Irina Denezkina, erst 21, zeichnet mit ihren Erzaehlungen ein zunaechst erschreckendes, duesteres und pessimistisches Bild der russischen Jugend. Suff, ungezuegelter, aber keineswegs befriedigender Sex, Gewaltorgien, unverbindliche Freundschaften - das soll Russland sein? Ist es sicher auch, ein anderes eben als Matrioschka-Puppen und Baerenfellmuetzen. Denezkina hat ein waches Auge, das sie aus der Mitte ihrer Welt (Jekaterinenburg) und ihrer Erfahrungen auf fiktive und wirkliche Menschen ihrer Umgebung richtet. Brillante Bilder, ueberraschende Beschreibungen und nachdenkliche Szenarien machen aus diesem Erstling ein spannendes Buch, dessen erster Eindruck abstossend sein mag, das aber dann einen Mikrokosmos erstaunlicher Beobachtungen erschliesst. Gespannt auf mehr!