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Komponieren für Film und Fernsehen: Ein Handbuch (Studienbuch Musik)
Format: MusiknotenÄndern
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. März 2006
Dem Rezensenten, der den Theorie-Teil als Geschwafel abtut, muss ich einfach mal widersprechen.
Gute Musik geht an die Emotionen, ergo nicht in die Gehrinrinde (grob: Sitz des Verstandes, der "ratio"). Das ist die Kernmessage des Theorie-Teils, die dann halt in verschiedenen Facetten ausgeleuchtet wird. Klar, man muss nicht mit allem so einverstanden sein (z.B. "archaisch, magisch, mythisch, mental" als Unterteilung von Bewusstseinsstufen und dann auch von Musik), aber es geht dabei ja auch wieder nur darum, ein gewisses Feeling für die Kraft von Musik und deren Wirkunsgweise zu entwickeln. Und dann diesen mit analytischen Begriffen wie Intervall, Klangfarbe, Satzmustern... näherzukommen. Das macht er ausgezeichnet, da gibt es gar nix.
Die verschiedenen Begriffskategorien (Raum, Zeit, Klang und die Ausführungen dazu) sind super Parameter beim "Arbeiten" mit Musik. Die eigene Musik daraufhin "abzuklopfen" war ein enormer Erkenntnisgewinn für mich. Es sind halt keine Rezepte, sondern eher umschriebene Emotionen, Eindrücke, sozusagen die Basics.
Besonders gut dabei finde ich die Stoßrichtung weg vom allzu verkopften Komponieren, hin zu emotionalen Wirkungen. Ein einfacher, repetitiver Bass kann enorme Wirkung entfalten... auch wenn er notiert extrem billig daherkommt. Notation bildet eben nur einen kleinen Ausschnitt der Hörerfahrung ab. Bei Filmmusik, wenn nicht fast bei jeder Musik, geht es doch genau um die Emotion...
Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Als Filmmusik-Buch, aber auch so für jeden "Mucker" sind etliche Inspirationen drin. Ein bißchen auf den Schreibstil einlassen muss man sich schon, aber wenn man sich fragt "Was will er mir damit eigentlich sagen, was steht hinter den theoretischen Begriffen?" dann kann das Buch neue Welten öffnen.
Es gäbe noch etliches über dieses vielschichtige, sozusagen "polyphone" Buch zu sagen...
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44 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Juli 2003
Norbert Jürgen Schneider ist ein in Deutschland gefragter Filmkomponist - von ihm stammen unter anderem die Soundtracks zu „Schlafes Bruder", „Das Mädchen Rosemarie", „Herbstmilch", „Schwabenkinder" und der Serie „Marienhof". Ausserdem unterrichtet er an der Hochschule für Film und Fernsehen in München Filmkomposition. In diesem Buch beschreibt er, wie er arbeitet und von welchen Ideen er sich dabei leiten und inspirieren lässt.
Stark ist das Buch überall da, wo Schneider bescheibt, was er tut, wenn er Filmmusik macht: das erste Screening, Besprechungen mit dem Regisseur welche Stellen mit Musik unterlegt werden sollen, „Herauskitzeln" der oft vagen Zielvorstellungen des Regisseurs mithilfe von Beispielmusiken, die schwierige Kreativphase mit ersten musikalischen Einfällen und Skizzen, bis hin zum Aufnehmen und Abmischen der Musik im Tonstudio - bis hin zum Anlegen der Musik an den fertig geschnittenen Film. Hier bekommt man Einblick in ein Feld, das sonst von aussen kaum zugänglich ist und erfährt spannende Details über den enorm vielschichtigen Prozess der Komposition und Produktion von Filmmusik, von Anfang bis Ende.
Doch Schneider hat auch Germanistik studiert. Vielleicht liegt es daran, daß sich der einführende Theorieteil oft eher nach Prof. Dr. Piet Klocke anhört.
In schwerverdaulichem Professoraldeutsch schwafelt Schneider da über Hirnphysiologie und Kulturphilosophie, referiert über Stammhirn und akustische Erfahrungswelt des Neandertalers, und philosophiert über "das Gerade und das Krumme in der westlichen Zivilisation", Zitat: "Das Krumme ist verdrängt. Es passt nicht zum planerischen Denken, zur Flußbegradigung, Flurbegradigung, zur Quadratur der Städte, zu den geraden Autobahnen und Eisenbahnschienen, zu Pünktlichkeit, Ordnung und Sauberkeit. Das Krumme verschafft dem Abendländer Angst"). Vorsicht, Banane! kann ich da nur sagen. Diese schwerverdauliche Mischung würzt Schneider dann auch noch mit einer Dosis jener abgedroschenen „kulturkritischen" Klischees und Plattheiten, die seit Horkheimer und Adorno anscheinend unausrottbar in deutschen Akademikerhirnen herumspuken. Wenn deutschen Professoren für ihre Studenten nichts besseres als das einfällt, ist es wohl kein Wunder, daß die wegweisenden Praktiker fast alle aus den USA kommen.
Zum Vergleich: Fred Karlin und Rayburn Wright kommen in ihrem wegweisenden Filmmusik-Buch „On the Track" zum Beispiel ganz ohne „Theorie"-Kapitel aus. Stattdessen haben sie - beide selber Filmkomponisten - über 40 Praktiker aus der Filmindustrie interviewt und die Ergebnisse in ihr Buch einfliessen lassen, dessen Struktur am chronologischen Verlauf einer Filmmusikproduktion orientiert ist.
Da es in D bisher kaum Bücher über Filmkomposition gibt, ist es trotzdem ein Verdienst von Schneider, damit angefangen zu haben.
Fazit: ein Buch nicht nur über Filmmusik, sondern leider auch ein Zustandsbericht über das Weltbild im Hinterkopf eines deutschen Professorenhirns. Praxisteil sehr lesenswert, Theorieteil = verzichtbar. Deshalb: 3 Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Januar 2013
Es handelt sich hier nicht um ein Handbuch, das man benutzen könnte, um für Filme komponieren. Komponieren lernt hier niemand. Es handelt sich vielmehr um einen Überblick über die ganze Welt des Tones, vom Originalton am Set bis hin zur ganzen Palette der Postproduktion, einschliesslich der Filmmusik. Für jemanden, der TIpps für die praktische Arbeit sucht, bleibt es an der Oberfläche. Schade, denn es gibt ohnehin sehr wenig Literatur zu dem Thema.
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