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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine logische Fortsetzung seines Buches "Arm und Reich"..., 20. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Kollaps.Warum Gesellschaften überleben oder untergehen (Gebundene Ausgabe)
... hat Jared Diamond hier vorgelegt. Diesmal beschäftigt er sich mit den Gründen für den Untergang früherer Hochkulturen und zieht Parallelen zur Jetztzeit. Dabei weist er auf viele Ursachen hin, die auch heute zu einem Zusammenbruch einer Gesellschaft führen können. Es geht dabei um falsche Bodenbewirtschaftung, Überbevölkerung und teure Kriegsführung. Aber auch um kulturelle Gepflogenheiten, starres Festhalten an überholten Werten sowie den Egoismus einer Regierungsschicht, die es sich leisten kann, abgeschottet von den konkreten Problemen der restlichen Bevölkerung zu leben... Das Buch ist umfangreich und liest sich nicht ganz leicht, es macht allerdings jedem Vergnügen, der gerne große Gedankenbögen nachverfolgt und den auch ein dicker naturwissenschaftlicher Wälzer nicht schreckt. Hochinteressant fand ich das Kapitel über China und seine Umweltprobeleme. Die jüngsten Ereignisse dort im November 2005 zeigen, wie aktuell der Autor mit seinem Buch gerade ist. Jared Diamond hat erstklassig recherchiert und viele interessante Fakten zusammengetragen. Besonders spannend fand ich seine Wiedergabe der Tragödie der Osterinsel und seine Ausführungen zum Ende der Wikingerkultur in Grönland. Diamond fand aber auch Positives heraus, wie z. B. die gelungene Aufforstung Japans durch die Shogun oder den Entschluß der Tikopia, von umweltfeindlicher Schweinehaltung auf ihrer Insel abzulassen. Auch werden gute Beispiele aus der aktuellen Wirtschaft gebracht: So das Ölfördergebiet von Kutubu, in dem besonders auf den Naturschutz geachtet wurde. Gerade hier liegt meines Erachtens nach die Stärke von Diamonds vielschichtiger Argumentation. Trostlose Weltungergangszenarien bringen die Menschen nicht zur Umkehr, weil sie das allzu Unangenehme dann einfach verdrängen und die nackte Angst ist ein schlechter Ratgeber, wenn es gilt, komplexe Probleme langfristig zu lösen, meint Diamond. Das Buch bringt zwar internationale Fallbeispiele, richtet sich aber vorwiegend an ein amerikanisches Publikum. Zwei umfangreiche Kapitel sind der aktuellen Umweltpolitik des US-Bundesstaates Montana gewidmet, was vielleich nicht jeden europäischen Leser so detailiert interessieren dürfte wie den Autor, der hier seinen Grundbesitz hat. Verständlich allerdings, daß er den möglichst werthaltig an seine Kinder weitergeben möchte.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wir haben es in der Hand, 8. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Kollaps.Warum Gesellschaften überleben oder untergehen (Gebundene Ausgabe)
Im Gegensatz zu seinem Bestseller „Arm und reich“, der sich mit dem Aufstieg unterschiedlicher Gesellschaften befasste, beschäftigt Jared Diamond sich hier mit deren Untergang. Er identifiziert dabei fünf Hauptursachen für den Zusammenbruch von Kulturen: vom Menschen verursachte Umweltschäden, Klimaveränderung, feindliche Nachbarn, Verlust der Unterstützung durch freundliche Nachbarn bzw Handelspartner und schließlich die Reaktion der Bevölkerung auf ihre Probleme. Unter diesen Aspekten untersucht Diamond eine Reihe von Kulturen aus Vergangenheit und Gegenwart. Er erklärt, warum manche frühere Gesellschaften (zum Beispiel die Wikinger-Siedlung in Grönland oder die Ureinwohner der Osterinsel) untergingen, während anderen (zum Beispiel Island) dieses Schicksal trotz ähnlicher ökologischer Probleme erspart blieb. Anschließend wird die Lage in einigen heutigen Staaten wie Ruanda, China oder Australien geschildert und erklärt, warum sich diese nach Meinung des Autors in einer prekären Situation befinden und welche Lösungsmöglichkeiten es gäbe. Das Hauptaugenmerk wird in beiden Fällen auf die vom Menschen verursachte Schädigung der Umwelt