Es bedarf gewiß einigen Muts (nicht zu verwechseln mit: Überwindung), sich dieser Lektüre über "Kommunikologie" zu widmen, darf der Autor doch als 'Ausnahmeerscheinung' bezeichnet werden, und das gewiß aus mehr als einem gutem Grund:
Vilém Flussers Texte erstrecken sich, was ihn von vielen Kollegen seiner Zunft wohltuend unterscheidet, weit über jene des klassischen (grauen) Theoretikers hinaus, Flusser war u.a. ein Visionär was die Beschreibung einer Welt, eingenommen von technischen und digitalen Kommunikationstechnologien (siehe z.B. "Ins Universum der technischen Bilder") betrifft, Flusser war Weltenbürger und Nomade (emigriert aus Tschechoslowakai, Wahlheimat Sao Paulo), Theoretiker der Fotografie und der neuen Medien. Die Genialität liegt darin, wie Situationen beschrieben und Technologien interpretiert werden. Seine Veröffentlichungen in verschiedenen Sprachen, darunter auch deutsch, sind unverzichtbar, wenn die Diskussion einer modernen Medien- und Kommunikationskultur ansteht. Flusser deutete schon in den fünfziger Jahren, daß Computer Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren würden, schrieb über das Philosophische an der Fotografie und skizzierte eine orientierungslose Gesellschaft im Mediennetz. Ein sehr empfehlenswertes Buch über das Wesen der Kommunikation, ohne jeden Zweifel.