Ursprünglich wollte ich nur einen neuen Scanner, der auch unter Linux funktioniert. Da es aber in der Form keine Netzwerkscanner gibt (man will ja zukunftssicher bleiben), bin ich auf ein Multi-Funktionsdrucker gekommen. Ich drucke recht selten, aber wenn ich mal drucke, kann es auch ruhig farbig werden. Da ich keine eingetrockneten Tintentanks mag, sollte es dann gleich ein (für Privatmenschen) bezahlbarer Farblaser sein.
In der engeren Auswahl standen der
Samsung CLX-3175FN und eben der
Konica Minolta Magicolor 1690MF. Bei letzterem lockte die Scan-To-SMB-Funktion besonders, die der Samsung nicht hat. Beim Samsung braucht man eine Client-Software zum Scannen die unter Linux wohl auch nur im Glücksfall rund läuft. Außerdem muss dadurch immer ein PC laufen - direkt auf ein Storagesystem kann man da nicht scannen. Ein Punkt für den Konica.
Die Unterhaltungskosten habe ich anhand der Kartuschenpreise und der angegebenen Seitenzahl ausgerechnet. Der Samsung kommt auf 12,75 Cent pro Farbseite, der Konica auf 13,61 Cent. Nimmt man für den Konica das
Premium Toner Set, fallen die Kosten auf 7,56 Cent pro Farbseite. Wieder ein Punkt für den Konica.
In den restlichen Funktionen sind sich die Geräte sehr ähnlich. Rein optisch hätte mir der Samsung besser gefallen und auch die Geräuschpegel-Angaben sahen beim Samsung entspannender aus. Aber da es mir hauptsächlich um das problemlose Scannen ging, fiel die Wahl auf den Konica.
Das Gerät wurde auf Wunsch einige Tage später versendet, da ich vorher noch unterwegs war. (Danke nochmal, an Jung Bürotechnik!) Nach dem Anschließen erfolgte die Netzwerkkonfiguration über das Display und das habe ich sogar ohne Anleitung hinbekommen. Danach ging es über das Web-Interface weiter (da sollte man allerdings in die Anleitung schauen, wie man da ran kommt). Dort muss man ihm auch die Zielpfade für Scan-to-SMB angeben - direkt live am Gerät kann man die nicht eingeben.
Der erste Druck sah noch etwas matschig aus, da sich der Drucker scheinbar noch kalibriert hat. Alle weiteren Drucke waren in super Qualität. Es kommt zwar nicht an die Fotoqualität von so manchen Tintenstrahlern ran, aber für einen Farblaserdrucker ist das schon sehr ansehnlich. Allerdings macht er während des Drucks gut Lärm, weil die Tonerkartuschen in einer Trommel gelagert sind, die sich dann für jede Farbe weiter dreht - das klackt und klappert etwas. Außerdem ist der Lüfter so angebracht, dass er die Luft durch den Papierausgabeschacht nach hinten zieht, d.h. man sieht den Lüfter sogar, wenn man von vorn auf den Drucker schaut - der "Lärm" wird also in keiner Weise gedämpft. Aber dennoch würde ich nicht sagen, dass der Drucker jetzt besonders laut ist - für einen Farblaser. Mein vorheriger s/w-Laser war nur unmerklich leiser beim Druck.
Beim Scannen dann die große Enttäuschung: Stand bei den technischen Daten noch was von 600x600dpi Scanauflösung, erlaubt es einem das Gerät bei Scan-to-SMB nur, zwischen 150x150 und 300x300 zu wählen. Andere Auflösungen gibt es nicht. Eine Nachfrage beim Hersteller hat ergeben, dass daran auch nichts mehr geändert wird. Höhere Auflösungen (interpoliert bis zu 4800x4800) gehen nur über einen PC mit der Client-Software (kein Linux!). Beim Scannen kann man wählen, ob man das Dokument als TIF, PDF oder JPG ablegen will. Bei PDF werden alle zusammen eingescannten Seiten auch in die selbe Datei geschrieben - man hat also hinterher nur eine PDF-Datei - die kann dann direkt verschickt werden. Das ist sehr praktisch.
Auch zu erwähnen ist, dass der Drucker hier mit geschlossenem Papiereinzug abgebildet ist. Will man nicht immer die untere Klappe öffnen und Papier einlegen bevor man drucken/kopieren kann, gibt es eine mitgelieferte Abdeckung, mit der man den Papiereinzug vor Staub schützen kann. Dadurch steht dann Klappe+Abdeckung ca. 5-10cm unten am Gerät hervor. Bei Google findet man Fotos, wo man das sehen kann.
Ansonsten bin ich mit dem Gerät sehr zufrieden. Faxe gehen wunderbar und können auch erst in den Speicher empfangen und dann bei Bedarf gedruckt werden. Speichersenden geht auch. Der Dokumenteneinzug ist eine sehr praktische Sache beim Scannen/Kopieren von mehreren Seiten. Das Duplexmodul kann man nachträglich auch noch anbringen - so kann man erst einmal ausprobieren, ob man ohne auskommt. Ich würde den Drucker wieder kaufen und kann das Gerät nur empfehlen!