Erstaunlich, wie ein Buch, dass das Papier nicht wert ist, auf dem es gedruckt wurde, eine derartige Verbreitung finden kann. Und noch schlimmer, wie können ein Magazin wie Page und noch ein paar andere Protagonisten der Brange diesen Hoax, wenn schon nicht kritisch analysieren, auch noch featuren und passagenweise abdrucken? Dieses Buch kann man in einem Satz zusammenfassen: Für ein tragfähiges Auskommen des Freischaffenden braucht es ein Honorar von 70 Euro die Stunde. Wow! Das Honorare z.B. etwas mit Politik, Soziologie und Psychologie zu tun haben und für in Verhandlungsdingen noch nicht so erfahrene Gestalter der Umgang mit Erwartungswerten eine zentrale Rolle spielt ist wohl nebensächlich. Die Tips zur Akquise hat auch eher die Glodmarie vom Baum geschüttelt: Post verschicken und Telefonieren. Wie man seine hochqualitative und engagierte Dienstleistung durch das Sperrfeuer der Glücksritter und Dilettanten, die es auf diesem Sektor immer noch zahlreich gibt, an den verunsicherten Kunden bringt, Strategien des Selbstmarketing die ins Schwarze treffen, das Aufzeigen ungewöhnlicher und neuer Wege für eine extrem bewegte und inhomogene Branche findet, wenn überhaupt, nur rudimentär Erwähnung. Qui bono? Einer bestimmten im Eigeninteresse unterwegs seienden Schicht sich gegenseitig fördernder Meinungsführer und Experten, die eigene Defizite durch Position und Rhetorik wettmachen. Das gehört dazu, ist aber in diesem Falle mehr als ärgerlich.