Dieses brillante, für jeden Musikliebhaber und -forscher empfehlenswerte Lexikon behandelt in der erweiterten Neuauflage die 350 bedeutendsten Komponisten vom Mittelalter bis zur Gegenwart in werkbiographischen Portraits, die das Schaffen der einzelnen Komponisten nach der historischen Bedeutung und künstlerischen Qualität einordnen. Die allesamt prägnant und sehr lesbar formulierten Artikel taugen nicht nur zur ersten Information, sondern auch zur weitergehenden Beschäftigung, wofür zudem die Literaturhinweise eine wertvolle Hilfe sind. Die Auswahl, die nach Kontingenten für Epochen, Stile und Nationen getroffen wurde, ist zwangsläufig subjektiv. So sucht man vergebens Artikel zu wichtigen Komponisten wie Gottfried von Einem und Hans Zender, jüngere wie Matthias Pintscher und Olga Neuwirth sind dafür in angemessem Umfang vertreten. Die Auswahl gibt jedoch Orientierung, und die Artikel sind ausführlicher und auf wesentlich höherem Niveau als jene im Harenberg Komponistenlexikon, teilweise übertreffen sie sogar die in den beiden großen Enyklopädien "The New Grove Dictionary of Music and Musicians" und "Die Musik in Geschichte in Gegenwart" an Ausführlichkeit.