Die einzelnen Rezepte sind immer bebildert, und die Zutaten und Teilrezepte in leicht nostalgischen Siebzigerjahre-Kästen verpackt, was aber leider nicht besonders übersichtlich ist. Die Formulierungen sind meistens eindeutig, aber nicht sehr genau, die häufige Betonung von Bio-Produkten ist sicher lobenswert, wirkt aber auch etwas besserwisserisch. Was bei vielen Rezepten auffällt, ist die große Zahl an Zutaten, die es immer sein müssen. Und bei den meisten Hauptgerichten sind dann auch einige Sachen dabei, die man zumindest außerhalb der Großstädte nicht so einfach bekommen kann - und da gibt es dann auch fast nie einen möglichen Ersatz.
Da mögen dann Gerichte noch so hochklassig sein, und das ist ja auch Baudrexels Anspruch, aber was es da alles einzukaufen gibt, wie viele Aromen da zusammengebastelt werden, das wirkt einerseits einigermaßen abgehoben und andererseits manchmal auch ein bisschen konfus.
Wer nicht sehr erfahrener Koch ist und möglichst einen guten Biosupermarkt und am besten auch noch Asialäden und ähnliches in der Nähe hat, der sollte von diesem Kochbuch die Finger lassen. Die Rezepte sind teilweise nicht gerade einfach, bei vielen Zutaten hätte man gerne eine zusätzliche Erklärung, und auch viele Fachbegriffe aus der Küche sind nicht erklärt.
Für Profis mag die eine oder andere tolle Idee zu finden sein, für den Durchschnittshobbykoch ist das Buch einfach zu abgehoben.