Aus der Amazon.de-Redaktion
Als Leo Demidow ins Zimmer seiner beiden Adoptivkinder kommt, tut Soja so, als würde sie schlafen. Aber der ehemalige KGB-Polizist hat genug Erfahrung mit Gefangenen, um zu erkennen, dass Soja hellwach ist und auf jede seiner Bewegungen mit Anspannung lauscht. Kurz zuvor hatte sie, wie schon so viele Nächte vorher, ein Messer an seine Halsschlagader gehalten. Aber dann war sie durch einen Anruf aufgeschreckt und davon abgehalten worden, ihre Tat vielleicht zumindest dieses Mal durchzuführen.
Der nächtliche Anruf ist für Leo Demidow mehr als unangenehm. Er kommt von einem betrunkenen Kollegen, der sich schuldig fühlt. Er hat eine Schuld auf sich geladen, an der auch Demidow seinen Anteil hat. Das ganze Lügengebäude einer heilen Familie scheint endgültig zusammenzubrechen. Dann wird auch noch Soja entführt und der Ex-KGB’ler und jetzige Leiter eines von der Sowjet-Regierung verschwiegenen Morddezernats auf perfide Art und Weise erpresst. Wenn ihm das Leben seiner Adoptivtochter lieb ist, so fordern die Entführer, solle er sich ins Gulag an den Rand Sibiriens einschleusen lassen und dort einen Priester befreien, für dessen Internierung vor sieben Jahren er selbst verantwortlich zeichnet. Demidow lässt sich auf den Handel ein – und wird im Strafgefangenenlager prompt enttarnt. Von diesem Zeitpunkt an scheint seine Ermordung nur noch eine Frage der Zeit zu sein...
Immer enger zieht der britische Bestsellerautor Tom Rob Smith die Schlinge um den Hals seiner Hauptfigur, bis selbst dem letzten Leser der Atem stockt. Nach Kind 44 ist Kolyma wieder ein großer Wurf im Thriller-Genre. Wie es dem jungen Autor gelingt, die bedrückende Atmosphäre in der Sowjetunion Chruschtschows erlebbar zu machen, ist nahezu erschreckend. Und wie sich dann alles löst, ist beruhigend zugleich.-- Stefan Kellerer
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Nach nur einem Jahr lässt Tom Rob Smith seinem Bestseller "Kind 44" einen weiteren Thriller über den Ex-KGB-Agenten Leo Demidow folgen. "Kolyma" spielt im Jahr 1956 und hält sich abermals an historische Fakten: Chruschtschow hat sich in einer geheimen Rede von den Verbrechen Stalins distanziert, und in Moskau herrscht Chaos. All jene, die unter Stalin spioniert, denunziert und malträtiert haben, fürchten nun die Rache ihrer Opfer. Zurecht, denn ehemalige Gulag-Insassen haben bereits mehrere ranghohe KGB-Offiziere auf dem Gewissen. Ihre Anführerin ist eine Frau, deren Gefangennahme Leo einst veranlasste. Intelligent verwebt Smith Geschichte mit Fiktion und fängt in schmerzhaft expliziten Beschreibungen die Schrecken der politisch motivierten und legitimierten Folter ein. Zentral ist dabei die Frage nach der Schuld: Kann man keine Wahl haben? Und ist Befehlsausübung eine zulässige Ausrede? Dem Briten gelingt zunächst sogar das Kunststück, das Ganze mit einer Liebesgeschichte zu verweben - bis ihm der Gegensatz von Gewalt und Zärtlichkeit auf den letzten Buchseiten doch aus dem Ruder läuft. (jul)
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Kurzbeschreibung
Der zweite Band der Thrillerreihe um den Geheimdienstoffizier Leo Demidow
Kolyma – das ist der Vorhof der Hölle. Am äußersten Rand von Sibirien gelegen, tausende Kilometer von Moskau entfernt, gibt es hier nur Steine, Schnee, Permafrost – und Lager. Die schlimmsten Gulags der Sowjetunion. In diese eisige Wüste lässt Leo Demidow sich einschmuggeln, denn seine Tochter wurde entführt, und ihr Leben steht auf dem Spiel. Doch als einer der Mithäftlinge ihn als ehemaligen KGB-Agenten enttarnt, sitzt Leo plötzlich in einer tödlichen Falle ...
Über den Autor
Tom Rob Smith wurde 1979 als Sohn einer schwedischen Mutter und eines englischen Vaters in London geboren, wo er auch heute noch lebt. Er studierte in Cambridge und Italien und arbeitete anschließend als Drehbuchautor. Mit seinem Debüt »Kind 44« gelang Tom Rob Smith auf Anhieb ein internationaler Bestseller. Er wurde u. a. mit dem »Steel Dagger« ausgezeichnet, für den »Man Booker Prize« nominiert und bisher in 30 Sprachen übersetzt. Nach »Kind 44« und »Kolyma« schloss der Autor seine Trilogie um den Geheimdienstoffizier Leo Demidow mit dem Roman „Agent 6“ ab.