Stiftung Warentest, Test Konfliktmanagement-Bücher, Januar 2005
DGM Newsletter, 05.11.2004
Kurzbeschreibung
Das Buch zeigt praxisnah, wie Sie (wieder) zum "Täter" werden können und die Situation aktiv in die Hand nehmen können. Konflikte lassen sich bearbeiten! Es gibt klare Symptome, die eine präzise Konflikt-Analyse ermöglichen. Die Strategie, die Taktik der Konfliktbearbeitung, die Rolle, die der Konfliktmanager einnehmen kann oder keinesfalls übernehmen sollte, all dies lässt sich mit einfachem Handwerkszeug beherrschen.
Der Verlag über das Buch
Klappentext
"Konflikte kosten nicht nur Nerven, sie kosten auch Geld, manchmal viel Geld. Demnach müssen wir aus menschlichen, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen nach möglichst effizienten Lösungswegen suchen. Die Wettbewerbsvorteile, die wir so dringend nötig haben, sind wohl genau hier zu finden. Das Buch macht Mut, liefert praktische Hilfe und verliert auch den ethischen Horizont nicht aus dem Blickfeld. Ich kenne die Arbeit des ifb-Jiranek und weiß, dass hier Profis am Werk waren."
Dr. Michael Rogowski, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI)
Ob Sie gerade selbst einen Konflikt austragen oder als Konfliktmanager gefordert sind: in diesem Buch erfahren Sie, wie Konflikte entstehen und wie - ganz konkret - die Lösung aussehen kann. Und Sie lesen, verdeutlicht durch viele Beispiele aus der Praxis, was Sie tun können, um Konflikten rechtzeitig vorzubeugen.
Im Anhang: Checklisten und Musterformulare für die erfolgreiche Konfliktlösung im Betrieb.
Über den Autor
Andreas Edmüller ist selbstständiger Berater und Trainer bei Projekt Philosophie. Hier betreut er vor allem die Bereich Konfliktmanagement und Coaching. Er ist außerdem Privatdozent für Philosophie an der LMU München.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Worum geht es? Als Konfliktmanager haben wir es leider oft mit Kindern zu tun, die schon in den Brunnen gefallen sind. Schlimmer noch: Nicht selten hat es bei diesem Brunnensturz Zuschauer gegeben. Juristen würden wohl den Begriff unterlassene Hilfeleistung benützen. Wir werden zeigen, wie fatal sich das auswirken kann. Dann werden wir zu untersuchen haben, warum das so ist: Was hindert uns am beherzten Zupacken im Falle sich entwickelnder Konflikte? Dies führt auf direktem Wege zum Appell, sich des gezielten Vorbeugens anzunehmen. Wir werden deutlichmachen, dass es gar nicht so schwer ist, Kommunikationsformen zu finden und zu pflegen, die ein Klima schaffen, das es den ab und an aufkeimenden Konfliktpflänzchen schwer macht, ins Kraut zu schießen. Damit ist Konfliktprävention eindeutig als Führungsaufgabe deklariert!
5.2 Zusehen fördert den Konflikt
Die unselige Dynamik von Konflikten führt zu folgendem Phänomen: Je weiter sic
h ein Konflikt entwickelt hat, um so größer ist seine (destruktive) Gewalt. Denn Konflikte sind mit Kränkung verbunden, Kränkung wiederum verengt die Wahrnehmung (vgl. Kap. 3.4, S. 28) und verstellt den Blick. Man sieht sich im Recht und kränkt zurück und so fort. Während ein Rinnsal sich noch stauen oder umleiten ließe, wird man einen Fluss oder Strom nur noch mit großen Mühenbändigen können. Prävention ist folglich leichter als Therapie. Gleichgültig, ob Sie Betroffener oder Führungskraft sind: Wenn Sie präventiv wirken wollen, müssen Sie den Anfängen wehren. Oft ist dabei unser Gefühl ein guter Ratgeber, zum Beispiel, wenn es uns sagt: Hier stimmt dochetwas nicht. Was hier geschieht, lässt nichts Gutes ahnen. Wir sind davon überzeugt, dass fast jeder Mensch in der Lage ist, atmosphärische Störungen und die Vorboten von Konflikten (vgl. Kap. 4.3, S. 48) zu erspüren, dazu bedarf es keines Seminars!"
