Ich kann mich den anderen Rezensenten dieses Albums nicht anschließen: "Komm, laß uns einen kleinen Rumba tanzen" ist eine Platte des Palastorchesters, die sich nahtlos in die Reihe der bisherigen Einspielungen einreiht. Sie ist genauso brilliant, präzise und klangschön musiziert, genauso exzellent abgemischt und genauso abwechslungsreich, wie die anderen Produkte aus dem Hause Palastorchester, auch wenn dieses Mal gilt: (Fast) Alles Rumba! Die Tradition wird alleine durch zwei Stücke gewahrt, die das Palastorchester bereits in der Vergangenheit eingespielt hat ("Rumbah Tambah" und "Tabu"). Tanzmusik ist die ureigene Domäne des Orchesters und fremdsprachige Titel fanden sich schon immer im Repertoire.
So gesehen ist alles beim alten geblieben - und das ist sehr gut so! Wer Spaß an Schlagern aus den 20er- und 30-Jahren hat, wer eine Kapelle und einen Sänger erleben möchte, die schon fast beängstigend gut aufeinander eingestellt sind, wer sich in Erinnerung rufen möchte, daß es grade das Leichte ist das immer am schwersten ist, der ist beim Palastorchester und seinem Sänger Max Raabe nach wie vor bestens aufgehoben.
Der Titel ist Programm: Die Platte widmet sich fast ausschließlich dem Rumba. Von traurig bis beschwingt, von langsam bis schnell und von lustig bis theatralisch werden alle Nuancen des Tanzes und der Musik ausgelotet. Da hat natürlich die Rythmusgruppe ein wenig mehr zu tun, als sonst.
Es sei erwähnt, daß einer der insgesamt 17 Schlager abfällt: "Ich suche eine, die mir allein gehört". Das ist allerdings weder dem Palastorchester noch Max Raabe geschuldet, sondern den beiden Gastsängern Heino Ferch und Peter Lohmeyer, die entschieden besser schauspielen als singen können ...