Schon seit es angekündigt wurde habe ich sehnsüchtig auf den neusten Ableger der Silent Hill-Reihe gewartet und musste mir einfach die US-Version holen, da ich keinen Tag mehr länger warten konnte.
Aus diesem Grund basiert diese Kritik eigentlich auf der amerikanischen Version des Spiels, die jedoch meines Wissens nicht von der europäischen abweicht.
Nachdem ich das Spiel nun zwei mal bis zum Ende durchgespielt habe muss ich einfach sagen:
Ich bin begeistert!
Meiner Meinung nach haben die Entwickler es geschafft das Gefühl von Silent Hill 2 einzufangen und trotzdem einen Schritt weiter zu gehen und neue Elemente hinzuzufügen.
Dieses Spiel setzt auf Atmosphäre, auf Entdeckung, auf Rätsel lösen und wär hätte das gedacht, Weglaufen!
Zum ersten Mal seit Silent Hill 3 verspürt man wieder dieses Gefühl der Angst, wenn man vor einer weiteren Tür steht. Man fürchtet sich vor dem was hinter dieser Tür sein könnte und trotzdem hat man den Drang es herauszufinden und seine Neugier zu stillen. Genau das gleiche Gefühl, was damals SH 2 erreicht hatte.
Desweiteren gibt es in diesem Spiel eine weitere Komponente, welche meines Erachtens sehr gelungen ist, nämlich die Nebenquest in einem sehr offenen Silent Hill.
In einem bisher in keinem Vorgänger vorkommenden Teil der Stadt kann man sich frei bewegen und Nebenquest annehmen, die sich der Protagonist Murphy Pendleton in sein Tagebuch schreibt, welches als Dreh und Angelpunkt fungiert und in dem auch Karten,Notizen und anderes hilfreiches Material steht.
Die Aufgaben, die zu meistern sind, bestehen nicht nur aus Zahlenrätseln bzw Zahnradrätseln, sondern auch endlich wieder aus Gedichtinterpretation oder sogar einer Inszenierung eines Theaterstücks.
Bei allem schönen Entdecken der Stadt ertönt immer wieder das Knistern des Walkie-Talkies, was alte Fans den Angstschweiß auf die Stirn bringen sollte: Monster sind in der Nähe.
Die Befürchtung dass Downpour, wie sein Vorgänger Homecoming, in Monster-Prügeleien ausarten würde hat sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet, nein, im Gegenteil.
Generell sind überall in der Stadt Monster anzutreffen und gegen ein Einziges weiß Murphy sich auf gut zu wehren, doch sobald es mehrere Monster werden, sollte man doch besser die Beine in die Hand nehmen und weglaufen.
Außerdem werden die Monster auch aggressiver und man trifft häufiger auf sie, sobald es beginnt zu regnen.
Man kann genau eine Schusswaffe bei sich tragen (Munition rar!) und in der Hand eine weitere Schlagwaffe.
Viele Gegenstände können bei Downpour als Waffe genutzt werden und das muss auch so sein, denn nach einiger Zeit werden sie zerbrechen und man muss sich auf die Suche nach einer Neuen machen, bevor man zerhackstückt wird.
Selbst wenn man eine Waffe gefunden hat, schlägt Murphy jedoch einigermaßen unbeholfen damit herum, was meiner Meinung nach positiv zu betrachten ist, denn genau das erzeugt das gefühl der Hilflosigkeit die einem den Horror noch viel Näher bringt.
Jedoch hat Downpour auch seine Schattenseiten, weswegen ich auch nur 4 statt 5 Sterne vergebe.
Es strotzt nur so vor technischen Fehlern.
Framerateprobleme, kurze Bildstillstände, die oft bis zu ein paar Sekunden andauern können und teils etwas schwammige Texturen.
Dies trübt den Spielspaß jedoch nicht immens, sas aber den Spielspaß trübt ist das Monster Design.
Was ist da nur passiert?
Die Gegner sehen absolut menschlich und generisch aus und außerdem gibt es nur 4 verschiedene davon.
Solche Ideenlosigkeit erwartet man nicht von Silent Hill, ein klarer Minuspunkt!
Trotzdem ist Silent Hill im Allgemeinen ein wunderschönes, großartiges Horrorspiel, dessen Nachfolger sogar besser als die ersten Spiele werden könnte, wenn 1) das Spiel bei Vatra bleibt und nicht rumgereicht wird, wie eine Dorfmatratze, wo jeder mal ran darf und 2) dann die Fehler im Spiel ausgemerzt werden, damit ein Silent Hill entstehen kann was noch toller wird als Downpour , welches ohnehin schon großartig ist!