Kurzbeschreibung
Werner Schwanfelder überträgt die Worte des Konfuzius auf den Arbeitsalltag eines modernen Managers. Er zeigt, wie sich Weisheit und Werte des alten Meisters noch heute mit großem Nutzen umsetzen lassen. Gerade Themen wie Führung und Unternehmenskultur kommt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine herausragende Bedeutung zu. Hier lässt sich viel Inspiration aus den Lehren des Konfuzius ziehen.
Über den Autor
Werner Schwanfelder ist Einkaufsleiter bei einem international tätigen Unternehmen und Bestsellerautor. Angeregt durch zahlreiche geschäftliche Reisen nach Asien beschäftigt er sich seit Jahren mit fernöstlicher Weisheit. Bei Campus erschienen zuletzt von ihm Sun Tzu für Manager sowie Buddha und der Manager.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Vorwort Begegnung mit Konfuzius Ich habe einen Freund in China, mit dem ich über viele Jahre zusammengearbeitet habe. Vor einigen Jahren habe ich mit ihm eine Einkaufsabteilung in China aufgebaut. Inzwischen ist er in einem anderen Unternehmen CEO. Er hat eine beachtliche Karriere gemacht. Bei meinem letzten Besuch in Shanghai trafen wir uns an einem verregneten Abend. Es war schon spät. Wir trafen uns am Bund, wo ich in einem Hotel untergebracht war. Der Bund ist die Uferpromenade von Shanghai, der faszinierendste Platz der ganzen Stadt. Dieser Meinung sind auch die Chinesen. Sie kommen hierher und fotografieren sich ohne Unterlass vor der Skyline der expandierenden Stadt. Wir trafen uns im Paulaner, nicht eben einfallsreich für eine kulinarisch so vielfältige Stadt wie Shanghai. Aber es regnete, und wir tranken ein gepflegtes Bier zu unserem Gespräch, auf das es uns ankam. Mein chinesischer Freund war seit einem Monat CEO der Niederlassung einer deutschen Firma, und es interessierte mich, wie er mit dieser Herausforderung zurechtkam. Er hatte schon vorher Führungsverantwortung getragen, aber dies war nun doch ein wesentlicher, großer Schritt für ihn. Wir sprachen über die Einstellung, mit der er an diese Aufgabe heranging, und da sagte er einen Satz, der zu diesem Buch führte. "Ich habe einen guten Berater, den ich konsequent in Anspruch nehme." Ich sah ihn fragend an. Lachend ergänzte er: "Konfuzius." Er ist in einer traditionsbewussten Familie groß geworden, deren Lebensweise vom Konfuzianismus geprägt war. Dieses Gedankengut war sozusagen mit seinem Leben verknüpft. Er las die Gespräche von Konfuzius immer wieder, hatte viele Zitate sogar auswendig parat. "Konfuzius hat viele Weisheiten formuliert, die man auch im täglichen Leben anwenden kann, und natürlich erst recht als Manager, immer da, wo man es mit anderen Menschen zu tun hat. Dabei sind mir die Grundhaltungen wichtig. Ich bin davon überzeugt, dass Konfuzius bereits vor 2?500 Jahren allgemein Gültiges erkannt hat. Auch für uns Manager." Aus diesem Gedanken, den wir dann noch trefflich diskutierten, entstand letztendlich dieses Buch. Ich habe auch die Erfahrungen meines Freundes in diesem Buch untergebracht. Es sind die Geschichten, die Situationen, die sich in der Fahrradfabrik AG Filiale China ereignen, in der er CEO ist. Natürlich ist er in einer anderen Firma beschäftigt. Natürlich habe ich die Beispiele etwas verfremdet, sodass sie keine Rückschlüsse auf lebende Personen zulassen. Aber im Kern sind es seine Erfahrungen mit Konfuzius als Berater. Die Idee fasziniert mich, weil sie doch eigentlich naheliegend ist. Warum lassen wir uns nicht von einem der großen Weisen aus der Vergangenheit beraten? Weisheit ist nichts Neues, Weisheit ist ein uraltes Menschheitsgut. Man muss es nur immer wieder - wie einen wertvollen Schatz - heben. Wir benötigen die Weisheit von Konfuzius heute dringend. Und Manager benötigen diese Weisheit heute dringender denn je. Ich selbst bin Manager und habe seit vielen Jahren Führungsverantwortung. Ich bin im Laufe dieser Zeit zu zwei Einsichten gelangt: Zum einen sind die meisten Fehler, die in Unternehmen gemacht werden, Managementfehler. Nicht die einfachen