Im Vorgängerband Sündiges Geständnis, erbte die Romanheldin Faye Grantham von ihrer Tante, ein altes, wunderbares viktorianisches Haus in dem sich früher ein Edelbordell befand.
Doch in diesem Bordell, Perdition House, lebt Faye, nachdem sie ihren Verlobten in flagranti mit seiner Sekretärin ertappte nicht allein, da die Geister längst verstorbener Prostituierter in dem alten Haus noch ihr Unwesen treiben. Auch eine Vorfahrin von Faye, Bess, einstige Besitzerin dieses Etablissements geht dort um.
An sich hat Faye keine Probleme damit, sich mit den Damen zu unterhalten, doch einen kleinen Haken gibt es an der Sache- alle wollen Faye ihre Lebensgeschichte anvertrauen, damit sie endlich von ihrem Geisterdasein erlöst werden und das kostet Faye sehr viel Lebensenergie'
In zweiten Teil geht es nun weiter. Mittlerweile hat Faye, deren Verlobter ihr stets unterstellte, sie wäre sexuell gesehen eine Niete, sich gleich zwei potente Liebhaber genommen, mit denen sie unerfüllte Wünsche auslebt.
Und Faye hat echten Nachholbedarf zumal ihre sexuellen Wünsche zusätzlich durch erotische
Träume, die sie den Damen von Perdition House verdankt, verstärkt werden.
So befriedigt sie zunächst nur ihre Bedürfnisse ohne über eine tiefer gehende Beziehung nachzudenken, bis sie dann schließlich die Geschichten der Geister von Perdition House erfährt, die ihren Blick aufs Wesentliche lenken'
Bonnie Edwards zweiter Teil um ihre Romanheldin Faye bietet streng genommen nur eine Aneinanderreihung von erotischen Liebeszenen. Die Handlung als solche ist wirklich absolute Nebensache, wobei die Plotidee an sich sehr interessant war, kurz, man hätte mehr daraus machen können, meiner Meinung nach.
Die Liebeszenen sind sehr deutlich ausformuliert, die Sprache leider zu hart, streckenweise zu vulgär, für meinen Geschmack. Dafür schafft die Autorin jede Menge Abwechslung, sowohl Fellatio, als auch Voyeurismus, Fesselspielchen light und viele erotische Spielarten mehr, werden hier sehr offen und detailliert beschrieben und sexy dargeboten.
Ein großes Manko jedoch ist vor allem die Tatsache, dass sich sowohl alle Romanfiguren der Gegenwart, als auch die Geister, die eigentlich aus den goldenen 20er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen, einer unpassenden, sehr umgangssprachlichen, slanglastigen Ausdrucksweise bedienen, die jedoch kaum so klingt, als käme sie aus dem englischsprachigen Raum und wäre 1:1 übersetzt worden. ;-)
Selbst die ehemalige Bordellmutter lässt Sätze fallen wie :
Zitat Anfang: Oh, Faye, wenn ich Dir gleich immer alles erzählen würde, wär ja der ganze Spaß futsch.' Zitat Ende.
Oder auch Zitat Anfang:' Ich will doch hoffen, dass er bei dem Outfit rattenscharf wird,' müffelte Belle. Zitat Ende.
Lässt man einmal sprachliche Defizite beiseite, wobei ich als Nicht Originalleser nicht beurteilen kann, ob sie bereits im Original vorhanden oder erst durch die Übersetzung zustande kamen, hat der Roman als solches durchaus auch einige Stärken. So fand ich zum Beispiel sämtliche Liebegeschichten der weiblichen Geister, die Faye übermittelt wurden, sehr nett wobei es sogar zu romantischen Szenen kommt.
3.5 von 5 Bewertungspunkten. Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)