Kurzbeschreibung
"Eine Wirrnis ist das Leben. Ein Getummel die Welt. Ein Phänomen die morgendliche U-Bahn-Station. Das ist ein Knuffen und Drängeln und Gestoße und Gebrummel, all die Damen und Herren und anderes Gesumse in Zwirn und in Leder, mit Hündchen oder ohne, viel Geklimper an vielen Ohren, allgemein wenig Hut und viel Solarium. Sie huschen dahin, bis sie ganz viele sind, so dass daraus ein Strom wird, bald schon eine Flut, und es ergießt sich unablässig ein Menschenschauer, der hernieder und durch alle Löcher plätschert, dicht und riechend, und es wird eine solche Unzahl, dass irgendwann das Schlimme offensichtlich wird: Inzwischen hat das ganze Land kein Zuhause mehr und muss nunmehr beständig U-Bahn fahren, um nicht zu erfrieren.
Und da hausen sie nun - sie schlafen in der Bahn und rasieren sich in der Bahn und dinieren in der Bahn und machen Liebe in der Bahn und gebären ihre Kinder in der Bahn, und irgendwann, so in der dritten Generation, werden die Kindeskinder der Bahnbewohnungspioniere kategorisch erklären, das sei ihre verdammte U-77, und das ganze verlumpte Gesocks aus der soeben um einen Waggon verkürzten U-75 solle sich ja nicht noch mal blicken lassen, sonst setze es aber was, und so ergibt ein Wort das andere und recht wenig später werden alle Züge über Düsseldorf Hauptbahnhof ein gemeinsames Atomwaffensperrabkommen unterzeichnen, auf dass so was wie an der Haltestelle Oststraße nie wieder vorkomme..."
Schöner Warten dank Fußnägelrechnen für Anfänger – oder umgekehrt?
So und ähnlich titulieren sie sich, die ehemaligen Bewohner von www.kolumne-eins.de, jener anarchistischen Wohngemeinschaft von Texten, die sonst einsam auf dem literarischen Äquivalent von Holzbänken kalter Vorstadtbahnhöfe erfroren wären. Illuminatenhafte 23 an der Zahl, herrlich sinnfrei, schräg und krude, genau wie das Leben. Wieder vertrieben aus dem geräumigen weltweiten Netz, hocken sie nun gesammelt in einem einzigen kleinen eBook, rauchen, trinken Rotwein und träumen von der Frankfurter Schule. Soviel zum sozialen Wohnungsbau.
Und da hausen sie nun - sie schlafen in der Bahn und rasieren sich in der Bahn und dinieren in der Bahn und machen Liebe in der Bahn und gebären ihre Kinder in der Bahn, und irgendwann, so in der dritten Generation, werden die Kindeskinder der Bahnbewohnungspioniere kategorisch erklären, das sei ihre verdammte U-77, und das ganze verlumpte Gesocks aus der soeben um einen Waggon verkürzten U-75 solle sich ja nicht noch mal blicken lassen, sonst setze es aber was, und so ergibt ein Wort das andere und recht wenig später werden alle Züge über Düsseldorf Hauptbahnhof ein gemeinsames Atomwaffensperrabkommen unterzeichnen, auf dass so was wie an der Haltestelle Oststraße nie wieder vorkomme..."
Schöner Warten dank Fußnägelrechnen für Anfänger – oder umgekehrt?
So und ähnlich titulieren sie sich, die ehemaligen Bewohner von www.kolumne-eins.de, jener anarchistischen Wohngemeinschaft von Texten, die sonst einsam auf dem literarischen Äquivalent von Holzbänken kalter Vorstadtbahnhöfe erfroren wären. Illuminatenhafte 23 an der Zahl, herrlich sinnfrei, schräg und krude, genau wie das Leben. Wieder vertrieben aus dem geräumigen weltweiten Netz, hocken sie nun gesammelt in einem einzigen kleinen eBook, rauchen, trinken Rotwein und träumen von der Frankfurter Schule. Soviel zum sozialen Wohnungsbau.
