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Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß
 
 
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Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß [Taschenbuch]

Rudolf Höss , Martin Broszat
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 296 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Neuaufl. (1. Februar 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423301279
  • ISBN-13: 978-3423301275
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,6 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 6.906 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die autobiographischen Aufzeichnungen decken Hintergründe moralischer und geistiger Pervertierung auf, die sich im Deutschland Hitlers und Himmlers bei unzähligen ehrgeizigen »Gläubigen« des Regimes vollzog.

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, in der Nähe der gleichnamigen Stadt gelegen, wurde nach dem deutschen Angriff auf Polen im Zweiten Weltkrieg errichtet. Im Mai 1940 wurde der damalige SS-Obersturmbannführer Rudolf Höß mit dem Ausbau des Lagers beauftragt, das er als Kommandat dreieinhalb Jahre lang befehligte. Auschwitz gehörte zu den größten Vernichtungslagern des Dritten Reiches und bestand bis zum Januar 1945. Höß wurde zum 2. April 1947 vom polnischen Obersten Volksgericht zum Tode verurteilt und am 16. April 1947 in Auschwitz gehenkt.

Der Kommandant, dessen Laufbahn 1943 in Dachau begann, dann über Sachenhausen nach Auschwitz führte und schließlich 1945 in der Zentrale der »Inspektion KL« endete, berichtet von dem Inferno einer maschinell und »hygienisch« betriebenen Ermordung der Hunderttausende, die fast täglich mit Transportzügen aus ganz Europa in Auschwitz eintrafen. Er schildert Entstehung, Organisation und Entwicklung der Konzentrationslager, besonders aber seine Tätigkeit in Auschwitz. Dabei bemüht er sich um Exaktheit und Sachlichkeit; er erweist sich keineswegs als sadistischer Henkersknecht, sondern vielmehr als ein Mann, der Ordnung und Disziplin liebte, der in der Freizeit als »anständiger« SS-Führer stets beflissen und bereit war, auch den unmenschlichsten Befehl zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten auszuführen.

Über den Autor

Rudolf Höß war ein SS-Obersturmbannführer, der 1940 beauftragt wurde das Vernichtungslager Auschwitz auszubauen, das er als Kommandant dreieinhalb Jahre lang befehligte. Am 2. April 1947 wurde Höß vom polnischen Obersten Volksgericht zum Tode verurteilt und am 16. April 1947 in Auschwitz gehenkt.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
57 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verstörend 20. Februar 2006
Von Ein Kunde
Das eigentlich Schreckliche an den Aufzeichnungen Höss' ist, dass Höss nicht den Eindruck eines allgemein menschenverachtenden Ungeheuers macht, sondern ein vielleicht etwas bürokratischer, ultradisziplinierter, arbeitssamer und ordnungsliebender Mensch ist, wie es wahrscheinlich nicht wenig auf der Welt gibt. Wie leicht wäre es, seine Verachtung für die nationalsozialistische Ideologie auf den allen nüchternen Zahlen vom Völkermord einen emotionalen und persönlichen Hintergrund gebenden Großverbrecher zu projizieren; jedoch: eine eigentliche Erklärung für die Motivation von Höss Handeln bleibt aus. Angst macht, was Hannah Arendt vielleicht nicht ganz untrefflich die Banalität des Bösen genannt hat: Menschen wie du und ich sind unter bestimmten Voraussetzungen zu ultimativer Grausamkeit fähig. Höss ist nicht resistent gegenüber dem Erlebten und Getanen: er scheint emotional durchaus unter seiner Arbeit gelitten zu haben, der unbedingte Gehorsam Himmer und Hitler gegenüber aber gestatten ihm nicht, Emotionen/ethische Überlegungen in die Tat umzusetzen, Härte (gegen sich selbst wie gegen andere, so Höss selbst) ist oberstes Gebot. Dies macht Angst: die Wahrscheinlichkeit historischer Singularität wird marginal vor dem Hintergrund solcher Psychogramme. DAher verstörend.
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33 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Rudolf Höß legt in dieser kommentierten Autobiographie seine Sicht über sein Leben und Wirken dar. Aus historischer wie auch aus psychologischer Sicht ist dieses Werk deshalb höchst interessant.

