Obwohl ich nicht so ganz sicher bin, ob das hier neu eingeführte SKIP-Suchsystem eher ein Segen oder ein Fluch ist, so hat dieses Kanji-Lexikon doch weit mehr zu bieten, als (beinah) der gesamte Rest der Konkurrenz. Zwar bietet es nicht annähernd so viele Wortartikel wie beispielsweise der Nelson (auch unverzichtbar!), aber die ganzen zusätzlichen Informationen (und das handliche Format) kompensieren. Am meisten beeindruckt hat mich die sog. "Kern-Bedeutung", die zu jedem Kanji angegeben wird. Sie hilft, Bedeutungsgruppen und Eselsbrücken zu einzelnen Kanji zu bilden, und erleichtert somit das Verinnerlichen des einzelnen Wortes, der Komposita und der Zusammenhänge zwischen ihnen. Auch sehr genial ist die Angabe von Homophonen (um Verwechslungen mit gleichlautenden aber anders geschriebenen Kanji zu vermeiden) oder auch Antonymen. Praktisch, praktisch. In den Anhängen gibt es eine Reihe sehr nützlicher Verzeichnisse und Listen, unter anderem eine Rangliste aller enthaltenen Kanji nach ihrer statistischen Häufigkeit in der Japanischen Gegenwartssprache. Das ermöglicht ein gezieltes Lernen der wichtigsten Kanji zuerst. Ach ja: Das Layout ist ganz fantstisch und erleichtert das Arbeiten mit diesem Wörterbuch nicht nur, sondern lädt auch ein, einfach nur in der Zeichen-Vielfalt herumzustöbern. Die bereits erwähnte "Kern-Bedeutung" erscheint dabei in rot, was die ganze Angelegenheit noch übersichtlicher macht. Aber nochmal zurück zum SKIP-System: Wenn man dieses System erst einmal beherrscht, mag es sein, das es tatsächlich so schnell funktioniert, wie der Herausgeber anpreist, aber ich fürchte, daß, wenn man sich erst einmal zu sehr daran gewöhnt hat, man Schwierigkeiten mit dem traditionellen Radikal-System haben könnte. Das widerum erschwert einem dann sofort den Umgang mit den größeren oder erst recht den einsprachig Japanischen Kanji-Lexika. Und natürlich ist es auf Englisch... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)