Der Titel „Komplott" ist irreführend und man hätte besser den Originaltitel beibehalten, denn eine „Verschwörung", so der deutsche Titel, ist dieser Roman nicht. Man hätte auch einen anderen Titel wie z.B. „Halbe Wahrheiten" nehmen können, m.E. trifft dies eher zu.
Thomas Gifford erzählt eine Geschichte, wie er es schon am Ende des Prologs erwähnt. Ungewöhnlich ist die Person des Erzählers, welcher von Beruf ein nicht unvermögender Schriftsteller (!) ist. Das erste Viertel des Romans plätschert so dahin; Gifford beschreibt die Personen, ihre Eigenschaften und Gewohnheiten. Rechte Spannung will sich noch nicht einstellen. Mit den ersten Toten zieht das Tempo merklich an. Oft geschieht dies sehr flott, so daß die Geschehnisse sich überschlagen und Hauptpersonen nun nicht mehr erscheinen. Die Kapitelangabe scheint willkürlich gewählt, ebenso die Unterpunkte. Nach einer gewissen Zeit nerven den Leser oftmals die eine Seite währenden Fragen am Schluß der Unterpunkte. In der Tat sind die Abläufe der Geschichte, gerade in der ersten Hälfte des Romans, doch recht vorhersehbar.
In der zweiten Hälfte bemüht sich ein als verliebter Hobbypsychologe getarnter Schriftsteller als Detektiv. Ein Szenenwechsel wurde sehr abrupt und konstruiert herbeigeführt; es gibt wohl keinen Menschen, der sich seines Vermögens nicht bewußt ist und den Besitz eines Hauses, welches als Versteck nun dient, übersieht.
Die Geschichte endet erst im Epilog, was unüblich ist. Der Epilog ist ein Nachwort, welches die über die eigentliche Geschichte hinausgehenden Ereignisse schildert. Das Ende kommt recht drastisch daher, was für die mit Psychopathen gespickte Geschichte nicht sonderlich verwundert. Das Leitwort des Romans könnte somit lauten: Wir sind alle Psychopathen; begegne nur keinem der schlimmer als du selber bist.
Schlußwort: Der Roman ist gut und schnell zu lesen, wirkt wohl recht konstruiert. Der Spannungsbogen wird mäßig bis gut gehalten.