Von der Kindheit im strengen Elternhaus, über die Zeit im Ersten Weltkrieg bis hin zum Eintritt in die SS und die daraus resultierende "Karriere" zeichnet Höß seinen Lebenslauf stellenweise sehr emotional nach und kommentiert z. T. auch die Zeitgeschichte.

Für die meisten Leser, die dieses Buch lesen werden, mag Höß eigene Darstellung über das Leben in "seinem" Lager Auschwitz von besonderem Interesse sein. Deshalb ist zu diesem spezifischen Punkt zu sagen, daß Höß nur kurz und mit einer widerwärtigen Oberflächlichkeit auf das Geschehene im Lager eingeht. Vor allem seine Betrachtungsweise über die Funktion der Gaskammern von Auschwitz-Birkenau entlarvt ihn als gewissenlosen Vollstrecker des Hitler-Terrors. Er selbst wähnt sich zwischen den Zeilen als Mörder mit weißer Weste, der zwar unmittelbar mit dem Massenmord an Millionen von Menschen zu tun hatte, innerlich aber stets ein Aufbegehren gegen Terror und Brutalität in einem KL empfand.

Dieses Buch ist im Hinblick auf die Gefühls- und Lebenslage eines der Haupttäter des NS-Wahnsinns besonders interessierten Lesern zu empfehlen. Als Ergänzungsliteratur hierzu empfiehlt sich das Buch von Robert Merle "Der Tod ist mein Beruf".

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61 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Höss zu lesen geht an die Substanz. Wie einer, der für den Tod unzähliger Menschen verantwortlich war, mit einer Beiläufigkeit über sein Morden berichtet und gleichzeitig versucht sich von eben diesem zu distanzieren, schokiert. Nicht weniger schokierend ist das eigene Leseverhalten. Das Buch muss als spannend, gar fesselnd beschrieben werden. Und dennoch wollen mir eben diese Termini in diesem grässlichen Zusammenhang nicht so einfach über die Lippen kommen. Was ist es, was den Leser fesselt? Die Banalität des Bösen (Hannah Arendt), die sich uns auf wundersamer Weise eröffnet und dann doch wieder verschliesst (schließlich sind wir doch keine Mörder)? Oder sind wir gefesselt, weil wir uns als voyeuristische Gaffer am Unfassbaren ergötzen?

Martin Brozat (der Herausgeber) hat wahnsinnige Arbeit geleistet. Ohne seine wissenschaftliche Bearbeitung der Aussagen von Höss, wären diese nicht zu bewerten. Es ist sein Verdienst, dass wir wenigstens mit einem Quentchen Gewissenhaftigkeit den Versuch wagen können, hinter die Fassade nationalsozialistischer Menschenmanipulation, auf die Denkstrukturen eines Höss schauen zu können. Und was man sieht bleibt halt faszinierend banal. Höss, ein Typ,dem emotionale Regungen, wie Mitleid, nicht fremd waren; - doch standen sie hinter den Tugenden Gehorsam, Pflichterfüllung, Loyalität und Ordnungsliebe zurück. Ob es davon nicht noch mehr gibt?

Das Buch ist so spannend, dass man sich den Massenmord an den Juden mit ins Bett nimmt.

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Vor 4 Monaten von Susannah Dean veröffentlicht
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Eines der wichtigsten Bücher über dieses grauenhafte und trotz aller Befassung unbegreifliche Verbrechen - wie von den anderen Rezensenten schon ausreichend dargelegt. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Bio-Observer veröffentlicht
Nach vielen Jahren....
2011 sieht der Forschungsstand doch sehr anders aus. Was Hanna Arendt prophetisch ahnte die Banalität des Bösen) ist unter verschiedensten Aspekten inzwischen... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Sagittarius veröffentlicht
Was ist mit Mengele?
In vielen anderen Kommentaren wird das Wesentliche schon gesagt und die Aufzeichnungen
von Rudolf Höß sind sicher ein besonderes Zeitdokument, ohne Frage. Lesen Sie weiter...
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Sehr gelungen!
Ich habe selten ein Buch gelesen, was dieses Thema so wunderbar und direkt aus Sicht des / der Täter/s beschreibt. Lesen Sie weiter...
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Das Interessante an dieser autobiographischen Aufzeichnung ist, dass Höss repräsentativ für das Schicksal einer ganzen Generation steht. Lesen Sie weiter...
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