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Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Mythos und Realität
 
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Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Mythos und Realität [Gebundene Ausgabe]

Norman Finkelstein , Herschhorn , Andrea Panster
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Norman G. Finkelstein
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nach seinem international Aufsehen wie Anstoß erregenden Buch Die Holocaust-Industrie packt Norman G. Finkelstein ein weiteres heißes Eisen an: die Entzauberung der Gründungs- und Legitimationsmythen des israelischen Staates. Dass das Buch dabei zur Anklage gegen den Zionismus und gegen die israelische Politik geriet, war wohl unvermeidlich.

Mythen übernehmen bei der Entstehung von Nationalstaaten oft die Rolle gleichsam von Geburtshelfern. Indem sie scheinbar objektive Gründe für Taten der Machthaber liefern, legitimieren sie deren Handlungen -- und beruhigen das Gewissen. Trojanischen Pferden gleich überwinden sie mit der Zeit die Mauer der Wahrheit und werden Teil des Geschichtsbewusstseins eines Volkes.

Am Beispiel des israelisch-palästinensischen Dauerkonflikts demonstriert der umstrittene amerikanische Politologe, warum Mythen in die Welt gesetzt werden und was sie bewirken. Sein Ziel ist aber nicht nur ihre Beschreibung, sondern ihre Entzauberung. Finkelstein wählt hierbei folgenden Weg: Akribisch seziert er zentrale Standardwerke israelischer Geschichtsschreibung, die immer wieder als (pseudo)wissenschaftliche Rechtfertigung für Mythen herangezogen werden. Durch den Nachweis falscher Fakten und Interpretationen zeigt er Fehler in der Geschichtsschreibung klar auf. Beispiel: Joan Peters behauptet, die Juden, die in den 40er-Jahren in Palästina eingewandert waren, fanden ein Land ohne arabische Bevölkerung vor. Finkelstein zeigt hingegen, dass das so nicht stimmt -- und resümmiert: "Man wollte das Land, aber nicht die Menschen."

Mit seinem Buch gelingt es dem Autor, "die systematische Voreingenommenheit der zionistischen Rechtfertigungsliteratur zum israelisch-palästinensischen Konflikt" deutlich zu machen. Deutlich wird darüber hinaus auch, dass die israelische Seite nicht nur militärisch haushoch überlegen ist, sondern dass sie auch die nahezu uneingeschränkte Deutungshoheit von Gegenwart und Vergangenheit -- zumindest innerhalb der westlichen Welt -- beansprucht und auch innehat. --Dr. Manfred Schwarzmeier

Der Tagesspiegel, 9. Oktober 2002

Die Arbeit des Wissenschaftlers (Finkelstein), der an den Universitäten in Chicago und New York City unterrichtet, zeigt wissenschaftlich fundiert ein völlig anderes Israelbild, als es in Deutschland vermittelt wird. Für das Verständnis des israelisch-arabischen Konflikts leistet das Buch einen wichtigen Beitrag.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
49 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Deutscher ist auch 2003 schlecht beraten, wenn er die Israelische Politik gegenüber den Palästinensern in- und außerhalb Israels kritisiert - aus verschiedenen Gründen, Scham wegen des Holocaust ist zweifellos ein respektabler.
Wer aber trotzdem die Bilder einordnen möchte, die das Fernsehen seit Jahrzehnten liefert, braucht Hilfe. Ich meine Israelische Militäraktionen gegen Palästinenser, die diesen nichts entgegen zu setzen haben, schwer bewaffnete Israelische Siedler in Wehrbauten auf Palästinensischem Territorium, die sich über Palästinensische Angriffe beschweren selbst aber 90% aller Palästinensichen Wasserreserven verbrauchen, Israelische Bombardements von Palästinensischen Flüchtlingslagern etc.

