Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Würdige Box eines grandiosen Serien-Oldies, 2. März 2007
Wir schrieben den 22. September 1974, als auch Fernseh-Deutschland von einem Phänomen befallen wurde, wie es 18 Monate zuvor bereits die gesamte USA ergriffen hatte - dem KOJAK-FIEBER. An diesem Tag strahlte die ARD den sogenannten Pilotfilm DER MORDFALL MARCUS NELSON aus. Dieser war ursprünglich von den Produzenten nur als einzelner und abgeschlossener Fernsehfilm angedacht, aufgrund des enormen Erfolges aber sofort zur Wiege einer der beliebtesten Krimiserien avanciert: 5 Staffeln mit insgesamt 118 Folgen sowie 7 spätere Specials bzw. Episoden in Spielfilmlänge sind daraus in der Bilanz schließlich erwachsen.
Bei uns startete die Serie unter dem eingedeutschten Titel EINSATZ IN MANHATTAN am 3. Oktober 1974 auf dem obligatorischen Krimi-Sendeplatz der ARD, donnerstags 21:00 Uhr. Da hier jedoch nur 45 Minuten Zeit zur Verfügung stand, weil die anschließende Magazinsendung Priorität besaß und die TAGESSCHAU um 22.30 Uhr ohnehin den Heiligenschein trug, wurden die ausländischen Serien damals entsprechend geschnitten, um sie in das starre Programmschema stopfen zu können. Da dies aus Kostengründen in aller Regel vor der Synchronisation geschah, fehlt den betroffenen Szenen natürlich der deutsche Ton, wenn man die Episoden jetzt erstmals in Originallänge auf DVD erwerben kann. Gleichsam ist es ein reizvolles Studium, nach über 30 Jahren das Schnittmuster der Sequenzen zu sehen, welche uns die Verantwortlichen damals als verzichtbar vorenthielten.
Und noch weitere Kuriositäten addieren sich hinzu: Im Wechsel mit anderen Krimiserien wie COLUMBO oder CANNON zeigte die ARD bis zum Jahre 1978 zunächst nur 62 Episoden des beliebten Glatzkopfes. Erst ab dem 4. Januar 1991 tauchten dann 37 weitere Folgen, jeweils freitags um 17:35 Uhr, in den Regionalprogrammen auf. Und später dann, im Privat-TV, liefen schließlich neben den KOJAK-Spielfilmen aus Ende der 1980er auch noch die restlichen Episoden der 1970er Staffeln. Hinzu kommt der Umstand, daß hierzulande (wie üblich) damals stark selektiert und die Original-Reihenfolge der Seasons nicht beachtet wurde.
So erleben wir also nun mit der DVD-Box nicht nur erstmals die 22 ungeschnittenen Folgen der 1. Staffel, sondern auch einen Mix der verschiedenen Synchronjahrgänge und daraus resultierend pro Folge unterschiedlich lange Passagen mit O-Ton und festen deutschen Untertiteln oder sogar durchgängiger Synchro. In den Folgen 5 und 21 ist Telly Savalas übrigens mit einer anderen Stimme zu hören, da stand der für KOJAK gewohnte Synchronschauspieler Edgar Ott (2.7.1929 - 13.2.1994) leider nicht mehr zur Verfügung. Für ihn sprang der Kollege Christian Rode ein, was natürlich etwas gewöhnungsbedürftig ist. Auch George Savalas (Stavaros) erklingt hier mit der Stimme von Andreas Mankopff, anstelle des gewohnten Manfred Grote. Kevin Dobson (Crocker) sowie auch Dan Fraser (Cpt. McNeil) werden aber sogar bei diesen sehr spät synchronisierten Folgen weiterhin von Hans Werner Bussinger bzw. Heinz Giese vertont. Man merkt zwar deutlich die stimmliche Alterung, muß aber auf den vertrauten Klang nicht verzichten.
Diese Informationen einmal für all die Jüngeren, die heutzutage viele der damaligen Sachverhalte gar nicht mehr richtig nachvollziehen können und daher manch falsche Ansicht darüber pflegen.
Fazit: Die Edition der 1. Staffel KOJAK ist ein ganz besonderes Highlight, Bild- und Tonqualität sind erstklassig für das Alter des Materials. Und den 136:32 minütigen Pilotfilm gibt es als Bonus auf DVD 7 noch mit dazu, komplett in deutscher Fassung (sogar die Titeleinblendung). Einziges Manko: 6 der insgesamt 7 DVD`s lagern überlappend in Halterungen, die durch seitliche Release Buttons etwas viel Spannung auf die kostbaren Silberlinge ausüben. Ansonsten eine würdige Box eines grandiosen Serien-Oldies.
|
|
|
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr empfehlenswert trotz Verpackungsmängel, 9. Mai 2007
Inhalt: siehe andere Kommentare und div. Kojak-Seiten im WWW
Verpackung: Über die Golden Gate Bridge als Covermotiv kann ich hinwegsehen. Infos zur Serie oder zu den einzelnen Episoden gibt es weder in einem Booklet noch auf der Verpackung. Es sind immer zwei DVDs schräg übereinander angeordnet. Man kann, wenn man sehr vorsichtig ist, die eine Scheibe unter der anderen heraustrennen, ohne einer der beiden Scheiben Kratzer zuzufügen. Besonders geschickt ist dies aber nicht gelöst. Auch die kleinen Plastik-Clips, welche die Scheiben rechts und links halten, vertragen keinen Dauergebrauch.
