Der Autorin ist ein unterhaltsames und wissenreiches Buch zum Thema gelungen.
Mitunter ist es ein wenig weitschweifig, was jedoch im Ganzen nicht von der Lektüre abhalten sollte. Denn im Grunde genommen hört doch fast jeder gerne Komplimente und die Autorin zeigt, was damit alles Positives bewirkt werden kann. Hilfreich ist auch, dass zum eigenen Schutz und Fortschritt die Fettnäpfchen beschrieben werden.
Neben geschichtlichen Hintergründen, welche zeigen, dass sich die Komplimente immer mehr verkürzt haben, gibt es viel Praxis und Übungen dazu, wie man Komplimente macht, nebst den Auflösungen dazu. Dass sogar die Herzen von Komplimentehassern gewonnen werden können, lässt das meinige höher schlagen.
Der stärkste Teil und der Kern des Buches sind für mich die 20 Grundmuster für Komplimente. Die darauffolgenden Kapitel verstärken die Anwendung: Da sind die 15 Eloquenzien für Sprachliebhaber. Dies meint Wortspiele, Rhythmusüberlegeungen zum Satzbau und weitere sprachliche Raffinessen. Sodann folgen 15 Techniken für glaubhafte Komplimente und Komplimentformen für 20 Ziele.
Unterhaltsam beschrieben finde ich auch die 6 grossen Gesten der Wertschätzung wie Kuss, Verbeugung, Handkuss, Knicks, Kniefall, Geschenk. Wobei auch nicht alle diese Gesten im gleichen Masse im Alltag beim Durchschnittsleser vorkommen werden. Dieser Teil des Buches scheint mehr einem Lexikon zu ähneln und man fragt sich, wie man das alles behalten und anwenden kann.
Eine interessante Zugabe ist das Komplimentemachen durch die Sprache der Blumen. Hier bin ich auf viele neue Informationen gestossen. Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn die beschenkte Person darüber Bescheid weiss, dass zum Beispiel ein Eisenkraut bedeutet: "Ich verzehre mich nach dir!"
In jedem Fall ziehe ich meine Hut vor der Autorin über so vieles geballtes Wissen zu diesem aufschlussreichen Thema und bitte dies keineswegs nicht nur als Galanterie zu verstehen.