Gide hat dieses Reisetagebuch mit viel Gefühl verfasst. Seine Aufzeichnungen lassen den Leser eintauchen in die Welt des Kongo, wie wir sie heute nicht mehr erfahren können. Mit seiner deutlichen Kritik und der Verachtung der von Europäern begangenen und von ihm selbst beobachteten Misshandlung von Einheimischen hat er sich zu seiner Zeit viel Ärger eingehandelt, den er bereit war hinzunehmen. Die von den Franzosen und Belgiern begangenen Gräueltaten an den Völkern des französisch und belgisch Kongo lassen heute noch erahnen, mit welcher Verachtung diesen Naturvölkern begegnet wurde. Sklaverei, Folter und Morde an den Bewohnern ganzer Landstriche waren an der Tagesordnung. Wer nicht genug Kautschuk lieferte oder sich weigerte auf den Plantagen für Hungerlöhne zu arbeiten, musste mit Strafen oder der Hinrichtung rechnen. Gide hingegen sah in den meisten Afrikanern Mitglieder edler und anmutiger Naturvölker, denen man mit dem selben Respekt begegnen muss, wie den Europäern. Seinem einheimischen Koch sprach er sogar mehr kreatives Talent beim Kochen zu, als den gelernten Köchen der Kolonialmächte.
Besonders beeindruckend ist, dass der Autor kaum negatives zu den Afrikanern hervorbringt, was zu seiner Zeit vollkommen unüblich war. Auch das Mitgefühl für Träger und sonstige Bedienstete sind überragend und zeigen, dass der Autor ein warer Humanist war.