"Castlevania - Portrait of Ruin" ist definitiv ein wunderbares Actionadventure mit Rollenspielelementen für den DS, mit "Dawn of Sorrow" das Beste seiner Serie, meiner Meinung nach stellenweise sogar noch besser als Soras Abenteuer.
Zur neuen alten Aufmachung des Spiels bleibt eigentlich nicht allzu viel zu sagen, die Grafik ist ähnlich wie bei DoS. Allerdings kann man teilweise wirklich nette Neuerungen entdecken, bzw. wunderschöne Hintergründe, vor denen man seine Kämpfe bestreitet. Diese sind durch die Bilder, durch die man in Parallelwelten schlüpfen kann, auch etwas abwechslungsreicher als in DoS, man bekommt also auch mal mehr als nur karge Stein- und Turmwände zu Gesicht. Ansonsten ist die Grafik jedoch ziemlich identisch, wenn man sich auch meiner Auffassung nach bei Charlottes Zaubern grafisch mehr Mühe gab als bei Soras Seelenmagien.
Die Grafik ist insgesamt sehr schön und passt genauso gut zum Spiel, wie sie es beim Vorgänger auch schon tat.
Zum Gameplay bleibt zu sagen, dass sich auch hier einige Sachen fast gar nicht geändert haben, wie zB die Grundsteuerung. B = Sprung, X = Wechsel der Charas, Y = Attacke mit der Waffe, Oben + Y = Magie/Zweitwaffe, Runter + B = Rutschattacke usw.
Was sich jedoch änderte ist die Benutzung des A-Knopfes, der nun dazu dient, den nicht gespielten Charakter zur Unterstützung zu rufen, wobei wir auch schon bei der wohl bedeutendsten Änderung sind: Die 2 Charaktere Jonathan Morris und Charlotte Aulin.
Jonathan ist ein Vampirjäger, gleichwohl der Tradition in seiner Familie, und erbte von seinem verstorbenen Vater John die legendäre Peitsche "Vampirkiller", die zum Austreiben von dunkelsten Mächten geschaffen wurde. Die Peitsche gehörte ursprünglich der auch schon aus früheren Castlevania-Teilen bekannten Familie Belmont, einer legendären Familie der Vampirjäger, wurde dann allerdings in die Reihe der Morris weitergereicht.
Charlotte ist eine Magierin höchster Güteklasse, die wirklich mächtige Zauber wirken kann und zu allem Überfluss auch noch überdurchschnittlich intelligent ist. Wer antifeministisch veranlagt ist, wird so seine Probleme mit ihr haben, da sie während des Spiels oftmals die Beraterrolle im Protagistengespann einnimmt und Jonathan oftmals nicht viel zu erwidern weiß. Ihr sehr selbstsichere Art hat sie allerdings auch zurecht, denn so gut wie all ihre Zauber sind wirklich mächtig, sehen bei voll aufgeladener Magieleiste bombastisch aus und sind auch noch in allen Elementen vertreten. Ungafähr so hätte ich mir das Magierepartoire von Sora auch gewünscht, weswegen ich sie absolut cool finde.
Zu den Spezialfähigkeiten bleibt noch zu sagen, dass Charlotte, wie schon erwähnt, Magie einsetzt und Jonathan mit Zweitwaffen kämpft, die fast immer in irgendeiner Form ein Geschoss darstellen. Man hat hier also quasi Soras sehr zusammengewürfelten Schussseelen auf 2 Charaktere aufgeteilt, was ich sehr begünstige. Charlotte kämpft also meistens mit Magie, da ihre Fertigkeiten mit Büchern Schwerter aufzudecken (ihre Waffenangriffe) zwar eine nette umfassende Reichweite aufweisen, es ihr aber an Stärke mangelt. Dafür ist Jonathan dann da, der auch ohne Zweitwaffen wegen seiner Stärke und Abwehr immer zurechtkommt. Zu seinen Zweitwaffen ist noch zu erwähenen, dass diese nicht manuell durch längeres Aufladen verstärkt werden können wie Charlottes Zaubersprüche, sondern man jede Waffe "meistern" muss. Immer wenn Jonathan ein Monster mit einer Waffe tötet, bekommt die Waffe Fähigkeitspunkte je nach erschlagenem Monster, was allerdings bei 1500 und mehr zu erreichenden Punkten äußerst lange dauern kann und da die Waffen anfangs natürlich immer schwach sind, weil sie nicht aufgewertet sind und dazu meistens noch ziemlich viel MP schlucken, wenn man sie mehrere Male hintereinander verwendet, kann an dieser Stelle wirklich Frust aufkommen. Ich hätte es besser gefunden, wenn man nicht so astronomische Werte erfüllen muss, denn auch die stärksten Gegner, die man mit den Waffen noch tot bekommt, bringen nicht mehr als 15 FP. Wie gesagt, Zeit sollte man in die ca. 30 Zweitwaffen schon investieren, angefangen mit denen, die nur 100 oder 300 Punkte zum "Meistern" benötigen. Aber ansonsten nützt Jonathan auch ohne seine Zweitwaffen eine Menge, vor allem in Bosskämpfen.
Zum Gameplay insgesamt würde ich noch sagen, dass es sehr ausgewogen und stilvoll ist, weil die beiden Charas optisch super zusammen passen und sie auch beide nötig sind. Bei mir geriet keiner der beiden in Verzug, weil sie beide bei unterschiedlichen Gegnern immer wieder gewechselt werden sollten. Auch die Kämpfe verlaufen so reibeungslos wie in DoS, manchmal etwas brenzlig, aber dazu ist es ja auch ein Videospiel...;-)
Insagesamt gebe ich 5 Sterne, weil das Spiel perfekt an die geniale Castlevania-Reihe anschließt und sogar noch eine Verbesserung im Gegensatz zu DoS aufweist, wie ich finde. Empfehlen würde ich es all jenen, die auch Magie und Dunkles stehen, und gerne im Namen des Lichtes mit Peitsche und Zauberbuch mal ein paar Dämonen exorzieren wollen...
Super Kauf!