Man hat wirklich viel Spaß an dem Buch! Die Wirksamkeit von einigen Kommunikationstechniken wird nicht ohne Humor im Krimiteil vorgestellt und im Theorieteil durchleuchtet. Es geht insbesondere um Präsentation, Argumentation sowie die Bedeutung des "Anliegens" und der "Macht der Gefühle". Und das alles ohne übermäßig viel theoretischen Ballast.
Auch der etwas längliche Teil über "Logik" ist vertretbar, obwohl ich noch nie jemanden getroffen habe, der sich elementarer Aussagenlogik verschlossen hätte, weil er oder sie das nicht verstehen würden. Wichtiger ist die Frage, ob die Kommunikationspartner immer die gleiche Auffassung über die "Plausibilität" eines Arguments haben; hierauf wird nicht eingegangen.
Die Autorin hält sich an ihre eigenen Regeln (z.B. "Visualisieren") ; im Innenumschlag finden sich Illustrationen (der Autorin?) des Tatorts und der Verdächtigen. Hier stimmt allerdings nicht immer alles. Sind auch manche Personen im Krimi etwas unscharf geblieben (Hans Langfels): So habe ich mir die anderen nicht vorgestellt....
Die Autorin wendet sich auch vehement gegen "Manipulation". Das ist sehr in Ordnung, weil jede ehrliche Kommunikation immer die effektivste ist. Aber was ist ein Krimi ohne Netz und doppelten Boden! Zwar wird "Colombo" gelegentlich bemüht. Ist der aber nun doch das größte Schlitzohr von allen! ("...ich bin ja voll von Ihrer Unschuld überzeugt, aber mein Chef - wissen Sie - der will immer einen ganz vollständigen Bericht, und deshalb habe ich da noch ein paar ganz klitzekleine völlig unwichtige Fragen...")
So bleibt auch das Thema "Verhandlungen" ausgespart - und ich fürchte, es gibt keine "nicht-manipulativen" Verhandlungen....
Trotz ein wenig Kritik sehr lesenswert; und sollte man das nicht mal verfilmen ?