sowie auf die Auswirkungen eines übermäßigen Bevölkerungswachstums gelegt. Im letzten Teil des Buches versucht Diamond, Lehren für die Gegenwart zu ziehen. Er beschreibt, warum Gesellschaften ihre Probleme oft nicht erkennen bzw nicht in der Lage sind, sie zu lösen. Er erklärt, welches heutzutage die drängensten Umweltprobleme sind, die einer baldigen Lösung bedürfen, beschreibt die Schwierigkeiten, die dabei zu bewältigen sind (vor allem hinsichtlich der Einstellungen von Politikern oder Leitern von Wirtschaftsunternehmen), zeigt aber auch positive Ansätze auf. Insbesondere schildert Diamond auch (teilweise aber erst im Kapitel „Weiterführende Literatur“), wie der Einzelne als Wähler oder Konsument auf Entscheidungsträger einwirken und so einen verbesserten Umweltschutz erreichen kann. So bietet dieses Buch nicht – wie der Titel vielleicht befürchten ließe - nur ein düsteres Untergangsszenario, sondern zeigt auch auf, dass wir alle es in der Hand hätten, die ökologische Situation der Erde positiv zu beeinflussen. So weit so gut. Bedauerlicherweise hat das Buch aber auch einige Schwächen: Diamond überhäuft den Leser auf über 600 Seiten mit einer Fülle von – großteils nicht einmal uninteressanten – Details, die aber leider zuweilen den Blick auf das eigentliche Thema verstellen. Auch die Auswahl der behandelten Gesellschaften ist fragwürdig. Der Untergang des römischen Imperiums oder der mykenischen Kultur in Griechenland werden zwar im Prolog kurz angesprochen, danach aber nicht mehr näher erörtert. Das Schicksal dieser Gesellschaften wäre aber für die meisten (auch amerikanischen) Leser wohl interessanter gewesen als etwa jenes der kleinen Pazifikinseln Pitcairn und Henderson. Überhaupt ist der Pazifikraum überrepräsentiert. Nicht nur befassen sich zwei größere Kapiteln mit diversen abgelegenen Inseln im Südpazifik, auch die Situation in Neuguinea wird an verschiedenen Stellen immer wieder behandelt. Von den modernen europäischen Staaten wird dagegen nur Island kurz erwähnt und auch die Schilderung der aktuellen Lage in den Vereinigten Staaten beschränkt sich auf ein (beinahe zu) ausführliches Kapitel über Montana und eine kurze Auflistung der Probleme in Los Angeles. Alles in allem ein sicher lesenwertes Buch, das an Diamonds bisherige Bestseller aber leider nicht heranreicht.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Warum Gesellschaften verschwanden oder sich erfolgreich entw, 8. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Kollaps.Warum Gesellschaften überleben oder untergehen (Gebundene Ausgabe)
Jared Diamond analysiert Erfolgs- und Misserfolgsgeschichten menschlicher Siedlungen auf allen Kontinenten anhand von fünf Faktoren. Seine Beispiele sind Montana, die Pazifischen Inseln (insbesondere die Osterinseln), Anasazisiedlungen in Nordamerika, die Mayas und die Besiedlung Grönlands durch die Vikinger. Auch moderne Gesellschaften werden behandelt (Hispaniola, China, Australien). Manchen Gesellschaften ist es gelungen, über Jahrhunderte hinweg erflogreich zu bestehen, andere haben durch das eigene Verhalten das Verlöschen ihrer Gemeinschaft provoziert. Und die zentrale Frage ist natürlich, wo wie heute stehen. Steht die moderne Gesellschaft ebenfalls vor dem Kollaps oder wird es uns gelingen einen ökologischen Selbstmord zu verhindern? Sind wir in der Lage, aus den vergangen Erfahrungen die richtigen Schlüsse für unser heutiges Handeln zu ziehen? Das Buch vermittelt viele Fakten, die es einem erlauben, sachlich über dieses Thema zu diskutieren. Was mir an diesem Buch nicht gefallen hat (im Gegensatz zu den anderen Veröffentlichungen Diamonds) sind der etwas schwerfällige Stil und die vielen Wiederholungen. Dieses Buch hätte kürzer sein können. So ist es eine etwas schwer verdauliche, aber trotzdem interessante Lektüre. Auf jeden Fall, trotz der Kritik am Stil, zu empfehlen. (diese Rezension bezieht sich auf die englische Erstausgabe).
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