Mitarbeiter machen die großen Fehler, sondern die Manager. Die Konsequenzen dieser Fehler sind weitreichend. Solange die Konjunktur steil bergan verläuft, machen sich die Fehler nicht bemerkbar. Wenn es steil nach oben geht, wird selten darüber gestritten, ob es noch ein bisschen steiler nach oben gehen könnte. Im Tal der Tränen aber wird jeder Managementfehler sofort offenkundig. Und die Konsequenz: Die Manager entfalten Hektik, sind überfordert, machen weitere Fehler. Schließlich werden Mitarbeiter entlassen, Unternehmen gehen zugrunde. Das Spiel ist aus. Nun könnte man meinen, man müsste Manager eben besser ausbilden. Ich denke, dass dies nichts oder nur wenig ändern würde. Ich bin in einem Unternehmen beschäftigt, das großen Wert auf Ausbildung legt. Eigentlich dürfte es bei uns keine schlechten Manager geben. Aber auch bei uns gibt es sehr große Unterschiede. So glaube ich mittlerweile, dass man zwar handwerkliche Managementfähigkeiten erlernen kann, nicht aber die inneren Qualitäten von Management. Sehr wohl kann man aber sich selbst verändern, sofern man die Einsicht hat. Wenn ich ganz persönlich zu der Ansicht gelange, dass ich meine Managementfähigkeiten verändern muss, dann kann ich dies bis zu einem gewissen Grad auch erreichen. Wie komme ich aber zu der Einsicht, dass ich mich verändern muss? Vielleicht, indem ich auf einen Berater höre. Viele Manager arbeiten auch mit einem persönlichen Coach. So ein Berater oder Coach könnte Konfuzius sein. Dieses Buch will das Nachdenken über Veränderungsnotwendigkeiten begleiten und vielleicht auch fördern. Es will dem Manager, dem wirtschaftlich denkenden Menschen Konfuzius als Berater oder Coach nahe bringen. Vielleicht hat dieser Konfuzius mit seiner Weisheit aus alter Zeit das Potenzial, Einstellungen zu ändern, Managementqualitäten zu verbessern. Vielleicht hat der Einzelne, der Leser, die Möglichkeit, Erkenntnisse für sein weiteres Arbeitsleben abzuleiten. Konfuzius, das ist eine Person in weit entfernter Vergangenheit. Dennoch ist sein Name sehr geläufig. Viele Menschen sprechen über Konfuzius. Viele Zitate sind mit seinem Namen verbunden. Wie kann man Konfuzius erfassen?
Auszug aus Konfuzius im Management. Werte und Weisheit im 21. Jahrhundert von Werner Schwanfelder. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Vorwort
Begegnung mit Konfuzius
Ich habe einen Freund in China, mit dem ich über viele Jahre
zusammengearbeitet habe. Vor einigen Jahren habe ich mit ihm eine
Einkaufsabteilung in China aufgebaut. Inzwischen ist er in einem anderen
Unternehmen CEO. Er hat eine beachtliche Karriere gemacht. Bei meinem
letzten Besuch in Shanghai trafen wir uns an einem verregneten Abend. Es
war schon spät. Wir trafen uns am Bund, wo ich in einem Hotel untergebracht
war. Der Bund ist die Uferpromenade von Shanghai, der faszinierendste Platz
der ganzen Stadt. Dieser Meinung sind auch die Chinesen. Sie kommen hierher
und fotografieren sich ohne Unterlass vor der Skyline der expandierenden
Stadt. Wir trafen uns im Paulaner, nicht eben einfallsreich für eine
kulinarisch so vielfältige Stadt wie Shanghai. Aber es regnete, und wir
tranken ein gepflegtes Bier zu unserem Gespräch, auf das es uns ankam. Mein
chinesischer Freund war seit einem Monat CEO der Niederlassung einer
deutschen Firma, und es interessierte mich, wie er mit dieser
Herausforderung zurechtkam.
Er hatte schon vorher Führungsverantwortung getragen, aber dies war nun
doch ein wesentlicher, großer Schritt für ihn. Wir sprachen über die
Einstellung, mit der er an diese Aufgabe heranging, und da sagte er einen
Satz, der zu diesem Buch führte. "Ich habe einen guten Berater, den ich
konsequent in Anspruch nehme." Ich sah ihn fragend an. Lachend ergänzte er:
"Konfuzius."
Er ist in einer traditionsbewussten Familie groß geworden, deren
Lebensweise vom Konfuzianismus geprägt war. Dieses Gedankengut war
sozusagen mit seinem Leben verknüpft. Er las die Gespräche von Konfuzius
immer wieder, hatte viele Zitate sogar auswendig parat.
