In dem Film von Mirko Borscht geht es nicht allein darum, dass die Jugendlichen im Osten Deutschlands oftmals keine Perspektive haben, sondern vielmehr auch darum, dass ihnen auch keine geboten werden. Damit fallen jegliche Art von Verbundenheit, Geborgenheit und Anerkennung auf fruchtbaren Boden. Doch anders als in sonstigen Berichterstattungen, die die Rechtsradikalen im Osten als dumm und unheilbar hinstellen, versucht der Film unter diese Oberfläche zu blicken, der wir uns nur allzu gern hingeben.
Dem Team um Mirko Borscht gelingt dies in einfachen Bildern, die teilweise so anmuten, als sei eine Reportage gedreht worden. Die Drehorte sind nicht gestellt, sie sehen wirklich so verkommen aus. Es wurde auch versucht in den ruhigen Einstellungen, zum Beispiel als Georg mal joggt, die schönen Seiten von Frankfurt/Oder einzufangen.
Einige Male wechselt die Aufnahmequalität, das Bild wird dann sehr körnig und verwackelt.
Auch der Ton überschlägt sich das eine oder andere Mal, so sind gewisse Dialoge von den Hintergrundgeräuschen überdeckt. Doch es hat den Anschein, als soll es so sein.
Die schauspielerische Leistung gerade von Florian Bartholomäi (Georg) und Ludwig Trepte (Thomas) sind enorm. Die Gefühlsausbrüche wie Wut, Hass und Trauer wirken authentisch, auch ist es interessant anzusehen, wie weit sie gegangen sind.
Der Kampfsport Taekwando spielt zwar eine wichtige, aber keine Hauptrolle. Er erfüllt seinen Zweck als Medium, als ehemaliger Mittelpunkt von Georg. .
Die Kämpfe im Film sind gut dargestellt und überdecken die Brutalität nicht mit schönen Bewegungen. Der Film ist sehr gut geschnitten, rasant wechselt sich mit ruhigen Einstellungen und den Überblendungen aus Georgs Erinnerungen ab.
Der Film verdient auf alle Fälle Aufmerksamkeit. Seine dichte Stimmung und Gefühle, die nachvollziehbar sind, machen ihn zu einem Filmerlebnis der besonderen Art.
Er regt zum Mitdenken und sicher auch zu Diskussionen an. Wer einen Film haben möchte, der nicht berieselt und auch vor politischen Extremen nicht zurückschlägt, sollte sich ihn ansehen.