Wenn man krank sei, schreibt Harry Rowohlt, müsse man immer neue Bücher kaufen, um etwas zum Lesen zu haben, weil all die guten Bücher, die man besitzt, gerade verliehen seien. Sein Beispiel für ein Buch, dass er stets wieder kaufen muss, weil das verliehene Exemplar verschollen ist, kann man jetzt erraten: "Kolks blonde Bräute".
Dabei merkt man, dass Rowohlt der norddeutschen Mundart mächtig ist, denn das Buch von Frank Schulz gibt die Dialoge der Hauptpersonen (die dabei auch nicht immer ganz nüchtern sind) stets im Originalton wieder. Dabei entstehen Sätze wie: "Nehneh", verlautete die fremde Stimme, "ich geh schohn gah nich mehr rauß bei sohm Wedda. Krichß ja n Hormohnschogg bei dehn gannßn kurdßn Röggkn."
Überhaupt drehen sich in Kolks blonden Bräuten die meisten Dialoge um Frauen und Alkohol. Doch nachdem man sich an die Sprache gewöhnt hat, die man nur versteht, wenn man sie sich laut vorspricht, und die abstrusen Charaktere mit ihren spezifischen Eigenheiten durchschaut, amüsiert man sich im Laufe der Zeit immer besser. Am Ende findet man es schade, daß das Buch schon zuende ist, wo man doch gerade erst alle Personen kennen- und lieben gelernt hat: Ein zweiter Teil wäre hier dringend angebracht. Tatsächlich hat Harry Rowohlt mal wieder recht gehabt: Auch mein "Kolk" ist schon verliehen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)