Hilfe bei der Bewertung dieser Vorgänge und ähnlicher in der Geschichte Israels bietet dieses Buch.
Finkelstein entlarvt die Lügen, die vor allem in den USA aber auch hierzulande zum Israelisch/Palästinensischen Konflikt in Umlauf sind.
Als Mitglied einer vom Holocaust zu großen Teilen ausgerotteten Familie ist seine Stellungnahme glaubwürdig. Seine Ehrlichkeit und sein Gewissen sind unbestechlich und sehr mutig. Vielleicht ist er auch nur ein verantwortungsvoller Wissenschaftler, der glaubt, daß "die Sonne es an den Tag bringt". Sein Buch könnte dazu beitragen, daß dieser Tag etwas früher kommt. Dabei ist es ganz unwesentlich, daß dieses Buch keine Gesamtdarstellung des Israelisch/Palästinensichen Konflikts sein mag, die nur für den historischen Fachgelehrten erforderlich ist. Vom Titel des Buches wird dies auch nicht versprochen.
Für die politisch interessierte Öffentlichkeit in Deutschland leistet es einen unschätzbaren Dienst: es durchbricht das (Denk-)Tabu, welches eine gerechte Einordnung der Vorgänge in Nahost unmöglich gemacht hat.

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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der an den Universitäten in Chicago und New York City lehrende amerikanische Politologe Norman G. Finkelstein hat sich nach seinem international Aufsehen wie Anstoß erregendem Buch „Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird" wieder einmal zu einer äußerst brisanten Thematik mit der Veröffentlichung seines neuesten Buches „Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Mythos und Realität" zu Wort gemeldet. Die Inspiration für diese Arbeit erhielt der Autor durch den zwischen Michael Walzer und Noam Chomsky um die Frage geführten Diskurs, ob ein jüdischer Staat auch demokratisch sein könne.
In seiner nun erschienenen Publikation nimmt Finkelstein gegenüber der offiziellen israelischen Geschichtsschreibung eine äußerst skeptische Stellung ein, indem er deren Deutungen nicht nur kritisch hinterfrägt sondern insbesondere die Gründungs- und Legitimationsmythen des israelischen Staates entzaubert. Es sei nur der Vollständigkeit erwähnt, dass gerade bei der Entstehung von national ausgerichteten Staaten den Mythen oft die Rolle der Legitimierung zukommt, da sie Teil des kollektiven Geschichtsbewusstseins des jeweiligen Volkes werden.
Finkelstein weist in seinem Buch nach, dass der Mythos vom friedliebenden Israel und vom palästinensischen „Land ohne Volk" falsch ist und nur zu propagandistischen Zwecken aufrecht erhalten wurde und auch weiterhin noch wird. Seiner Auffassung nach ist gerade das Gegenteil der Fall, da für ihn der Staat Israel ein künstlich geschaffenes Staatsgebilde ist, das per britischen Federstrich dekretiert wurde, ohne dass auf die dort lebenden Araber Rücksicht genommen wurde. Dementsprechend untersucht Finkelstein sehr kritisch die israelische Entstehungsgeschichte und kommt schnell zu dem Schluss, dass die Absicht zur Vertreibung der eigentlichen Bewohner des von Israel beanspruchten Gebietes einen bestimmenden Faktor in der Geschichte des Zionismus darstellt. Palästina war von den Arabern besiedelt und es war die israelische Politik, diese zu vertreiben und auf diesem, nunmehr besetzten Gebiet, neue Fakten in Form von israelischen Siedlungen zu schaffen. Dabei geht Finkelstein mit den Verantwortlichen der israelischen Eroberungs- und Vertreibungspolitik hart ins Gericht. Der Autor versucht wann immer nur möglich, Parallelen zwischen der Vernichtung und Gettoisierung der Indianer in den USA, der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten gegenüber dem europäischen Judentum und gegenüber den Völkern Osteuropas und der israelischen Politik der Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat zu ziehen. Die angestrebte Form der „Völkertrennung" in Israel vergleicht Finkelstein mit der ehemals praktizierten Rassentrennung in Südafrika.
Dass die Auswirkungen dieser Politik - Terroranschläge von Palästinensern und die nicht minder harten Vergeltungsmaßnahmen der israelischen Armee - in eine kaum mehr lösbare Sackgasse führten, braucht eigentlich nicht weiter beschrieben werden.
Des Weiteren zweifelt Finkelstein den weiterhin transportieren Mythos der „Selbstverteidigung" eines existenziell bedrohten Staates Israel an. Dieser Mythos der existenziellen Bedrohung des kleinen Israels durch die arabischen Armeen, der seinen Ursprung aus dem Sechstagekrieg des Jahres 1967 hat, wird von ihm in Frage gestellt. Als Beispiel zitiert Finkelstein die Aussage eines Hauptplaners des Juni-Krieges General Mattityahu Peled. Dieser behauptet nämlich, dass die Bedrohungseinschätzung des bevorstehenden Untergang Israels ein „Bluff" gewesen sei, da die „Geschichten, Israel befände sich ,in einem verzweifelten Kampf um die Existenz und kann jeden Augenblick ausgelöscht werden'," nicht den Tatsachen entsprach, da „in Wahrheit seit 1949 kein Land mehr eine tödliche Bedrohung für Israel dargestellt" hätte. Diese Beurteilung teilte offensichtlich auch die US-amerikanische Schutzmacht. So war es für den ehemaligen US-Verteidigungsminister Robert McNamara klar, dass Israel „ohne den Hauch eines Zweifels" siegen würde.
Für das Verständnis des israelisch-arabischen Konflikts und die globalen Auswirkungen eines „fundamental islamischen" Terrors leistet das durch andere Sichtweisen provokante Buch wesentliche Hintergrundinformationen, das insgesamt eine politische Brisanz beinhaltet, da es sicher nicht zum Vorteil der israelischen Politik ausfällt. Die Arbeit des Autors zeigt, dass eine israelkritische Sichtweise wissenschaftlich - ein Viertel des Buchumfanges umfasst der Fußnotenapparat und das Literaturverzeichnis - begründet werden kann, auch wenn es mit Bestimmtheit auch zu Überzeichnungen kam. Auf alle Fälle bildet dieses Werk eine gute Basis zur neuen Bewertung des bilateralen und teilweise global auswirkenden Konfliktes.
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29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch zerlegt einige zentrale Geschichts- eigentlich: Propagandamythen der israelischen Seite dieses Konfliktes. So zum Beispiel das Märchen vom Präventivkrieg 1967, oder das Märchen von der militärischen Unterlegenheit, oder das Märchen vom israelischen Friedenswillen etc. Diese Mythen sind aber auch schon von anderen zerlegt worden und dies in großvolumigen Werken, die noch dazu eine Gesamtübersicht bieten.