Menüs: Nur Standbilder, keine Musik. Alle Menüs sind nur englisch, auch die Namen der einzelnen Episoden. Aber eine deutsch-englische Episodenauflistung im Einband verschafft die nötige Übersicht.
Bild: So gut wie nicht verrauscht, nur bei den Hintergründen (Zimmerwände, Himmel) ganz wenig sichtbar. Angesichts der Tatsache, dass es eine TV-Serie ist, die über 30 Jahre alt ist und angesichts des Preises für eine komplette Staffel plus Pilotfilm, ist das Bild echt toll, klar und scharf!
Ton: Endlich kann ich Kojak auch auf Englisch ansehen! Die deutsche Synchro ist die, die im Jahr 2006 bei Kabel 1 gesendet wurde. E und D natürlich in mono, ohne Rauschen.
Untertitel: Die englischen Untertitel sind sehr hilfreich, weil die Serie von extremem Slang und Gaunersprache geprägt ist. Der englische Untertitel ist für Schwerhörige, also werden auch Musik und Telefonklingeln untertitelt.
Fassung: Wer alle Staffeln im Jahr 2006 bei Kabel 1 aufgenommen hat, kann die Mitschnitte der ersten Staffel nun wegwerfen und zur DVD-Box greifen. Es handelt sich um die ungeschnittenen Folgen (Dauer jeweils ca. 48 Min.) mit dem Original Intro. Die von der ARD seinerzeit weggeschnittenen Minuten in 16 der 22 Episoden der ersten Staffel werden einfach im Englischen Originalton gezeigt.
Email-Antwort von Universal auf meine Nachfrage (05.01.2008): "Eine Veröffentlichung der zweiten Staffel von Kojak auf DVD ist zurzeit nicht geplant." Traurig, traurig. Jede Schwachsinns-Klamauk-Serie wird komplett veröffentlicht, aber die echten Meilensteine nicht.
|
|
|
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht nur wunderbar, sondern UNIVERSAL, 24. August 2006
Zuerst einmal: Die Bildqualität ist sagenhaft.
Das waren die Zeiten, als Polizisten noch Fehler machten, als die Frauen noch begehrenswart waren, ohne nacktes Fleisch zu zeigen, und als man einem Regisseur einen Mord glaubte, wenn man nur eine Schnittwunde am Bein des Opfers sah.
Die "erste Staffel KOJAK" enthält 5 Discs zu je 4 Episoden UND 1 Disc mit 2 Episoden, die wunderbar entnehmbar und übersichtlich PAARWEISE auf 3 Plastik-Seiten untergebracht sind PLUS dem Pilotfilm der Serie auf einer ZUSÄTZLICHEN Einzel-DVD. (Danke an UNIVERSAL, daß kein idiotisches Bonus-material aufgepfropft wurde.)
Dies sind die Episoden von 1974 bis 1977, als noch Vince Conti und Marc Russel die Nebenrollen spieleten, aber das nur nebenbei.
Wenn Sie wirklich wissen wollen, wie man sich in einer New-Yorker Straße fürchten konnte, ohne auf grünes, außerirdisches Blut zu treten, dann kaufen Sie Kojack. Wenn Sie noch dazu "weisen" (im deutschen Sinn von "geistreichen") Kommentar genießen möchten, von Polizisten, die nicht NUR mit Laborkittel und Datenbanken, sondern HAUPTSÄCHLICH durch Grips und Kombinatorik die Verbrechen gelöst haben, dann sind Sie hier gut bedient.
Und wenn Sie es satt haben, Autos auf Verfolgungsjagden durch Fußgänger pflügen zu sehen, - und Special-Agents, die sich an Seilen von Dächern herunterlassen, die sie vorher womöglich aufgesprengt haben.
Aber weil ich vorher von Fehlern gesprochen habe: Sicher, es sind "wahre" Fehler, die gezeigt werden - von Polizisten, und noch mehr von Verbrechern. Aber man versteht sie jederzeit - die Fehler und die, die sie begehen - oder bekommt sie erklärt.
Und deshalb wird der beklemmende Schrecken, dem man in den Episoden augesetzt wird, im Nachhinein zu Spannung, und letztendlich als befriedigend empfunden.
Ich möchte gerne sagen, daß diese Episoden "schön" sind, daß Kojack und alle seine Co-Actors "schön" sind, daß alle Innen-Aufnahmen in 2-Quadratmeter-räumen gelungen sind, genauso wie die "shots" in 1-Meter breiten Supermärktgängen, oder im Chaos der Polizeistationen,,,, daß man in diesen Episoden noch verregnete Straßenzüge sieht, und daß man den Schauspielern "glaubt", wenn vorbeigehen, wenn sie wegschauen, wenn sie lächeln, und endlich auch, wenn sie lügen.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|