Erfreulich rasch veröffentlicht der Reprodukt-Verlag die Serie Koma. Innerhalb dieses Jahres ist nunmehr schon der dritte Band der lesenswerten Serie auf deutsch erschienen - und begeistert mich wie auch schon die beiden Vorgänger.
Ich setze an dieser Stelle voraus, dass man die ersten beiden Bände gelesen hat, ansonsten bitte diesen Absatz überlesen, weil sonst Spoilergefahr besteht.
Denn die Handlung setzt - kein Wunder - direkt nach Koma 1 an. Addidas Emm, das kleine Mädchen, das seinem Vater beim Reinigen der Schornsteine hilft, leidet an einer seltenen Krankheit, die es immer wieder in einen komaähnlichen Ohnmachtszustand fallen lässt. In diesen Komas sieht sie immer wieder ein riesiges schwarzes Ungeheuer, das an einer nicht minder großen Maschine rumwerkelt. Am Ende von Band eins fällt Addidas in einen Schornstein - und steht dem Ungeheuer plötzlich wirklich gegenüber.
In Band zwei findet Addidas heraus, dass die Maschine soetwas wie ihre Seele sein muss - und kaputt ist. Das Ungeheuer ist sicher, dass das Mädchen tot sein müsste - es aber offensichtlich nicht ist. Während Addidas Emm die seltsame Umgebung erkundet, wird sie verzweifelt von ihrem Vater gesucht. Als er Hilfe bei der Behörde sucht, wird er als illegaler Schornsteinfeger kurzerhand in das titelgebende große Loch geworfen. Doch auch hier hegt er Pläne, um seine Tochter wieder zu finden...
Band drei "Wie im wilden Westen" lässt nun Addidas Kontakt mit ihrem Vater aufnehmen (auf einer geistigen Ebene, die ihr Vater nicht so recht nachvollziehen kann). Vater und Tocher versuchen nun, aus ihrer jeweiligen Lage zu entkommen, sprich Addidas will wieder zurück ans Tageslicht und auch ihr Vater versucht, aus dem Loch zu fliehen. Auf ihrem Weg zurück wird das Mädchen natürlich vom schwarzen Ungeheuer begleitet. Wie dieses in der Menschenwelt zurecht kommt, und was passiert, als Addidas auf der Behörde nach ihrem Vater sucht, ist großartige Comic-Unterhaltung.
Die düstere Geschichte stammt aus der Feder von Pierre Wazem und wurde mit putzigen Bildern von Frederik Peeters illustriert. Laut Impressum ist Koma als sechsteilige Serie geplant. Da Band eins bis drei sehr rasch aufeinander folgten, bleibt zu hoffen, dass auch die fehlenden Bände bald in deutscher Übersetzung vorliegen, denn die Serie wurde in Frankreich bereits 2003 publiziert, somit sollte genügen Material vorliegen.
Kolorierung, Druck und Bindung sind tadellos und somit typisch für Reprodukt. Bitte, bitte, weiterhin bald mehr von Addidas und ihrem Vater! Das hat ja schon bei meinen ersten Koma-Rezensionen geholfen! ;)