Die Schwächen des Buches liegen vor allem darin, dass Finkelstein zwar akribisch (absichtliche) Fehler anderer Autoren und deren Motivationen aufdeckt, sich darin aber fast vollständig verliert. Eine Gesamtdarstellung des palästinensisch-israelischen Konfliktes könnnte Finkelstein wohl kaum vorlegen. Somit eignet sich das Buch auch überhaupt nicht als "Einsteiger" für das Thema, sondern nur für jene, die die Fakten des Konfliktes bereits sehr gut kennen. Für Einsteiger sei Benny Morris: Righteous Victims empfohlen.

Was Finkelstein interessant macht, ist wie er z.B. eben diesen Morris aufdeckt. Akribisch und genau ist Morris z.B. in der Analyse und Darstellung der Fakten bei der Vertreibung der Araber aus Israel (auch in Righteous Victims), jedoch bleibt er in der Schlussfolgerung weit hinter den selbst erarbeiteten Fakten zurück. Genau hier setzt Finkelstein an und zitiert sehr effektvoll Hitler und dessen nüchterne Sicht der Lebensraumfrage. Deshalb liegt der Schluss auch nahe, dass Finkelstein - als Nachfahre von KZ-Überlebenden - wohl einer der wenigen ist, der so etwas überhaupt publizieren kann: somit dennoch eine klare Leseempfehlung.

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