Kochen - das ist für viele die schmerzlich-quälende Ackerei, bevor man sich den Magen füllen darf. Jene Sisyphusarbeit, die unabänderlich jeden Tag vermiest.
Solcher Folter entgeht, wer Fertiggerichte in den Ofen schiebt, den Geldbeutel im Restaurant leert - oder aber die Kochbücher von Martina und Moritz liest. Denn hier findet man mehr als nur ein Rezept für Roastbeef oder Tomatensuppe. Hier ist jede einzelne Seite eine Liebeserklärung an eine besondere Komposition! Kochen als virtuoses Vergnügen, Essen als sinnliche Erfahrung, das ist so wunderbar! Dazu alles so leicht und übersichtlich erklärt, mit farbenfrohen Bildern versehen, dass man sich schämen würde, den Rezepten weniger als die wohlverdiente Aufmerksamkeit zu schenken. Schön auch die einleitenden Sätze vor jedem Rezept, die immer eine kleine persönliche Note der Koch-Autoren hineinbringt: Mal eine Weinempfehlung, mal ein bisschen Hintergrundinfos über Kaiserschotten, mal wird verraten, bei welcher Gelegenheit die beiden eine bestimmte Sauce am Liebsten einsetzen.
Und so gelingt alles zur Ode an die Leidenschaft, ob nun Pilzpaste, Gefüllte Hühnerbrust auf Linsen, Kokoseis mit Honigäpfeln, ob deftige deutsche Küche mit Schmorbraten und Sauerkraut oder asiatische Häppchenvielfalt. Wichtig ist die Freude am Erschaffen, der Weg ist das Ziel, und der Gewinner steht sowieso schon fest: Ein jeder, der ein solch genussvoll bereitetes Essen zu genießen weiß.