Auszug aus Konfliktmanagement. Als Führungskraft Konflikten vorbeugen, sie erkennen und lösen von Heinz Jiranek, Andreas Edmüller. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
5.1 Worum geht es?
Als Konfliktmanager haben wir es leider oft mit Kindern zu tun, die schon in den Brunnen gefallen sind. Schlimmer noch: Nicht selten hat es bei diesem Brunnensturz Zuschauer gegeben. Juristen würden wohl den Begriff unterlassene Hilfeleistung benützen. Wir werden zeigen, wie fatal sich das auswirken kann. Dann werden wir zu untersuchen haben, warum das so ist: Was hindert uns am beherzten Zupacken im Falle sich entwickelnder Konflikte? Dies führt auf direktem Wege zum Appell, sich des gezielten Vorbeugens anzunehmen. Wir werden deutlich
machen, dass es gar nicht so schwer ist, Kommunikationsformen zu finden und zu pflegen, die ein Klima schaffen, das es den ab und an aufkeimenden Konfliktpflänzchen schwer macht, ins Kraut zu schießen. Damit ist Konfliktprävention eindeutig als Führungsaufgabe deklariert!
5.2 Zusehen fördert den Konflikt
Die unselige Dynamik von Konflikten führt zu folgendem Phänomen: Je weiter sich ein Konflikt entwickelt hat, um so größer ist seine (destruktive) Gewalt. Denn Konflikte sind mit Kränkung verbunden, Kränkung wiederum verengt die Wahrnehmung (vgl. Kap. 3.4, S. 28) und verstellt den Blick. Man sieht sich im Recht und kränkt zurück und so fort. Während ein Rinnsal sich noch stauen oder umleiten ließe, wird man einen Fluss oder Strom nur noch mit großen Mühen
bändigen können. Prävention ist folglich leichter als Therapie.
Gleichgültig, ob Sie Betroffener oder Führungskraft sind: Wenn Sie präventiv wirken wollen, müssen Sie den Anfängen wehren. Oft ist dabei unser Gefühl ein guter Ratgeber, zum Beispiel, wenn es uns sagt: Hier stimmt doch etwas nicht. Was hier geschieht, lässt nichts Gutes ahnen. Wir sind davon überzeugt, dass fast jeder Mensch in der Lage ist, atmosphärische Störungen und die Vorboten von Konflikten (vgl. Kap. 4.3, S. 48) zu erspüren, dazu bedarf es keines Seminars! Wir denken auch, dass dabei ganz intuitiv das Gefahrenpotenzial richtig erfasst wird und dass Kabbelei, Meinungsverschiedenheit, argumentative Auseinandersetzung, Streit und Ressourcenkonflikte (vgl. Kap. 2.2) gefühlsmäßig sehr wohl von drohenden Konfliktentwicklungen unterschieden werden.
Was aber dann? Nun stehen wir hilflos oder zumindest ratlos mit unserer Konfliktwahrnehmung da: Gefahr erkannt, aber nicht gebannt! Wir spüren genau, dass sich etwas zusammenbraut, fühlen
uns aber wie gelähmt, wenn wir handeln sollen. Die andere uns ebenfalls bekannte Variante: Wildes Draufhauen aus Hilflosigkeit. Was man indes sicher über Konflikte und ihre Entwicklung weiß: Tatenlosigkeit ist der beste Konfliktdünger. Was aber führt im Angesicht von Konflikten zur Lähmung? Wir müssen erst entdecken, aus welchem Stoff die Schwelle ist und beantworten, warum wir oft lieber still erstarren und es vorziehen, die Augen zu verschließen.