso mehr, als einige illustre Namen wie Gertrud Koch oder Christina von Braun mit von der Partie sind. Doch eine thesenartige Reflexion über das, was man bisher getan hat, wie man sich mit den Gender-Studies von den bekannten feministischen Positionen absetzt und wie sich die globalen Veränderungen auf ökonomischer und migrationspolitischer Ebene der letzten Jahre auf die Themen auswirken, scheint das Buch nicht leisten zu wollen. Damit allerdings verpasst es, einen radikalen Standort zu beziehen und experimentellen Diskursbeitrag zu liefern. Die Qualität liegt in einzelnen Beiträgen, nicht im Konzept.