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64 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Depersonalisation erleben und die Angst überwinden,
Von Dietrich Marquardt (Frankfurt/M, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Kollision mit der Unendlichkeit: Ein Leben jenseits des persönlichen Selbst (Taschenbuch)
Das Gefühl, neben sich zu stehen, die Welt durch eine Scheibe zu sehen, der Beobachter des eigenen Lebens zu sein: Solche und ähnliche Empfindungen haben fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens kurzzeitig. Wenige auch über lange Zeit, ganz wenige über Jahre hinweg. Zumindest in der westlichen Kultur, die auf der Idee des persönlichen Selbst aufbaut, sind die Gefühle des Ich-Verlustes mit Angst verbunden. Diese Angst kann sich bis zur Panik steigern. Wahnsinn, Schizophrenie - alle diese Diagnosen und Selbstdiagnosen werden gestellt. Die westliche Psychologie und Psychiatrie spricht von einem Zustand der Depersonalisation oder Derealisation und versucht Zusammenhänge mit traumatischen Erlebnissen zu finden, um die Betroffenen "auf den Boden der Realität zurück zu holen", ihnen das Empfinden der eigenen Irrealität zu nehmen.Die Autorin wird plötzlich vom Erlebnis des Ich-Verlustes betroffen, ein Zusammenhang mit traumatischen Ereignissen ist nicht erkennbar. Die Angst wird größer, je länger der Zustand anhält und er hält über 10, 12 Jahre an, er bleibt offenbar unverändert. Die Autorin hat das Glück nach einer quälenden Odyssee verschiedener Psychotherapien mit der buddhistischen Lehre der Ich-Losigkeit bekannt zu werden. In dieser Lehre wird die Ich-Losigkeit nicht als Mangel, sondern als Ausdruck der Erleuchtung verstanden. Die Autorin findet in ihren mühsam und mit der Unterstützung einiger spiritueller Lehrer errungenen Einsichten einen Weg zur Überwindung ihrer Angst. Das Buch ist außerordentlich wichtig, da es offenbar die einzige deutschsprachige Darstellung aus der Sicht des eigenen Erlebens ist. Der Bericht wirkt authentisch und ehrlich, er ist auch nicht unkritisch in der Darstellung z.B. von Meditions-Organisationen. Bewundernswert, wie die Autorin ihr Leben meistert, Schwangerschaft, Trennungen, Studium und Beruf. Niemand muss sich die weitreichenden Interpretationen der Autorin zu eigen machen. Jeder kann sich von der Stimmigkeit ihrer Selbstinterpretation beeindrucken lassen. Schade, dass der Verlag diesem preiswerten und offenbar sorgfältig übersetzten Büchlein einen so kitschigen Umschlag verpasst hat. Traurig liest man, dass die Autorin 1997 mit 42 Jahren an Krebs gestorben ist. So viel Lebensfreude und Energie trotz jahrelanger Angst: Es wäre ein Vergnügen gewesen, sich mit ihr in Verbindung zu setzen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Berührt,
Rezension bezieht sich auf: Kollision mit der Unendlichkeit. Ein Leben jenseits des persönlichen Selbst (Taschenbuch)
Selbstverständlich ist jedes Erwachen einzigartig und sollte nicht als Vergleichsmaßstab herangezogen werden. Mich hat diese Autobiographie dennoch sehr berührt. Segal räumt auf mit den gängigen "Praktiken" der Guru-Szene, wobei sie es dem Leser selbst überlässt, sich ein Bild zu machen, und macht deutlich, dass Erwachen losgelöst von jeglicher Anstrengung, sie zu erlangen, geschieht. Durch den radikalen Verlust der Identität erfuhr die Person dennoch tiefste Angstzustände, die sich über Jahre in Extreme steigerten. So "beleuchtet" sie auch eine mögliche Kehrseite. Die Vorstellung, dass Erwachen etwas mit dem Sieg über den Verstand zu tun hat, in dessen Zusammenhang ja immer wieder behauptet wird, er müsse zuerst ausgeschaltet werden, widerlegt sie auf sehr eindrucksvolle Weise. Wenn es geschieht, kann der Verstand das ganze zwar ad absurdum führen, aber er kann es niemals verhindern. Auch der Glaube, dass in der Wirklichkeit keine Angst mehr existierte, ist wohl ein Mythos. Selbst wenn sie sicher ein Extrem gelebt hat, macht es doch sehr anschaulich, dass der Prozess des Erwachens sehr facettenreich ist und niemals einem anderen Geschehen gleicht. Es war eine faszinierende Geschichte. Und dann der Paukenschlag am Ende des Buches. Die Spekulation über ihren frühen Tod, der ja vermutlich in dem Zusammenhang "nicht hätte passieren dürfen" und sie wieder so "menschlich" macht, ist verrückt. Betroffenheit war auch bei mir spürbar, aber im nächsten Moment konnte ich lächeln. Was nicht geboren wird, kann auch nicht sterben. Das Ego, das den Sinn dahinter erkennen wollte und das Besondere liebt, hat sich kurz und entrüstet in Gedanken gemeldet. Das hat man jetzt von der Erleuchtung! Segal hat gleich in mehrfacher Hinsicht mit diesem weihevollen Sein aufgeräumt. Ich hätte gerne noch mehr von ihr gehört, aber das Spiel des Lebens hat ihren körperlichen Ausdruck höchst "ungnädig" und viel zu früh abberufen. Aber was wissen wir schon?
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Paradoxe, aber glaubhafte Autobiographie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Kollision mit der Unendlichkeit: Ein Leben jenseits des persönlichen Selbst (Taschenbuch)
Die Autorin macht die Erfahrung, kein "ich" zu haben - das ist eines Tages einfach weg. Auch der innere "Beobachter" verschwindet - für immer. Trotzdem lebt sie "ganz normal" weiter, hat Gedanken und Gefühle, heiratet, hat ein Kind, reist, studiert ...Sie entdeckt erst nach vielen Jahren vergeblicher Psychotherapie, dass ihr Zustand nicht krankhaft ist. Sie lernt, ihrer Angst unnormal zu sein, keine weitere Beachtung zu schenken. Schließlich findet sie heraus, was es mit dem "nichts" auf sich hat und kann sich an ihrem Zustand erfreuen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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