"Konfuzius hat viele Weisheiten formuliert, die man auch im täglichen Leben
anwenden kann, und natürlich erst recht als Manager, immer da, wo man es
mit anderen Menschen zu tun hat. Dabei sind mir die Grundhaltungen wichtig.
Ich bin davon überzeugt, dass Konfuzius bereits vor 2?500 Jahren allgemein
Gültiges erkannt hat. Auch für uns Manager."
Aus diesem Gedanken, den wir dann noch trefflich diskutierten, entstand
letztendlich dieses Buch. Ich habe auch die Erfahrungen meines Freundes in
diesem Buch untergebracht. Es sind die Geschichten, die Situationen, die
sich in der Fahrradfabrik AG Filiale China ereignen, in der er CEO ist.
Natürlich ist er in einer anderen Firma beschäftigt. Natürlich habe ich die
Beispiele etwas verfremdet, sodass sie keine Rückschlüsse auf lebende
Personen zulassen. Aber im Kern sind es seine Erfahrungen mit Konfuzius als
Berater.
Die Idee fasziniert mich, weil sie doch eigentlich naheliegend ist. Warum
lassen wir uns nicht von einem der großen Weisen aus der Vergangenheit
beraten? Weisheit ist nichts Neues, Weisheit ist ein uraltes
Menschheitsgut. Man muss es nur immer wieder - wie einen wertvollen Schatz
- heben.
Wir benötigen die Weisheit von Konfuzius heute dringend. Und Manager
benötigen diese Weisheit heute dringender denn je.
Ich selbst bin Manager und habe seit vielen Jahren Führungsverantwortung.
Ich bin im Laufe dieser Zeit zu zwei Einsichten gelangt: Zum einen sind die
meisten Fehler, die in Unternehmen gemacht werden, Managementfehler. Nicht
die einfachen Mitarbeiter machen die großen Fehler, sondern die Manager.
Die Konsequenzen dieser Fehler sind weitreichend. Solange die Konjunktur
steil bergan verläuft, machen sich die Fehler nicht bemerkbar. Wenn es
steil nach oben geht, wird selten darüber gestritten, ob es noch ein
bisschen steiler nach oben gehen könnte. Im Tal der Tränen aber wird jeder
Managementfehler sofort offenkundig. Und die Konsequenz: Die Manager
entfalten Hektik, sind überfordert, machen weitere Fehler. Schließlich
werden Mitarbeiter entlassen, Unternehmen gehen zugrunde. Das Spiel ist
aus.
Nun könnte man meinen, man müsste Manager eben besser ausbilden. Ich denke,
dass dies nichts oder nur wenig ändern würde. Ich bin in einem Unternehmen
beschäftigt, das großen Wert auf Ausbildung legt. Eigentlich dürfte es bei
uns keine schlechten Manager geben. Aber auch bei uns gibt es sehr große
Unterschiede. So glaube ich mittlerweile, dass man zwar handwerkliche
Managementfähigkeiten erlernen kann, nicht aber die inneren Qualitäten von
Management.
Sehr wohl kann man aber sich selbst verändern, sofern man die Einsicht hat.
Wenn ich ganz persönlich zu der Ansicht gelange, dass ich meine
Managementfähigkeiten verändern muss, dann kann ich dies bis zu einem
gewissen Grad auch erreichen. Wie komme ich aber zu der Einsicht, dass ich
mich verändern muss? Vielleicht, indem ich auf einen Berater höre. Viele
Manager arbeiten auch mit einem persönlichen Coach.
So ein Berater oder Coach könnte Konfuzius sein.
Dieses Buch will das Nachdenken über Veränderungsnotwendigkeiten begleiten
und vielleicht auch fördern. Es will dem Manager, dem wirtschaftlich
denkenden Menschen Konfuzius als Berater oder Coach nahe bringen.
Vielleicht hat dieser Konfuzius mit seiner Weisheit aus alter Zeit das
Potenzial, Einstellungen zu ändern, Managementqualitäten zu verbessern.
Vielleicht hat der Einzelne, der Leser, die Möglichkeit, Erkenntnisse für
sein weiteres Arbeitsleben abzuleiten.
Konfuzius, das ist eine Person in weit entfernter Vergangenheit. Dennoch
ist sein Name sehr geläufig. Viele Menschen sprechen über Konfuzius. Viele
Zitate sind mit seinem Namen verbunden. Wie kann man Konfuzius erfassen?