Warum die Kodak Z1485?
Habe die Kodak Z1485 als kompakte All-in-One (Video)Digicam gekauft, da sie laut Datenblatt folgende für mich wesentliche Eigenschaften kombiniert:
- umfangreiche manuelle Einstellungsmöglichkeiten (Schärfe, Blende, Verschlußzeit)
- herausragende Videoqualität (1280*720 Pixel, 30 Bps, MPEG4)
- sehr kompakt und nicht größer als eine Handfläche
- eine integrierte Objektivabdeckung ohne separaten Objektivdeckel (der leicht abfällt)
- und last but not least ein sehr attraktiver Preis.
Bewertung:
Nach etwa einer Woche intensivem Testen steht fest, das die Z1485 meine hohen und durch die technischen Daten genährten Erwartungen nur zum Teil erfüllt hat. Die Bild- und Videoqualität ist tatsächlich gut und die Bedienung einfach, intuitiv und durchdacht. Allerdings hat die Z1485 einige Mängel, die sehr störend sein können:
- der Makrobereich ist im Gegensatz zu anderen Digicams schwach. Die minimale Entfernung zum Objekt beträgt zwischen 20cm (Weitwinkel) und 50cm (Tele). Detailaufnahmen jenseits Handgröße sind damit nur mit merklichen Qualitätseinbußen möglich (Verwendung des digitalen Zooms bei reduzierter Pixelauflösung).
- die Batterieversorgung seitens Kodak ist ein Witz. Es liegt nur eine einfache Einwegbatterie bei, die nach einem Tag leer ist. Überflüssiger Müll. Normale AA-Akkus funtkionieren nicht, weil eine Spannung von 3,7 Volt erwartet wird. So wird ein unbedarfter Benutzer gezwungen, die überteuerten Kodak-Zusatzgeräte (Li-Akku und Ladegerät für 50¤) zu kaufen. Zum Glück gib es jedoch billige Nachahmerprodukte für weniger als 15¤ (Akku plus Ladegerät). Hier wird ein eklatanter Fehler von Fremdherstellern "ausgebügelt". Leider ist hier die Betriebsdauer eher bescheiden (Akku = knapp 200 Bilder).
- generell fällt auf, dass viele sinnvolle Einstellungsmöglichkeiten nur in bestimmten Modi vorhanden sind, in anderen dagegen nicht. Beispiele: 1) im manuellen Fotomodus reichen die Verschlußzeiten nur bis 1/1000 (1/2000 bei Programm) und ein digitales Zoom fehlt auch (vorhanden bei Programm). 2) im Videomodus gibt es keine manuelle Scharfeinstellung und kein digitales Zoom. So sind trotz der prinzipiell guten Videoeigenschaften in Extremsituationen keine guten Videos möglich.
- der Weitwinkelbereich ist mit einem 35mm Objektiv etwas schwach.
- die integrierte Panoramafunktion ist nutzlos, da die Bilder nur zusammengesetzt werden. Verzerrungen am Rand werden nicht korrigiert, so dass keine passgenauen Panoramas möglich sind.
Fazit:
Die Bewertung der Kodak Z1485 fällt für mich etwas zwiespältig aus. Mit Ihren umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten und Optionen (z.B. Nachbearbeitung und Schneiden von Videos) könnte sie die ideale All-in-One Kamera für den ambitionierten Fotographen und Videofilmer sein. KÖNNTE(!!), wenn wesentliche Einstellungen - wie auf dem Datenblatt suggeriert - auch in allen Modi verfügbar wären, z.B. im manuellen Fotomodus und im Videomodus. So verschenkt Kodak ein rießiges Potential und sorgt dafür, dass die Z1485 tatsächlich eher Durchschnittsware ist. Wer eine kompakte und einfach zu bedienende Kamera sucht, die unter normalen Umständen wirklich gute Bilder und Videos macht, der kann bedenkenlos zugreifen. Für Liebhaber des Makrobereichs, ambitionierte Gelegenheitsfilmer und Fotographen mit dem Wunsch nach einem kompakten Spiegelreflexersatz lautet dagegen der Rat: "Finger weg".