Castlevenia - OoE ist mein Favorit auf dem DS, wenn es um Actionrollenspiele geht. Es hat mir sogar Spaß gemacht, dass Spiel in seinen 4 Modi durchzuspielen.
Das Konami keine Stories erzählen kann dürfte mittlerweile bekannt sein und auch bei diesem Spiel hält der Hersteller sich an seine Gewohnheiten. Da es aber nur wenige Gespräche gibt, die man dann auch einfach mit START wegdrücken kann, fällt dies kaum auf. Die meiste Zeit rennt man durch gruselige Wälder oder muffige Höhlen.
Wenn es bei früheren Castlevenias meistens, wenn auch nur entfernt, um die Belmont-Families ging, kommt der Begriff hier nur einmal kurz vor und auch nur, damit dieses Castlevenia nicht ganz aus der Reihe tanzt.
Man spielt Shanoa, ein Mitglied der Ecclisia, einer Gruppe, deren Ziel die Vernichtung Draculas ist. Shanoa ist die einzige Person, die die mächtigen Glyphen benutzen kann. Dracula wurde bereits getötet, doch seine Asche ist noch vorhanden und er würde zurückkehren, wäre sie nicht versiegelt. Um den Fürst der Finsternis endgültig zu verbannen, soll Shanoa Dominus benutzen, dei mächtigste Glyphe von allen. Doch (scheinbar) aus Neid stiehlt Albus, ein weiteres Mitglied der Ecclisia die Glyphe und Shanoa verliert ihr Gedächtnis. Geschwächt bekommt sie die Aufgabe Albus zu finden und die Dominus-Glyphe zurück zu holen...
Während man früher mit Waffen gekämpft hat, benutzt man hier nur Glyphen.
Man kann zwischen Physischen und Magischen Angriffsglyphen und Unterstützungsglyphen unterscheiden. Die Unterstützungsglyphen sind passiv aktiv und können verschiedene Dinge bewirken, wie die Steigerung eines Statuswerts, die Beschwörung eines Dieners oder die Verwandlung in einen Gegner. Von den Angriffsglyphen kann Shanoa 2 gleichzeitig ausgerüstet haben. Anstatt auf den Tasten X und Y rumzuhämmern muss man hierbei in einem Rythmus drücken, um die beiden Glyphen schnell und abwechselnd hintereinander zu benutzen. Drückt man die beiden Tasten gleichzeitig benutzt Shanoa einen Spezialangriff der jeweiligen Glyphe. Wenn man bedenkt, dass es hierbei schon unglaublich viele Angriffe gibt, wird man staunen, wenn man die speziellen Kombinationen sieht. Rüstet man z.B. die "Laserstrahl"-Glyphe Nitesco und eine Nahkampf-Glyphe gleichzeitig aus, ist der Spezialangriff nicht wie normalerweise in deisem Fall ein riesiger Laserstrahl, sondern ein "Laserschwert", mit dem Shanoa auf die Gegner einschlägt. Es gibt noch viele mehr dieser Kombinationen, sodass man schon hier viel entdecken kann.
OoE ist das erste Castlevenia, das ich spiele, das eine Weltkarte hat. Dort kann man entweder die Ecclisia besuchen, um dort von seinem Meister Informationen über Albus zu holen oder man geht zum Dorf, wo man Aufgaben erfüllen, Gegensätnde einkaufen und sich heilen kann. Natürlich gibt es neben diesen beiden Orten noch viele gegnerverseuchte Gebiete.
Hierbei sieht man wieder einen riesigen Pluspunkt: Die Musik ist die beste, die ich jemals in einem Castlevenia gehört habe und sie ist auch besser als die meiste andere Spielmusik. Leider hört sie sich zwar sehr gut an, aber klingt an manchen Stellen etwas zu fröhlich.
Wer ein Beispiel haben will, sollte sich "Chapel Hidden in Smoke" anhören (z.B. auf Youtube). Die Musik kommt in einem Kloster, in dem an jeder Ecke Skelette und Zombies zu treffen sind. Das einzige was daran erinnert ist das Orchestrale.
Übrigens ist die Grafik komplett in 2D, was dem DS wirklich gut tut. OoE und Giana Sisters DS sind die einzigen Spiele, die ich in 2D gesehen habe, alle anderen waren komplett oder teilweise in 3D. Das sieht meiner Meinung nach aber überhaupt nicht gut auf dem DS aus, besonders wegen der 8-Bit-Farbtiefe.
OoE wurde (soweit ichd as sehen kann) nicht mit Tiles aufgebaut sondern komplett gepixelt. Hier sieht man aber nicht nur Vielfalt, sondern auch Schönheit, denn die Umgebung sieht gut aus und besonders die Gegner sind flüssig und passend erstellt.
Meine Meinung also:
Order of Ecclisia ist der (bisher) beste Rollenspieltitel auf dem Nintendo DS und das Spiel hat nicht nur Gameplay-Technisch sondern auch grafisch und akustisch was auf dem Kasten. Es gibt viele Geheimnisse und Easter-Eggs zu entdecken. Das Spiel hat nach dem Normal-Modus-Durchspielen noch den Albus-Mode und Hard Mode Lv.1 auf Lager, weshalb der Schwierigkeitsgrad auch für Castlevenia-Profis nicht zu neidrig ist.
Der einzige Wermutstropfen ist, dass dieses Spiel anders ist, als ein Standard-Castlevenia sein sollte. Wobei man das auch als positiv auslegen könnte, da so etwas Abwechslung in den Alltag kommt.